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Im Gespräch mit dem Euronerz-Vorsitzenden Wolfgang Festl

Wolfgang Festl ist Vorsitzender des Vereins Euronerz. Hauptberuflich ist er als Revierleiter im Zoo Osnabrück angestellt, privat steht auf seinem Grundstück die Verpaarungsstation, die dafür sorgt, dass Nerze nachgezüchtet und wieder angesiedelt werden können. Über die aktuellen Geschehnisse sprach Charity Kalender mit ihm:

 

Charity Kalender: Wie verlief die Zucht in diesem Jahr?

Wolfgang Festl: Durchschnittlich. Etwa 40 Jungtiere konnten aufgezogen werden. Wenn es gut läuft, schaffen wir 60, wenn es schlecht läuft nur 25 Tiere pro Jahr.

 

CK: Wie viele dieser Tiere konnten wiederangesiedelt werden?

Festl: 30 sind in diesem Jahr am Steinhuder Meer angesiedelt worden, die anderen kommen ins Zuchtprogramm.

 

CK: Wie hoch ist die Aufzuchtrate?

Festl: Etwa 40-60% der Fähen bekommen Nachwuchs. Wir wissen noch gar nicht so viel über das Paarungsverhalten, viele Exoten sind besser erforscht als manche einheimische Tierart. Es fehlen wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich mit diesen Themen beschäftigen. In der Wildnis sind Nerze absolute Einzelgänger, möglicherweise hemmt auch die Nähe zu anderen Tieren die Aufzuchtrate.

 

CK: Wie lange können die Tiere leben?

Im Schnitt werden die Tiere 5-6 Jahre alt. Eine Fähe bekommt normalerweise 3-4x Nachwuchs in ihrem Leben mit bis zu fünf Jungtieren. Unser Rekord im Zuchtzentrum liegt bei einer 10-jährigen, die noch einfachen Nachwuchs bekommen hat.

 

CK: Das Steinhuder Meer ist das Kernstück des Auswilderungsprojekts. Würde die Population sich dort bereits von allein tragen ohne Nachwuchs dort anzusiedeln?

Festl: Wahrscheinlich nicht. Es ist dort eine gute Lage und wir wissen, dass es in der Natur auch schon Nachwuchs gegeben hat, aber wir kennen die Bestandzahlen nicht. Das Gebiet steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden, wir haben nur Material aus Fotofallen. Von daher wissen wir, dass es dort Nerze gibt und es auch schon Jungtiere gegeben hat, aber konkrete Zahlen kann man nicht nennen.

 

CK: Anfang des Jahres haben wir über ein neues Zuchtzentrum gesprochen. Steht das mittlerweile?

Festl: Aus verschiedenen Gründen ist der Aufbau der Station in Verzug geraten. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Arbeiten noch dieses Jahr abgeschlossen werden können.

Unterstützung für den Charity Kalender

Auf der Website des Zoo Osnabrück befindet sich aktuell ein Beitrag über den Charity-Kalender. Anlass ist die Unterstützung des Projekts Euronerz, das federführend von Wolfgang Festl betrieben wird, der hauptberuflich als Revierleiter im Zoo angestellt ist. Mehr über dieses Projekt folgt an dieser Stelle in Kürze. Ein Dankeschön geht auch an die Zoofreunde Duisburg, die den Charity Kalender in ihrem Newsletter vorgestellt haben.

 

Den Bericht auf der Website des Zoo Osnabrück kann man hier nachlesen:

https://www.zoo-osnabrueck.de/aktuelles/news/artikel/news-title/neuer-charity-kalender-217/

 

Namibia-Kalender November: Südafrikanische Spießböcke

Eine Herde Südafrikanischer Spießböcke mitten in der Nachwuchszeit kann man auf diesem Bild betrachten, das auf dem Gelände der Kuzikus Farm in Namibia entstanden ist. Die Art kommt vornehmlich in trockenen Gebieten vor, kann aber auch in der Savanne gefunden werden. Sie gelten als besonders zähe Tiere, denen heißen Tage in Wüstengebieten nicht viel ausmachen.

Die auffälligen Tiere mit den langen Hörnern und der schwarz-weißen Gesichtsmaske werden auch Gemsbock genannt, auf Englisch heißen sie aus dem Afrikaans stammend Gemsbok. In beiden Sprachen stammt der Name von der Gämse ab. Der Begriff Oryx wird auch verwendet, ist aber verwirrend, weil Oryxantilopen allgemein eine Gattung an Pferdeantilopen bezeichnet, deren größte Unterart eben die Südafrikanischen Spießböcke sind.

Die Schulterhöhe der Tiere beträgt etwas 1,20 m, während die Hörner – von beiden Geschlechtern getragen – im Schnitt etwa 85 cm lang sind, aber auch bis 1,50 m hoch werden können. Untereinander werden die scharfen Hörner kaum eingesetzt. Männchen besetzen als Einzelgänger ein Territorium, während Weibchen in Herden umherziehen und in den Territorien vom jeweiligen Bock verteidigt werden. Die Rivalenkämpfe finden dabei größtenteils mit Ritualen und Gesten statt. Das Horn ist allerdings oft das Verhängnis für die Tiere, sie stellen eine begehrte Jagdtrophäe dar. Dennoch gibt es noch genug Südafrikanische Spießböcke, die Art gilt als nicht gefährdet.

Kurioserweise leben auch etwa 3.000 Südafrikanische Spießböcke in New Mexico. Von 1969 bis 1977 haben wurden 93 Tiere dort ausgewildert, die sich angesichts fehlender natürlicher Rivalen extrem vermehrt haben.