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Titelbild November: Weißhandgibbons

Wer bei einem Zoobesuch schon mal auf sirenenartiges Geheule gestoßen ist, der ist wahrscheinlich schon mal Gibbons begegnet. Die Affen aus der Gruppe der Menschenartigen hört man oft bevor man sie sieht, vor allem wenn die Anlagen bewaldet sind. Mit ihren Rufen markieren die meist in monogamer Paarbeziehung lebenden Primaten ihr Revier und warnen fremde Artgenossen vor einem Eindringen.

 

Bei den hier gezeigten Exemplaren handelt es sich um Weißhandgibbons, auch Lar genannt, aus dem Grünen Zoo Wuppertal. Die weiße Hand lässt sich besonders gut bei dunkel gefärbten Tieren erkennen, denn die Tiere können in der dunklen Variante braunes bis schwarzes Fell oder aber in der hellen Variation weißes bis cremefarbenes Fell aufweisen. Anders als bei etwa dem Weißwangenschopfgibbon, wo die Farbe dem Geschlecht zuzuordnen ist, haben Weißhandgibbons keine geschlechtsspezifische Fellfarbe. Beim Lar kommt es abweichend zur monogamen Lebensweise allerdings auch vor, dass Weibchen das Revier wechseln oder mit mehr als einem Männchen leben – der umgekehrte Fall, dass ein Männchen mehrere Weibchen hat, ist noch nicht beobachtet worden.

 

Mit ihrem kleinen Körper und den langen Armen und Beinen sind Gibbons typische Baumbewohner, die eigentlich kaum mal auf den Boden herunterkommen. Ihr Lebensbereich im Baum ist hoch oben in den Baumkronen. Der Aktionsradius der Tiere ist abhängig vom Futtervorkommen, im Schnitt legen die Weißhandgibbons am Tag nur gut anderthalb Kilometer zurück. Die Nahrung besteht zu gut zwei Dritteln aus Früchten, einem Viertel aus Blättern, der Rest aus Insekten und Vogeleiern.

 

In freier Natur erreichen Gibbons im Idealfall ein Alter von etwa 40 Jahren, in menschlicher Obhut können es zehn Jahre mehr werden. Geschlechtsreif werden die Tiere mit ungefähr elf Jahren. Kommt der Nachwuchs zur Welt, dauert es drei Jahre bis die Weibchen wieder aufnehmen können. Die monogame Lebensweise und die lange Aufzuchtphase sorgen dafür, dass Verluste der Art schwer zu schaffen machen. Die größte Gefahr ist neben dem Lebensraumverlust durch Waldrodung ganz besonders die Jagd auf die Tier als Haustier oder zu Fleischgewinnung. Aus dem Grund gilt die Art als stark gefährdet.