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Oktober-Kalenderbild: Großer Ameisenbär

Eine sehr interessante Tierart zeigt sich auf dem Oktober-Bild mit dem Großen Ameisenbär. Mit einem Bären hat die Tierart nichts zu tun – man vermutet, dass das Aufrichten für eine bessere Übersicht, die ähnlich aussieht wie beim Bären, zu dem Namen geführt hat. Die anderen Bestandteile des Namens sind dagegen treffend. Ameisen und Termiten sind die ausschließliche Nahrung des Ameisenbären, der als „Groß“ bezeichnet wird, weil er unter den Ameisenbären neben den Zwergameisenbären und den Tamanduas die größte Art darstellt.

 

Holt man etwas weiter in der Systematik aus, gehören die Ameisenbären zu den Nebengelenktieren, die sich durch zusätzliche Gelenke an der Wirbelsäule auszeichnen. Neben den Ameisenbären gehören die Faultiere und Gürteltiere zu dieser Überordnung, also alles Tiere, die in Südamerika beheimatet sind. Faultiere sind daher auch die nächsten Verwandten von Ameisenbären. Diese zusätzlichen Gelenke geben den Tieren besondere Fähigkeiten – das Gürteltiere kann sich einrollen, das Faultier kann sich vom Ast baumeln lassen und Ameisenbären können sich damit auf die Hinterbeine stellen, um zusätzliche Kraft für die mächtigen Krallen zu generieren.

 

Charakteristisch für den Großen Ameisenbären ist natürlich die lange Schnauze mit kleinem Mund, durch den sie ihre lange Zunge in einen Insektenbau zur Nahrungsaufnahme herausschnellen lassen können. Wichtig für die Tiere und auch Voraussetzung für die Mahlzeit sind allerdings auch die kräftigen Krallen, die sie benötigen, um den Bau überhaupt durchdringen zu können. Zähne braucht der Großen Ameisenbär daher nicht. Durch den langen und schmalen Kopf bleibt nicht viel Platz für ein Gehirn, weswegen die Tiere nicht gerade gedankenschnell und multitaskingfähig unterwegs sind. Sie sind aber immerhin so clever, dass sie Ameisenbauten nie leerfressen, um sicherzustellen, dass ihre Nahrungsquelle sich wieder vermehren kann und somit nicht versiegt.

 

Verglichen mit den anderen Vertretern der Ameisenbären ist der Große Ameisenbär der einzige Vertreter, der auf dem Boden bleibt und der seinen langen und buschigen Schwanz als Wärme- und Nässeschutz einsetzen kann.

 

Der Große Ameisenbär gilt als gefährdet wegen des Lebensraumverlusts durch aufkommende Landwirtschaft. Zwar ist er potentielle Beute von Raubtieren wie dem Jaguar oder Puma, aber zum einen bringt der schlanke und behaarte Ameisenbär nicht viel nahrhaftes Fleisch, dazu ist er äußerst wehrhaft mit seinen großen, scharfen Krallen in Verbindung mit sehr muskulösen Armen, so dass die Beutegreifer nach Möglichkeiten eher Abstand von einem Angriff nehmen. Von Menschen drohen dem Tier keine Angriffe, weil sein Fleisch vermutlich wegen seiner Nahrungsspezialisierung nicht als wohlschmeckend gilt. Die Nahrungsspezialisierung gibt aber auch gleichzeitig den Lebensraum vor. Wo intensiv Landwirtschaft betrieben wird, gibt es keine Ameisen und keine Termiten und damit auch keine Nahrung für den Ameisenbären.

 

Die Tiere sind strikte Einzelgänger, einzige Ausnahme sind die Weibchen mit ihrem kleinen Nachwuchs, den sie auf dem Rücken tragen. Mit spätestens einem Jahr wird das Baby entwöhnt und muss seines Weges ziehen. Als territorial lebende Tiere kann es vor allem zwischen Männchen zu heftigen Kämpfen kommen. Über die Lebenserwartung in freier Natur ist nichts bekannt, in menschlicher Obhut beträgt die Erwartung etwa 15 Jahre, wobei auch 25 Jahre im Ausnahmefall erreicht werden können.

 

Das Kalenderbild wurde aufgenommen im niederländischen ZooParc Overloon.

Lake Nakuru National Park

Der Lake Nakuru Nationalpark war ursprünglich ein Vogelschutzgebiet, das vor allem durch seine riesige Zwergflamingokolonie mit weit über einer Million Vögel bekannt war. Mittlerweile sind die die Tiere allerdings weitergezogen, es leben nur noch gut 1.500 Rosaflamingos am See. Mit einer Größe von 188 km² umfasst der Park aber natürlich deutlich größere Flächen als nur den Lake Nakuru selbst. Auch Nashörner und Giraffen wurden ins das bewachte Gebiet importiert, so dass sich die Artenvielfalt erhöht hat. Für Elefanten ist die Fläche aber immer noch zu klein. Unterm Strich bleibt der Nationalpark mit den zweitmeisten Besuchern Kenias aber bekannt für seine vielen Vogelarten, die sich am See niedergelassen haben.

