www.charity-kalender.de

Wird geladen

Schauplätze von „Wildlife of Canada 2025“: Waterton Lakes Nationalpark

Der Waterton Lakes Nationalpark befindet sich ganz im Südwesten von Alberta. 1895 gegründet zählt er zu den älteren kanadischen Parks, von der Größe mit 525 km² ist er relativ klein. Im Süden befindet sich direkt angrenzend der US-amerikanische Glacier Nationalpark in Montana (nicht zu verwechseln mit dem in British Columbia gelegenen kanadischen Glacier Nationalpark).

 

Von Calgary aus benötigt man zwischen 2,5 und 3 Stunden bis an Ziel. Die Fahrt führt durch die nicht sehr spannende Prärie bis man den in den Rocky Mountains liegenden Park erreicht. Zu Beginn des Parks befindet sich eine große Koppel, die man mit Schrittgeschwindigkeit befahren kann. Auf dem sogenannten Bison Loop wurden Bisons aus dem Elk Island Nationalpark wieder angesiedelt. Die Herde vermehrt sich dort kontrolliert.

 

Der einzige Ort im Nationalpark ist Waterton Park, gelegen am Waterton Lake. Etwa 160 Menschen plus Saisonarbeiter leben in dem Ort. Im Jahr kommen 450.000 Touristen in den Park, die vor allem in den Sommermonaten beherbergt werden wollen. Die nächsten Ortschaften sind sowohl in Kanada wie in den USA 45 Minuten entfernt – die isolierte Lage lässt sich der kleine Ort gut bezahlen. Es ist aber definitiv eine gute Ausgangsbasis für Erkundungen in dem Park. Sei es zu den Seen, zum Red Rock Canyon oder eine Bootstour auf dem Waterton Lake, die auch in den USA stoppt – um den als Europäer nutzen zu können, muss man im Vorfeld ein Touristenvisum beantragen, auch wenn es nur ein Kurzaufenthalt sein soll.

 

Schauplätze von „Wildlife of Canada 2025“: Elk Island Nationalpark

Der Elk Island Nationalpark liegt etwas mehr als eine halbe Stunde östlich von Edmonton und ist – wie es der Name sagt – berühmt für seine… ähm, Bisons?!?

Von vorn: es handelt sich um einen kleinen Park von etwas weniger als 200 km² Größe, der 1906 gegründet wurde. Maultierhirsche und Wapitis waren ursprünglich in dem Gebiet zuhause plus ein paar Elche. Zu dieser Zeit kamen keine Bisons dort vor. Im amerikanischen Englisch sind „elks“ Wapitis und nicht wie man meinen könnte Elche (moose), von daher gaben Wapitis dem Park seinen Namen. Präriebisons wurden einige Jahre später aus Montana importiert und vermehrten sich gut in dem umzäunten Nationalpark. In den 60ern siedelte man auch die selteneren und eigentlich in Kanada vorkommenden Waldbisons wieder an. Von der Topographie ist man in Edmonton in der Prärie angekommen, es ist also eben und nicht vergleichbar mit den Parks der Rocky Mountains.

Neben den Bisons kann man noch gut im und am Wasser lebende Vögel gut beobachten, denn es befinden sich einige Seen in dem Areal. So auch Nashornpelikane, die man vielleicht nicht unbedingt in Kanada vermuten würde.

Bis zu 400.000 Menschen besuchen jährlich den Park. Allerdings sind dies oft Tagesgäste aus Edmonton, keine Touristen wie in den Parks der Rocky Mountains. Es ist übrigens der einzige der vorgestellten Parks, wo man das Bärenspray nicht braucht.

Schauplätze von „Wildlife of Canada 2025“: Jasper Nationalpark

Vorweg aus aktuellem Anlass: die Waldbrände haben in diesem Jahr wieder gewütet und den Ort Jasper in Teilen zerstört. Aktuell ist die Stadt nicht zugänglich wie auch der Jasper Nationalpark gesperrt ist. Eine kurzfristige Hilfe ist dieser Bericht daher nicht!

 

Der Jasper Nationalpark liegt direkt nördlich vom Banff Nationalpark und geht fließend ineinander über. Auch dieser Nationalpark zählt zum Unesco Welterbe. Mit knapp unter 11.000 km² Größe ist er nochmal ein ganzes Stück größer als der südliche Nachbar. Die Gründung des Parks war 1907. Heute kommen 2,5 Millionen Besucher in diesen Park, also schon deutlich weniger als in den Banff Nationalpark – wenngleich er damit immer noch der Nationalpark mit den zweitmeisten Besuchern in Kanada ist. Durch die größere Entfernung von der menschlichen Zivilisation kann man hier noch deutlich besser die Tierwelt finden. Je weiter man in den Norden fährt, desto weniger Besucher hat man zu erwarten. Auch der 5.000 Einwohner zählende namensgebende Ort Jasper ist zwar touristisches Zentrum, aber bei Weitem nicht so überlaufen wie Banff.

