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Strahlenschildkröte

Eine neue Stahlfigur in diesem Jahr zeigt die Strahlenschildkröte. Dabei handelt es sich um eine madagassische Landschildkrötenart, die vom Aussterben bedroht ist – damit passt sie gut zum Kalendermotto dieses Jahres.

 

Ausgewachsene Strahlenschildkröten erreichen eine Größe von 25 bis knapp über 40 cm bei eine Gewicht von 2,5-10 kg. Namensgebend ist die Zeichnung auf dem Panzer, auf dem Linien wie Strahlen verlaufen. Die Tiere leben in einer eher kargen Vegetation, wo sie sich vorwiegend von Gräsern ernähren, aber auch Früchte und nahrhafte Pflanzen. Die älteste bekannte Strahlenschildkröte wird auf ein Alter von etwa 188 Jahren geschätzt.

 

Ihr ursprüngliches Vorkommensgebiet auf Madagaskar ist klein, wenngleich die Art zur Fleischgewinnung gehalten wird und entsprechend auch aus diesem Grund der Natur entnommen wird. Wie für die meisten madegassischen Arten ist die Abholzung in Verbindung mit Gewinnung von Weideland und zur Herstellung von Holzkohle ein Kernproblem für Strahlenschildkröten.

 

Die Turtle Survival Alliance unterhält in Madagaskar ein Schutzprojekt für die vom Aussterben bedrohte Schildkrötenart. Sie schafft und verwaltet geschützte Bereiche für die Strahlenschildkröten, leistet Aufklärungsarbeit bei der lokalen Bevölkerung und wildert konfiszierte Tiere in gesicherte Bereiche wieder aus. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Stahlschildkröten wird die TSA daher unterstützt.

Rettet den Drilll

Rettet den Drill ist eine Organisation, die mit mit Ausnahme vom zweiten Kalender immer unterstützt wurde seit Bestehen dieses Projekts. Im Laufe der Zeit konnten auf diese Weise über 5.000 Euro generiert werden. Warum diese Verbundenheit?

 

Bei Rettet den Drill handelt es sich um ein verhältnismäßig kleines Projekt, gegründet, um die Artenschutzarbeit vor Ort in Nigeria und Kamerun zu unterstützen. In Kamerun agiert das Limbe Wildlife Center als Auffangstation für konfiszierte Tiere – nicht nur Drills. In Nigeria liegt in den Afi Mountains die von Pandrillus betriebene Drill Ranch, etwa 700 Drills leben dort naturnah in drei großen Gruppen. Eine unvorstellbare Zahl wenn man davon ausgeht, dass der rein wildlebende Bestand auf etwa 2500-3000 Tiere geschätzt wird. Der Bestand in Zoos vornehmlich in Europa liegt bei knapp über 100. Die Hauptgründe für den geringen und geringer werdenden Bestand sind zum einen die Abholzung der Wälder, zum anderen die Jagd nach Bushmeat.

 

Drills sind grundsätzlich bodenlebende Affen, die den Regenwaldboden nach Nahrung absuchen, die im Kern aus Früchten, Blättern und Insekten besteht. Das heißt aber nicht, dass Drills keine guten Kletterer wären. Die Nächte verbringen sie hoch oben in Bäumen. Auch wenn Gefahr droht, fliehen Drills sofort nach oben – ein Verhalten, das in der Natur Sinn ergibt, denn Feinde wie Leoparden können nicht so schnell und nicht so hoch klettern. Jäger haben sich dies allerdings zunutze gemacht, denn sie nutzen Hunde, um die Primaten aufzuschrecken – und hoch in den Bäumen sind sie eine leichte Beute für die Gewehrkugeln der Jäger. Die Jagd hat zwei Effekte – einmal wird das Fleisch auf dem Markt als Bushmeat verkauft, zum anderen wird im Falle des Vorhandenseins von Nachwuchs das auf seine Mutter angewiesene Baby auf dem Heimtiermarkt verkauft. Die in Kamerun und Nigeria in den Auffangstationen eingelieferten Tiere teilen in den meisten Fällen dieses Schicksal und bekommen dort die Chance auf ein zweites Leben.

 

Zwischen Männchen und Weibchen besteht ein großer Sexualdimorphismus. Männchen werden mit 5-7 Jahren geschlechtsreif, während Weibchen mit 4-5 Jahren erstmals tragend werden können. Zu diesem Zeitpunkt wandern heranwachsende Männchen aus ihrer Geburtsgruppe ab. Man nimmt an, dass ein dominantes Männchen seine Gruppe etwa drei Jahren anführen kann – ein wahrhaft stressiges Leben in der Zeit, in dem er seine Weibchen decken und gleichzeitig die herausfordernden Männchen im Schach halten muss. Kämpfe zwischen Drills sind selten, meist reicht das Zeigen der Zähne aus, um eine Situation zu entscheiden. Dominante Weibchen und ihre Positionierung zum aktuellen Chef sind dabei ein wichtiger Faktor. Auch unter den Weibchen herrscht eine starke soziale Hierarchie. Der Nachwuchs wird in die Hierarchie der Matrilinie hineingeboren.