 

Ol Pejeta

Die Artenschutzorganisation Ol Pejeta hat in den letzten Jahren Berühmtheit erlangt, weil sie die letzten Nördlichen Breitmaulnashörner beherbergt, die es überhaupt noch gibt. Die Tiere Sudan, Fatu und Najin wurden aus den Zoos in San Diego und Dvur Kralove mit einer Resthoffnung auf Vermehrung nach Kenia zurückgebracht, aber Sudan war nicht mehr zeugungsfähig und verstarb drei Monate vor meiner Reise. Sehen kann man die Tiere ohnehin nicht, sie leben streng bewacht hinter den Kulissen – wie übrigens viele andere Nashörner auch auf Koppeln und nicht etwa auf dem Gelände untergebracht sind, wo sie rund um die Uhr von bewaffneten Rangern geschützt werden.

 

 

Ol Pejeta ist ein 360 km² großes Gelände, das erst seit 1988 dem Artenschutz dient. Zuvor war dort eine riesengroße Viehzucht angesiedelt mit wechselnden Besitzern. Den Umschwung von Viehzucht zu Artenschutz verdankt man den Elefanten, denn die Farm lag auf ihrer Wanderroute von Mount Kenya zu den Aberdares, und sie rissen ständig die Zäune ein, wodurch die Nutzviehhaltung zu teuer wurde. Mittlerweile umgibt ein elektrischer Zaun das Gelände, um Konflikte mit der Bevölkerung zu vermeiden, verhindert auf der anderen Seite aber auch, dass die Herden ihre natürlichen Routen bewandern können. Heute gehört das Projekt dem britischen Unternehmen Flora and Fauna International.

 

 

Nashörner sind das prominenteste Thema auf Ol Pejeta, die größte Nashornhaltung Kenias gibt es hier. Insgesamt hat man aber alle Tierarten auf dem Gelände, die man in Savannen auch außerhalb antrifft, also auch die kompletten Big Five. Eine Besonderheit gibt es noch, nämlich das Sweetwater Chimpanzee Sanctuary, einem zooähnlichen Gehegekomplex, in das konfiszierte Schimpansen aufgenommen werden. In Kenia selbst leben keine Schimpansen, aber aus anderen Ländern werden Tiere dort eingestellt, die in vielen Fällen als Haustiere gelebt haben und von den Behörden einkassiert wurden.

 

Lake Naivasha / Crescent Island

Crescent Island ist eine Insel im Lake Naivasha, die Berühmtheit erlangt hat als Drehort für den Oskar-prämierten Film „Jenseits von Afrika“. Seinerzeit wurden Tiere auf die Insel gebracht, um eine entsprechende Kulisse für den Hollywood-Streifen zu haben. Nach Ende der Dreharbeiten hat man die Tiere dort belassen, wo sie durch die isolierte Lage ohne Feinde leben. Die Insel erreicht man mit kleinen Motorbooten.

 

 

Bekannt ist der Lake Naivasha auch durch die angesiedelte Blumenindustrie, ein Großteil der hierzulande angebotenen Rosen stammt von dort. Der See leidet unter niedrigem Wasserstand – etwa nur noch ein Drittel im Vergleich zu den 70ern – wofür die Blumenindustrie verantwortlich gemacht wird, was diese aber von sich weist. Ein schwieriger Konflikt, da dies für das Land neben dem Tourismus eine der Haupteinnahmequellen darstellt. Aus tierischer Hinsicht ist der See die Heimat für eine Fülle an Vogelarten sowie für Flusspferde. Am Seeufer befinden sich Hotels, teilweise mit eigenem Tierbestand wie in diesem Fall mit Defassa-Wasserböcken und Böhm-Steppenzebras.

 

 

 

Der See und seine Verwicklungen in die Blumenindustrie ist auch Gegenstand des sehr lesenswerten Buchs „Ich gab mein Herz für Afrika“, das über das Leben der ermordeten Tierfilmerin und Umweltschützerin Joan Root erzählt.

 

 

Nairobi National Park

Wer nach Kenia fliegt, landet entweder in Mombasa oder der Hauptstadt Nairobi. Unweit vom Jome Kenyatta Airport der Hauptstadt fährt man auf einer Autobahn und ist nur durch einen Zaun vom Nairobi Nationalpark getrennt, der ganze 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist.

 

 

Der Nairobi National Park ist sicherlich nicht der schönste Park Kenias und mit 117 km² auch eher klein, nimmt aber eine wichtige Funktion ein. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass jeder Afrikaner sich mit Wildtieren auskennt, so leben 4,4 Millionen Menschen in der Großstadt Nairobi und haben wenig Berührungspunkte mit der Natur. Die Wichtigkeit der Natur und des Umweltschutzes kann den Großstädtern ideal im Park beigebracht werden. Bevor man auf das Gelände kommt, sieht man einige Anlagen, anhand derer Kindern Mülltrennung und Recycling beigebracht wird. Zudem befinden sich vor dem eigentlichen Parkeingang Berge mit Asche und Monumente, die an zwei Elfenbeinverbrennungen im Jahr 1989 und 2015 erinnern als insgesamt 27 Tonnen Elfenbein gewilderter Elefanten als Zeichen gegen die Wilderei verbrannt wurden.

 

 

Vom Tierbestand enthält der Park alle bekannten Arten mit Ausnahme von Elefanten. Für eine selbsttragende Elefantenpopulation reicht die Fläche von 117 km² nicht aus.