Der Drill

Der Drill

Durch die Unterstützung von Rettet den Drill steht er in diesem Jahr steht er wieder im Fokus vom Charity Kalender. Was aber ist der Drill überhaupt für ein Affe? Wir rücken das Tier, seine Situation in den Verbreitungsländern und seine Situation in den zoologischen Gärten in den nächsten Wochen einmal näher in den Fokus.

 

Der Drill kommt in den Ländern Nigeria, Kamerun und auf der zu Äquatorialguinea gehörenden Insel Bioko vor, gehört damit zu den Altweltaffen. Näher einzuordnen ist er in der Gruppe der Pavianartigen und gehört darin neben seinen nächsten Verwandten, den Mandrills, zur Untergruppe eben der Mandrillartigen. Während die Mandrills durch das auffällige Äußere des bunt im Gesicht leuchtenden Männchens noch ziemlich bekannt sind, werden nur wenige Leute von den Drills gehört haben. Die Weibchen der beiden Arten kann man sogar in etwa miteinander vergleichen, aber die Männchen unterscheiden sich von den Mandrills hauptsächlich dadurch, dass sie eine rein schwarze Gesichtsfarbe haben. Das Hinterteil der Männchen ist dafür bunt und scheint in einer Farbvariation von blau bis lila – je leuchtender desto höher im Rang steht das Tier. Bei einer Länge von meist um die 60 cm bringen Männchen über 30 kg auf die Waage, die Weibchen etwas mehr als ein Drittel davon.

 

Eine Drillgruppe mit etwa 25 Individuen besteht aus einem dominanten Männchen, einer Haremsgruppe an Weibchen und deren Nachwuchs. Verschiedene Gruppen können sich aber zusammenschließen, so dass sich eine Truppe von über 100 Individuen ergeben kann. Im Alter von fünf bis sieben Jahren verlassen die  jungen Männchen ihre Geburtsgruppe, die Weibchen bleiben.

 

Lebensraum der Drills ist der Regenwald. Allerdings sind sie keine Baumbewohner, sondern vorwiegend auf dem Boden anzutreffen. Der Wald dient dem Schutz der Tiere und bietet gleichzeitig die beste Nahrungsquelle, wobei Drills Allesfresser sind, die auch vor Fleisch nicht haltmachen. Die Rodung des Regenwald für Tropenholz und Ackerland ist daher die größte Gefahr für die Primatenart, die als stark gefährdet gelistet ist. Gerade auch deswegen spielen die Drills eine wichtige Rolle für das Ökosystem. Durch das Fressen von Früchten verteilen sie die Samen im Wald und helfen somit, dass Bäume und Pflanzen neu wachsen. Vermutlich leben etwa 5.000 Tiere noch in freier Wildbahn, ein rapider Verlust von 50% in den letzten 30 Jahren. Neben dem Lebensraumverlust werden sie auch einfach als Nahrungsmittel gejagt oder als Schädlinge für den Anbau von Bananen, Kokospalmen und Maniok ausgerottet.

 

Olaf Goldbecker