Mai-Kalenderbild: Balistar
Im Mai bleiben wir in Indonesien und wandern zwei Inseln weiter von Sumatra nach Bali, wechseln aber vom mächtigen Tiger zum 25 cm kleinen Vogel. Ein schöner weiß gefiederter Star mit blauer Gesichtshaut und schwarzer Flügel und Schwanzspitze ist vom Aussterben bedroht? Wie konnte das passieren?
Beim Balistar muss man sagen, dass er 1910 entdeckt wurde und schon damals nur in einem kleinen Küstenstreifen im Norden der Insel vorkam. Man nimmt an, dass die Art nie eine vierstellige Anzahl in der Wildnis seitdem aufwies. Gegen 1970 waren es noch 200 Tiere, um die Jahrtausendwende unter 50 Exemplare. Die Abholzung der Wälder und der Fang der Vögel für den illegalen Heimtierhandel haben dafür gesorgt, dass die Art im eigentlichen Vorkommensgebiet fast ausgestorben ist.
Im Lauf der letzten 20 Jahre haben verschiedentlich Auswilderung auf anderen Inseln stattgefunden. Zum Großteil über Nachzuchtprogramme in Indonesien, aber auch mit Tieren aus dem Europäischen Zooverband. Die meisten Versuche fanden auf Nusa Pegida statt, wo der Bestand sich zunächst auf über 100 Tiere vermehrte. Auch dort zählte man einige Jahre später nur noch 15 Vögel, der Rest fiel dem illegalen Wildtierhandel zum Opfer.
Die positive Nachricht ist, dass die Balistare in menschlicher Obhut gut züchten, etwa 800 Tiere leben in den zoologischen Gärten. Potential für Auswilderungen ist vorhanden, aber trotz entsprechender Gesetzt ist es bislang nicht gelungen, diese Vogelart in ihrer Heimat so zu schützen, dass sie sich dauerhaft wieder etablieren konnte. Solange dies nicht gewährleistet ist, scheint es derzeit ein Kampf gegen Windmühlen zu sein.
ARTENPROFIL
| Art: | Balistar |
| Unterart: | |
| Wissenschaftl. Name | Leucopsar rothschildi |
| Vorkommen: | Indonesien (eigentlich Bali, eingeführt auf anderen Inseln) |
| IUCN Status: | vom Aussterben bedroht |
| Nachwuchs: | 2-3 Eier, eine Brut jährlich |
| Ernährung: | Früchte, Saaten, Würmer, Insekten |
| Feinde: | Menschen; im Tierreich Marder, Füchse, Ratten |
| Lebenserwartung: | 20 Jahre in menschlicher Obhut, kaum in Wildnis |