 

Wenn man den Icefields Parkway von Banff kommend befährt, erreicht man schnell das Columbia Icefield. Hier ist es noch sehr touristisch, ein sehr großer Parkplatz und ein Besucherzentrum laden zu geführten Fahrten in den Gletscher ein. Auch ein gläserner Skywalk über dem Abgrund bietet Menschen ohne Höhenangst ein Abenteuer von dieser Stelle aus. Wasserfälle wie die Sunwapta Falls oder die Athabasca Falls finden sich unweit der Strecke. Ein Stop empfiehlt sich am Goats and Glacier Lookout. Mit etwas Glück findet man am Steilhang Schneeziegen, die hier am salzigen Gestein ihren Mineralhaushalt auffüllen.

 

Unweit von Jasper geht es ab in die Maligne Lake Road, wo es am Medicine Lake vorbei zum Maligne Lake geht. Die Chance auf Tiersichtungen ist an dieser Straße besonders groß. Auf dem Maligne Lake fahren in den Sommermonaten auch Boote, hier gibt es noch mal ein höheres Touristenaufkommen.

 

Der Jasper Nationalpark verläuft noch deutlich weiter nach Norden, die meisten werden hier jedoch den Highway 16 nehmen und Richtung Hinton den Park verlassen. Etwa 370 km östlich von Jasper erreicht man Edmonton, die Hauptstadt der Provinz Alberta.

 

 

Schauplätze von „Wildlife of Canada 2025“: Banff Nationalpark

Wenn man in Calgary ankommt, sieht man Richtung Westen bereits unschwer die Berge der Rocky Mountains in der Ferne. Etwa anderthalb Stunden sind es per PKW bis in den Ort Banff. Mit ganzen 6.000 Einwohnern ist Banff gewissermaßen die Metropole und Namensgeber der Banff Nationalparks. Der Ort selbst ist sehr touristisch ausgelegt – kein Wunder, denn der Park zieht im Jahr über 4 Millionen Besucher an, einen Großteil davon in den amerikanischen Sommerferien. Ein entsprechend hohes Preisniveau für Übernachtungen erwartet einen dort. Kurz vor dem Eingangstor zum Nationalpark befindet sich der 16.000 Einwohner zählende Ort Canmore, wo man zwar auch schon ordentliche Preise vorfindet, aber günstiger als in Banff.

 

Banff ist bei allem Tourismus ein sehr schöner Ort, von dem aus man ganz schnell in die Natur kommt. Der Bow River, der im späteren Verlauf in Calgary ein recht dünnes Flüsschen ist, fließt hier noch mit aller Macht entlang. Wer in die Natur raus möchte, sollte sich in Banff mit Bärenspray eindecken, das etwa 30 Euro kostet und am Gürtel befestigt werden kann. Je tiefer man in die Wälder vordringt, desto größer ist die Gefahr, dass man einem Grizzly oder Schwarzbären begegnen kann und sich im unwahrscheinlichen Angriffsfall schnell verteidigen muss.

 

Der Banff Nationalpark existiert seit 1885 und ist der älteste Nationalpark Kanadas. Er umfasst 6640 km² und ist seit 40 Jahren Unesco Welterbe. Der Trans Canada Highway – in Alberta der Highway 1 – führt aus Saskatchewan kommend durch Calgary über Banff und Lake Louise nach British Columbia. Lake Louise ist nicht nur ein weltberühmter See und eine populäre Touristendestination, sondern gleichzeitig ein kleiner Ort, an dem sich der Alberta Highway 93 abgabelt – besser bekannt als der Icefields Parkway, der später in den Jasper Nationalpark übergeht und als eine der schönsten Straßen der Welt bekannt ist.

 

Der Highway 1 führt natürlich unschwer erkennbar durch die Rocky Mountains, ist selber aber eine übliche Schnellstraße, die kein Nationalparkflair aufkommen lässt. Besser verlässt man nach Möglichkeit den Highway und wählt weniger befahrene Routen, wo man dann auch Chancen auf Tiersichtungen hat. Dies geht zum Beispiel kurz hinter Banff, wo der ehemalige Hauptweg – der heutige Highway 1A – abzweigt und bei Lake Louise wieder auf die Hauptstraße trifft.