Chances for Nature

Chances for Nature setzt sich seit seiner Gründung 2011 für verschiedene Natur- und Artenschutzprojekte ein. Dabei engagiert sich der Verein in seinen Projektgebieten in Madagaskar, Myanmar und Indonesien vor allem für Primaten und Elefanten als Schlüsselarten. Mit dem Charity Kalender wird dieses Jahr der Einsatz für Gibbons unterstützt.

 

Die meisten der 20 Gibbon-Arten sind hochbedroht. Alle haben sie gemeinsam, dass sie in Südostasien leben, und als Hangelspezialisten auf intakte Wälder angewiesen sind. Sie leben als monogames Paar mit Nachwuchs und nehmen viel Platz für ihr Territorium in Anspruch, was als Sozialverhalten für den Fortbestand der Art nicht förderlich ist. Gleichzeitig verlieren sie ihren Lebensraum durch die Abholzung der Wälder für den Bau von Palmölplantagen und die Wandlung in Farmland sowie das Schlagen von Schneisen in den Wald für die notwendige Infrastruktur. Dazu werden die Tiere gejagt, teils für die traditionelle chinesische Medizin, teils für den Verkauf auf dem Heimtiermarkt.  

 

Chances for Nature setzt hier an und versucht einen Weg zu finden, wie Menschen profitabel wirtschaften können, ohne dass dafür der Wald gerodet werden muss. In Myanmar lebt im Arakan-Gebirge der Westliche Weißbrauen-Gibbon. Hier wird die lokale Bevölkerung dafür gewonnen, die Primärwälder zu schützen, indem sie im nachhaltigen Anbau von Kaffee geschult wird. Kaffee eignet sich hervorragend für den nachhaltigen Anbau, da die Pflanzen im Wald wachsen können, ohne dass bestehende Bäume abgeholzt werden müssen. Ein identisches Agroforst-Projekt läuft in Indonesien auf Java, wo der Silbergibbon beheimatet ist.  

Titelbild „vom Aussterben bedroht 2026“: Roloway-Meerkatze

Um die Roloway-Meerkatze in der Natur zu finden, müsste man in den Süden der Elfenbeinküste oder Ghanas reisen – diese beiden westafrikanischen Staaten sind das einzige Vorkommen dieser Primatenart. Das kleine Vorkommensgebiet ist ohnehin schon keine gute Voraussetzung für das Überleben einer Art. Wenn dann noch weitere Bedrohungssituationen hinzukommen, wird es schwierig. Die Roloway-Meerkatze ist ein Baumbewohner, der dichte Wälder benötigt und für Veränderungen nur schwer anpassungsfähig ist. Je offener das Land ist, desto leichter wird diese Meerkatzenart Opfer von Bushmeat-Jägern und fällt auch umso leichter seinen Feinden wie Leoparden und Schimpansen zum Opfer. Dies ist aber gar nicht das größte Problem, sondern vielmehr die Abholzung der Wälder. Die Industrialisierung inklusive dem Bau der Infrastruktur, die für die Tiere unüberwindbare Schneisen in den Wald schlägt, sowie die Wandlung der Wälder in Farmland, sorgte dafür, dass die Anzahl an Roloway-Meerkatzen auf ca. 2.000 eingebrochen ist.

 

In der Natur leben Roloway-Meerkatzen in einer Haremsgruppe mit einem dominanten Männchen, mehrere Weibchen und deren Nachwuchs. Insgesamt sind es um die 15 Tiere, die eine Gruppe ausmachen. Ausgewachsene Männchen werden bis 60 cm groß plus 85 cm Schwanz, Weibchen bis 45 cm zzgl. 70 cm Schwanz.

 

Zoobesucher mögen beim Anblick des Tiers an die etwas bekanntere Dianameerkatze denken. Lange wurde die Roloway-Meerkatze auch als Unterart der Dianameerkatze angesehen, aber mittlerweile gilt sie als eigenständige Art. Optisch ist der längere Kinnbart der Roloway-Meerkatze das markanteste Unterscheidungsmerkmal.

 

 

ARTENPROFIL

Art: Roloway-Meerkatze
Unterart:
Wissenschaftl. Name Cercopithecus roloway
Vorkommen: Elfenbeinküste, Ghana
IUCN Status: vom Aussterben bedroht
Nachwuchs: 1 Jungtier nach 5 Monaten Tragzeit
Ernährung: Allesfresser – Früchte, Pflanzen, Blätter, Insekten
Feinde: Leoparden, Schimpansen, Menschen (Bushmeat-Jäger)
Lebenserwartung: ca 20-25 Jahre