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März-Bild: Sambesi-Großkudu

März-Bild: Sambesi-Großkudu

Bei den Großkudus kann man gut die Probleme der konkreten wissenschaftlichen Einordnung erkennen. Noch vor 20 Jahren hätte man gesagt, dass es eine Art Großkudu gibt, die sich aus vier Unterarten zusammensetzt. Dies gilt heute nicht mehr, es sind die früheren Unterarten in den Rang von Arten hochgestuft worden. Umstritten ist dabei, ob es sich um den Kap-Großkudu und den Sambesi-Großkudu um zwei unterschiedliche Arten handelt oder ob es nicht doch dieselbe Art ist. Auf diese Unterscheidung bin ich beim Kalender hereingefallen, auf dem Kalenderbild wird die Art als Kap-Großkudu bezeichnet – wenn es zwei unterschiedliche Arten sein sollten, handelt es sich bei den Tieren in Namibia um Sambesi-Großkudus. In Zoos wird man übrigens auch heute noch die pauschale Einteilung als Großkudu oder Großer Kudu finden – vermutlich auch deswegen, weil in der Vergangenheit nicht unterschieden und entsprechend auch durcheinander gezüchtet wurde.

 

Beide Geschlechter – auf dem Kalenderbild sind die Geschlechtsunterschiede deutlich zu erkennen – können eine Länge von fast 2,50 m erreichen. Während die mit auffälligen spiralförmigen Hörnern ausgestatteten Böcke ein Gewicht von über 300 kg auf die Waage bringen, sind die hornlosen Weibchen mit einem Gewicht von um die 200 kg viel leichter. Junge Böcke bekommen zunächst seitlich wachsende Hörner, bei denen es etwa zwei Jahre dauert bis die erste Windung ausgeprägt ist.

 

Die Weibchen bringen nach neunmonatiger Tragzeit ein Jungtier zur Welt. Dies geschieht normalerweise zwischen Januar und April. Mütter separieren sich vor der Geburt von der Herde und legen ihren Nachwuchs im Gebüsch ab, ehe es nach etwa zwei Wochen erstmals zur Herde kommt. Nach etwa zwei Jahren werden die Böcke geschlechtsreif, die Weibchen nach ungefähr anderthalb Jahren. Die Tiere leben in kleinen gleichgeschlechtlichen Gruppen, Böcke teilweise auch solitär.

 

Mit ihren großen Ohren können Großkudus sehr gut hören, und fliehen nach Möglichkeit rechtzeitig. Sie können hervorragend springen – bis zu 2,5 Meter hoch –  haben bei der Flucht aber die schlechte Angewohnheit, dass sie sich nach einer Weile umdrehen und sich eine Übersicht verschaffen wollen, was in ihrem Rücken passiert ist – dies kann tödlich sein. Als Lebensraum bevorzugen sie buschiges Land, aber weder reine Wälder noch offene Savannen. Mit ihrem beigefarbenen Fell und den 8-11 vertikalen weißen Streifen auf den Flanken sind sie dort gut getarnt.

 

 

ARTENPROFIL SAMBESI-GROSSKUDU
Art: Sambesi-Grosskudu
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Tragelaphus strepsiceros zambeziensis
Vorkommen: Tansania, Kongo, Malawi, Mosambik, Sambia, Angola, Namibia, Botswana, Simbabwe, Swasiland, Südafrika
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1 Jungtier nach 9 Monaten Tragzeit
Ernährung: Blätter und Gräser
Feinde:

Lebenserwartung:

Tüpfelhyänen, Afrik. Wildhunde, Leoparden, Geparden

Weibchen etwa 15 Jahre, Böcke unter 10 Jahren

 

Olaf Goldbecker