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Titelbild 2024: Bolivianischer Totenkopfaffe

 

Das Titelbild in diesem Jahr musste einige Diskussionen aushalten. Eigentlich will man im Artenschutzkalender vornehmlich bedrohte Arten zeigen, erst Recht auf dem Cover. Dazu zählt der Totenkopfaffe nicht, sein Bestand ist gesichert. Allerdings sind die Tiere so fotogen, dass sie eben doch ein perfektes Titelbild abgeben. Mit zugegebenermaßen etwas Bauchschmerzen hat sich die populäre Affenart durchgesetzt, auch weil innerhalb des Kalenders später noch genügend gefährdete Arten thematisiert werden.

 

Wenn man über Totenkopfaffen spricht, kommt man gar nicht umher einen der populärsten Kinderfilme überhaupt als Referenz zu nehmen. Wer kennt ihn nicht, Herrn Nilsson aus den Filmen über Pippi Langstrumpf!? Wer sich allerdings mal ein Bild vom Affen aus dem Film aufruft und ihn mit dem Titelbild vergleicht, wird einen deutlichen Unterschied wahrnehmen: unser Totenkopfaffe hat einen schwarzen (Weibchen) oder grauen Kopf (Männchen), während der im Astrid Lindgren Film eine viel hellere Frisur besitzt. Beides sind Totenkopfaffen, aber es handelt sich um zwei verschiedene Unterarten. Im Film kam ein Gewöhnlicher Totenkopfaffe zum Einsatz, auf dem Cover ist ein weiblicher Bolivianischer Totenkopfaffe abgebildet.

 

Mit ihren etwa 30-35 Zentimetern Körpergröße zzgl. Schwanz, der etwas länger als der Körper ist, wiegen sie gerade mal um ein Kilogramm. Wenig überraschend ist die Unterart vornehmlich in Bolivien beheimatet, kommt aber auch im Südwesten Brasiliens und im Osten Perus vor. Die Ernährung der kleinen Primaten ist sehr vielfältig. Insekten und Früchte sind Hauptnahrung, aber auch pflanzliche Nahrung, kleine Wirbeltiere und Eier werden nicht verschmäht. Mit der Nahrungssuche verbringen Totenkopfaffen deutlich über die Hälfte des Tages.

 

Bei Totenkopfaffen handelt es sich um Tiere, die in großen Gruppen leben, von meist zwischen 50 und 75 Tieren. Es herrschen sowohl unter Männchen wie auch unter Weibchen Hierarchien, wobei die weiblichen Tiere dominant gegenüber den eher am Rand der Gruppe lebenden Männchen sind. In der Fortpflanzungszeit werden die Männchen untereinander aggressiver und nehmen stark an Körpergewicht zu. Die stärksten Männchen haben die besten Chancen als Partner für die Paarung. Nach fünf bis sechs Monaten Tragzeit kommen meist ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Geburten innerhalb einer Gruppe erfolgen in kurzen Zeitabständen und die Weibchen kümmern sich gemeinsam um die Aufzucht. Nach zwei bis drei Jahren ist der Nachwuchs geschlechtsreif. Die Weibchen verbleiben in der Geburtsgruppe, während die Männchen sich selbständig machen und zunächst in Junggesellengruppen leben, ehe sie sich einem fremden Familienverband anschließen.

 

Bolivianische Totenkopfaffen sind nicht gefährdet. Die größte Gefahr für Totenkopfaffen allgemein ist zum Teil die Jagd nach ihrem Fleisch, die Zerstörung des Lebensraums, aber auch nach wie vor der Heimtierhandel. Ein trauriges Beispiel dafür ist ausgerechnet der Filmaffe in den Pippi Langstrumpf Filmen, der als Einzeltier in einer schwedischen Familie lebte. So harmonisch wie es auf der Leinwand aussah, verliefen die Dreharbeiten keineswegs. „Herr Nilsson“ hatte kein Interesse an Film und wurde an die Schauspieler gebunden, um nicht abzuhauen. Den Unwillen des Tiers bezahlten die Schauspieler mit zahlreichen Bissen und Kratzern, teilweise wurde ein ausgestopfter Totenkopfaffe auf die Schultern gesetzt.