 

Der eigentliche Lake Louise wie auch der beliebte Moraine Lake sind nicht mehr selber mit dem Auto zu erreichen. Um dorthin zu gelangen, muss man in Lake Louise ein Shuttle buchen, dessen Tageskapazität limitiert ist – ganz spontane Anreisen werden hier wahrscheinlich nicht gelingen. Für die Weiterfahrt empfiehlt sich die Tankstelle im Ort Lake Louise aufzusuchen, denn der nächste Ort Jasper liegt gut 250 km entfernt.

 

Wer Richtung British Columbia in den Westen möchte, fährt den Highway 1 weiter und kommt relativ schnell in den Yoho Nationalpark und kurz danach in den Glacier Nationalpark. Wen es Richtung Japser Nationalpark zieht, der biegt auf den spektakulären Icefields Parkway ab. Hier kommt man an einigen sagenhaft schönen Bergseen vorbei wie dem Hector Lake, dem Bow Lake – Ursprung des schon erwähnten Bow River – und dem Peyto Lake. Entlang der Strecke erreicht man die Grenze vom Banff zum Jasper Nationalpark.

 

Aus aktuellem Anlass eine Warnung: die Nationalparks sind Waldbrandgebiet. Der Jasper Nationalpark ist aus diesem Grund derzeit geschlossen, eine Umleitung ist eingerichtet.

 

November-Titelbild: Lisztaffe

Lisztaffen sind eine kleine Krallenaffenart, die ausschließlich in Wäldern in der Nähe der Karibikküste Kolumbiens vorkommen. Ihre markante Frisur gab ihr den deutschen Namen Lisztaffe – in Erinnerung an den Komponisten Franz Liszt, der eine ähnliche Haarpracht aufzuweisen hatte. Im Englischen war man nicht ganz so kreativ, aber immerhin hat es wegen der Ähnlichkeit zu den Kapseln einer Baumwollpflanze dort zum Cotton-top tamarin gereicht.

 

Die Verniedlichung wegen ihrer Größe und der prägnanten Frisur darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Art akut vom Aussterben bedroht ist. In zoologischen Einrichtungen sind Lisztaffen relativ häufig zu finden, aber in ihrem ursprünglichen Lebensraum schätzt man den Bestand auf nur noch 6.000 Tiere. Früher war der Fang als Labor- und Haustiere das größte Problem der Art – man geht von 40.000 Tieren aus, die dafür exportiert wurden. Heute ist es der drastisch schwindende Lebensraum, über drei Viertel ihres ursprünglichen Lebensraums sind zerstört, vornehmlich für Weideland, Holzgewinnung und die Ansiedlung von Palmölplantagen. Ohne Wälder können die kleinen auf Bäume angewiesenen Affen nicht existieren. Drei Schutzwälder sind ausgewiesen, der Populationsschwund wird dennoch auf 80% innerhalb von nur 20 Jahren eingeschätzt!

 

Lisztaffen leben in kleinen Familiengruppen von bis zu neun Tieren zusammen. An ihrer Spitze steht ein monogames Paar, ihrem Nachwuchs und unterrangigen Tieren. Zweimal jährlich kommen zwei Babys zur Welt, Weibchen werden nach gut anderthalb Jahren, Männchen nach zwei Jahren geschlechtsreif. Die Männchen beteiligen sich aktiv an der Aufzucht der Jungtiere. Ganz altruistisch ist die Hilfsbereitschaft allerdings nicht. Das Familienoberhaupt hat ein Interesse an möglichst rascher Verbreitung seiner Gene und durch die Entlastung des Weibchens kann dies schneller wieder tragend werden. Die untergeordneten Männchen profitieren bei ihrer Mithilfe durch eine gestiegene Stellung und Bindung. Gruppenmitglieder, die Hilfe verwehren, sinken dagegen im Standing und werden mitunter an den Rand der Gruppe gedrängt. Eine Familie beansprucht bis zu 10 Hektar Wald für sich. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Früchten, kleinen Wirbeltieren und Baumsäften.

 

ARTENPROFIL

Art: Lisztaffe
Unterart:
Wissenschaftl. Name Sanguinus oedipus
Vorkommen: Kolumbien
IUCN Status: vom Aussterben bedroht
Nachwuchs: zwei Jungtiere, zweimal jährlich
Ernährung: Insekten, Früchte, Baumsäfte, kleine Wirbeltiere
Feinde: vor allem der Mensch; im Tierreich Katzen, Marder, Greifvögel, Schlangen,
Lebenserwartung: ca 12 Jahre in der Natur, ca 18 Jahre in Zoos