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Das Kalendercover 2021: Südliche Breitmaulnashörner auf der Solio Ranch

Das Titelbild hat eigentlich einen traurigen Hintergrund. Es zeigt Südliche Breitmaulnashörner, eine Unterart, die in Kenia ursprünglich gar nicht vorkommt. Somit handelt es sich eigentlich um Neozoen, die allerdings nicht wie hierzulande Waschbär, Mink oder Nutria versehentlich ins Land gelangten, sondern bewusst importiert wurden. Dieses Bild wurde aufgenommen auf der Solio Ranch – dem Ort, der 1980 Südliche Breitmaulnashörner nach Kenia holte.

 

Warum machte man dies? Kenia ist eigentlich Heimat vom Ostafrikanischen Spitzmaulnashorn und dem Nördlichen Breitmaulnashorn. Spitzmaul- und Breitmaulnashorn haben kein überschneidendes Territorium – die Variante mit dem breiten Maul nutzt den Mund gewissermaßen als Staubsauger über dem Boden und ernährt sich von Gras, während die Art mit dem spitzen Mund selbigen zum Abknipsen von Buschwerk nutzt. Die Solio Ranch war seit 1966 im Privatbesitz eines Mannes, der seiner Frau zuliebe einen Teil des Geländes – schlappe 55 km² – für Wildtiere absperrte. Nashörner waren auf dem Gelände nicht heimisch, hätten von den Gegebenheiten aber dort leben können. Dies erkannte der kenianische Staat 1970 trotz eines Bestands von noch 20.000 Ostafrikanischen Spitzmaulnashörnern, dass er die Tierart nicht selber vor Wilderern schützen kann und bat die Solio Ranch um das Einstellen einiger Tiere. In den folgenden zehn Jahren kamen insgesamt 27 Spitzmaulnashörner auf das Gelände – im gleichen Zeitraum verringerte sich der Bestand der Tiere in Kenia wie befürchtet um über 90% auf nur noch 1.500 Exemplare. Auf Solio erkannte man, dass das Gelände aber auch sehr gut für Breitmaulnashörner geeignet war. Das Problem: die Nördlichen Breitmaulnashörner waren schon so wenige, dass der Bestand im Grunde verloren war – 2008 starb das letzte Tier in freier Wildbahn, aktuell leben noch genau zwei Weibchen dieser Tierart, der letzte Bulle verstarb 2018. Also beschaffte man sich 1980 auf Solio vorausschauend die andere Unterart: 16 Südliche Breitmaulnashörner aus Südafrika.

 

Die Nashorngeschichte auf Solio ist ein überragender Erfolg. Alle Südlichen Breitmaulnashörner in Kenia stammen von den 16 importierten Tieren ab, so auch Mutter und Nachwuchs auf dem Titelbild. Ostafrikanische Spitzmaulnashörner sind hier allerdings ebenso weiterhin gut vertreten. Der Nashorn-Nachwuchs wurde nicht nur innerhalb von Kenia in Nationalparks und andere Schutzgebiete verteilt, sondern wurde auch an andere Staaten wie Malawi oder Uganda abgegeben. Wie fragil das Gebilde trotzdem ist, zeigt, dass auch auf Solio Anfang des Jahrtausends binnen fünf Jahren 30 Nashörner gewildert wurden – dies war allerdings der Beginn für weitere Schutzmaßnahmen und ein intensives Monitoring, was man bis dahin noch gar nicht betrieb.

 

Weitere Impressionen von der Solio Ranch:

 

 

Masai Mara

Die Masai Mara ist der berühmteste Nationalpark Kenias. Dank der Bemühungen von Bernhard und Michael Grzimek in den 60er Jahren wurde ein übernationaler Nationalpark erreicht, der die Wanderrouten von Gnus und Zebras berücksichtigt und nicht auf nationale Grenzen limitiert ist. Mit 1500 Quadratkilometern ist die Masai Mara als kenianischer Teil der Serengeti dabei erheblich kleiner als der tansanische Anschluss, der Serengeti Nationalpark, der knapp 15.000 Quadratkilometer umfasst.

 

Die Masai Mara besteht überwiegend aus weit einsehbarer Savanne. Keine Gegend in Kenia ist arten- und tierreicher. Das große Naturschauspiel findet statt wenn die gigantischen Herden von über einer Million Gnus, 500.000 Thomsongazellen, 200.000 Böhm-Steppenzebras, 100.000 Seregenti-Topis und 20.000 Elenantilopen sich im Juli/August von der Serengeti in die Masai Mara begeben. Dieses Schauspiel wurde eben von den Grzimeks aus der Luft entdeckt und durch sie verhindert, dass ein Zaun zwischen den Nationen diese Wanderroute verhindert. Im November geht der beschwerliche Weg wieder nach Tansania in die Serengeti. Der Übergang durch den Mara River, wo die Krokodile auf die Herden warten, ist sicherlich allen durch die Tierdokumentationen bekannt.

 

 

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch, dass die Besiedlung des Gebiets voranschreitet und einige Tierarten deutlich im Bestand verringert wurden durch Jagd wie auch durch Ansiedlung von Nutzvieh. Vor allem die Anzahl an Giraffen, Impalas, Kuhantilopen und Warzenschweinen ist erheblich gesunken.

 

Aberdares Nationalpark

Benannt nach dem Entdecker der Region, dem schottischen Lord Aberdare, handelt es sich beim Aberdare Nationalpark um ein 766 km² großes Reservat. Die Aberdare Mountains gehen bis auf eine Höhe von 3.999 Metern hoch und bestehen aus drei Vegetationsschichten – im unteren Teil Buschland, im mittleren Teil Bambuswald, im oberen Teil Moorland.

 

 

Der Besuch des Parks ist anspruchsvoll. Es gibt nur wenige Fahrspuren, die Strecken sind teilweise steil auf Naturgrund, und ohne Guide darf man gar nicht erst in den Nationalpark. Wer eine Safari wie in der Savanne erwartet, wo man große Tiere schon aus der Ferne ohne Probleme sieht, wird hier sicherlich nicht glücklich. Wer aber wachen Auges überraschende Einblicke bekommen möchte, ist hier perfekt aufgehoben. Selbst Elefanten können ein paar Meter neben einem im Buschland entschwinden oder plötzlich auftauchen. Auch seltenere und scheue Arten kann man zu Gesicht bekommen, weil die einen natürlich auch nicht aus der Ferne bereits sehen und verschwinden – allerdings können diese Ansichten auch mal nur wenige Sekunden dauern.

 

 

In den Aberdares Mountains kommen die extrem seltenen Östlichen Bongos, auch Bergbongos genannt, vor. Diese Tierart gibt es ausschließlich noch in Kenia, wahrscheinlich deutlich unter 200 Exemplaren in der freien Natur, die dazu noch räumlich getrennt sind in verschiedenen Parks. Zu ihrem Schutz wurden die Löwen aus dem Park gebracht, um die wenigen verbliebenen Tiere nicht noch zu gefährden – Leoparden gibt es aber weiterhin. Die Kerntierart der Aberdares sind aber die Elefanten, von denen etwa 2.000 dort leben. Es ist faszinierend zu sehen, auf welch steilem Terrain sich die Tiere bewegen und wie grün alles ist, obwohl jeder einzelne ganze Büsche ausreißt und vertilgt.