 

Die beliebten Totenkopfaffen heißen auf Englisch „squirrel monkey“, rückübersetzt also Eichhörnchen-Affen, was gut zu ihrer Bewegungsfreudigkeit und Akrobatik passt. Im Verhältnis zur Körpergröße verfügen Totenkopfaffen über die größte Gehirnmasse aller Primaten.

 

Das Titelfoto wurde im niederländischen Apeldoorn im Affenzoo Apenheul aufgenommen. Dort lebt eine große Gruppe der bolivianischen Totenkopfaffen in einem begehbaren Waldstück.

 

ARTENPROFIL
Art: Bolivianischer Totenkopfaffe
Unterart: n. bek. (es existieren zwei Unterarten)
Wissenschaftl. Name: Saimiri boliviensis
Vorkommen: Bolivien, Südwest-Brasilien, Ost-Peru
IUCN Status: nicht gefährdet
Nachwuchs: meist 1 Jungtier nach 5-6 Monaten Tragzeit
Ernährung: Allesfresser, vornehmlich Früchte und Insekten, aber auch Blätter, Pflanzen, Fleisch und Eier
Feinde:

 

Lebenserwartung:

 

Greifvögel, Schlangen

 

15 Jahre in der Wildnis, 20 Jahre im Zoo

September-Bild: Hilgerts Grünmeerkatze

Dieser Artikel wurde anlässlich des ersten Kenia-Kalenders bereits veröffentlicht und wird nur ergänzt um das Artenprofil:

 

Hilgerts Grünmeerkatzen sind eine vornehmlich im südlichen Kenia vorkommende Unterart der Südlichen Grünmeerkatze, einer häufig vorkommenden Meerkatzenart, die von Äthiopien bis Südafrika im östlichen Bereich Afrikas anzufinden ist. Sie fühlen sich eher in halboffenen Gebieten wohl, nicht so sehr in dichten Wäldern oder der weiten Ebene. Die Grünmeerkatzen kommen gut mit dem Menschen klar, als Allesfresser sind sie Kulturfolger, die sich in Siedlungen gut ernähren können, wenngleich Früchte ihre bevorzugte Nahrung sind.

 

Südliche Grünmeerkatzen leben in Gruppen von bis zu 50 Tieren, die meisten Verbände sind aber deutlich kleiner. Eine Gruppe besteht aus einigen Männchen, vielen Weibchen und deren Nachwuchs. Bei Erreichen der Geschlechtsreife wandern die jungen Männchen ab, während die Weibchen in der Gruppe verbleiben. Sowohl unter den Männchen wie auch unter den Weibchen besteht eine Hierarchie, die unter anderem über den Zugang zum Futter entscheidet.

 

Wo Tiere nah am Menschen leben, gibt es natürlich auch Konflikte. Naturgemäß möchten Menschen nicht, dass die Affen ihnen das Essen oder die Ernte stehlen, aber auch Straßenverkehr, elektrische Leitungen, Hunde oder auch das bewusste Einfangen für Fleischgewinnung oder medizinische Zwecke sind ein Problem. In der Natur sind Leoparden, Adler, Pythons und Paviane ihre Feinde, für die sie unterschiedliche Warnrufe haben. Bis zu 30 verschiedene Warnrufe bei Grünmeerkatzen konnte man inzwischen ausmachen.

 

 

 

ARTENPROFIL
Art: Südliche Grünmeerkatze
Unterart: Hilgerts Grünmeerkatze
Wissenschaftl. Name: Chlorocebus pygerythrus hilgerti
Vorkommen: Kenia, Tansania, Uganda, Äthiopien, Somalia
IUCN Status: nicht gefährdet
Nachwuchs: 1 Jungtier nach 5,5 Monaten Tragzeit
Ernährung: Allesfresser, bevorzugt Früchte
Feinde:

Lebenserwartung:

 

Leoparden, Hyänen, Schakale, Greifvögel, Paviane, Schlangen

25-30 Jahre