Im Bild befindet sich das wahrscheinlich berühmteste
Wasserloch Namibias, Okaukuejo. Im Süden des Etosha Nationalparks befindet sich
ein umzäuntes und damit vor Tieren geschütztes Camp, in dem man übernachten
kann, und das auch sonst für Etosha-Touristen eine Gelegenheit ist sich die
Füße zu vertreten und einzukaufen oder Mittagessen zu sich zu nehmen. Gegründet
wurde Okaukuejo einst von den deutschen Kolonialherren als Militär- und
Polizeistation, aus der Zeit steht auch noch ein Turm als Wahrzeichen der
Station. Heute dient der Ort auch als Verwaltungssitz für den Etosha
Nationalpark sowie das Etosha Ecological Institute. Seit 1950 fungiert
Okaukuejo als Camp innerhalb des Parks für Touristen.
Im trockenen Wüstenklima Namibias stellen die Wasserlöcher
die sichersten Tiersichtungspunkte dar. In Okaukuejo kann man nahezu rund um
die Uhr die Raststationen der unterschiedlichsten Tierarten beobachten. Von
Elefanten über Huftieren und Vögeln bis hin zu Löwen macht hier alles einen
Wasserstop und bietet dadurch schon ein abwechslungsreiches Kino, weil man nie
weiß, wer als Nächstes auftaucht.
Wer auf diesem Wimmelbild sucht, wird folgende Tierarten
entdecken: im Vordergrund trinken Springböcke, von denen auch Einzeltiere und
eine Kleingruppe sich weiter hinten schon vom Wasserloch entfernen. Im Wasser
stillen Burchell-Steppenzebras ihren Durst und baden dabei. Weitere
Steppenzebras sind im Hintergrund sowohl im Anmarsch wie auch schon im Abgang.
Mittig rechts am Wasserloch befindet sich ein Paar Großer Kudus – das Weibchen
steht bereits im Wasser, das noch relativ junge Männchen trinkt. Oben links
liegen drei südliche Streifengnus auf dem Boden und warten wohl auf freie Bahn.
Ganz rechts am Bildrand spaziert noch ein Spießbock in Richtung Wasserloch.
Wenn man die zwei Vögel im Vordergrund vernachlässigt, deren Art man nicht
identifizieren kann, kommt man also auf fünf verschiedene Tierarten, die sich
auf diesem Bild zeigen.
Das dritte und letzte Bild eines im Wasser lebenden
Raubtiers findet sich im Juli-Blatt des Raubtierkalenders. Zu sehen ist eine
Gruppe von acht sich sonnenden Kalifornischen Seelöwen in der hervorragenden
Anlage der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen.
Der Begriff „Kalifornischer“ Seelöwe verleitet so manchen
Zoobesucher zu der Annahme, dass die Tiere warmes Wasser haben müssen. Das ist
weit gefehlt. Eine große Kolonie dieser Meeressäuger findet man stets am Pier
39 in San Francisco, in Dutzenden eng aneinander gepfercht – ein Bild ist unten
angefügt. Wer schon mal in San Francisco war und eine Tour raus Richtung Golden
Gate Bridge gemacht hat, weiß wie schnell es dort kalt wird wenn man sich vom
Festland entfernt. Die Maximaltemperatur des Wassers in der San Francisco Bay
und an der gesamten Westküste der USA liegt bei 20 Grad Celsius im Sommer. Wenn
man bedenkt, dass die Kalifornischen Seelöwen bis hoch nach Alaska schwimmen,
kann man erahnen, dass die dicke Fettschicht – Blubber genannt – die Tiere
ausreichend wärmt, so dass man sich auch keinen Kopf um Wassertemperaturen in
Zoos machen muss.
Leicht zu unterscheiden – auch auf diesem Bild – sind die
Bullen von den Weibchen. Die Körperlänge ist gar nicht mal so ausschlaggebend
(2,20 m zu 1,80 m), aber Männchen werden bis 400 kg schwer und damit viermal
mehr als die Kühe. Zur Paarung finden sich die Tiere an der Küste ein. Die
Männchen sind einige Tage vor den Weibchen vor Ort und kämpfen bei Eintreffen
der Kühe um die Vorrangstellung. Die schwächeren Bullen werden abgedrängt, so
dass gesichert ist, dass die stärksten Bullen auch die meisten Weibchen
abbekommen – im Schnitt etwa 16.
Der Kalifornische Seelöwe wurde einst gejagt und stand Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben. Der Bestand hat sich aber erholt, man schätzt ihn auf etwa 160.000 bis 250.000 Tiere ein, weswegen eine geringe Quote in Washington und Oregon zur Jagd freigegeben ist. Natürlich Feinde sind große Haiarten und Orcas. Die Tierart gilt als friedlich und ebenso neugierig wie intelligent, daher eignet sie sich gut für Zoos, aber auch die amerikanische Navy nutzt Seelöwen für militärische Einsätze.