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Monatsarchiv 28.11.

Die Tierwelt Namibias

Was ist zu erwarten im Kalender „Wildlife Namibia“? Die Wildnis Namibias ist gekennzeichnet durch das Wüstenklima des Landes. Fast alles außerhalb des Caprivi-Zipfels im Norden und der Atlantikküste ist trockenes Land ohne reichhaltige Bepflanzung. Am Bekanntesten ist der Etosha Nationalpark, ansonsten spielt sich das Tierleben hauptsächlich im Caprivi-Streifen und auf privaten Wildlife Farmen ab.

Abgesehen vom Seebären, dem am häufigsten vorkommenden Säugetier des Staats, ist die größte Population an Säugetieren bei den Huftieren zu suchen. Mit Abstand am meisten existieren Springböcke (730.000) ungefähr so viele wie Spießböcke und Große Kudus zusammen, die den nächstgrößeren Bestand darstellen. Warzenschweine kommen etwa halb so viel wie Kudus vor, auch von den Kuhantilopen existieren über 100.000 Exemplare.

Spezieller wird es bei der Tierart, die am meisten unter 100.000 Exemplaren vorkommt, den Hartmann-Bergzebras mit 72.000 Tieren. Die Tierart ist dennoch gefährdet, weil dies nahezu der komplette Bestand ist. Alle andere Arten tauchen erheblich seltener in Namibia auf. Die Elenantilope ist etwa halb so häufig. Etwa gleich viel sind dagegen das Burchell-Steppenzebra mit erstaunlich niedrigen 25.000 Exemplaren, weil man diese Art im Etosha Nationalpark häufig sieht, und die Streifengnus. In dieser Größenordnung gibt es auch Elefanten. Angola-Giraffen kommen etwa 15.000 Mal im Land vor, die Gewöhnlichen Impalas ebenso. Die Schwarznasen-Impalas sind dagegen vom Aussterben bedroht und die 3.300 Tiere in Namibia sind fast der komplette Bestand weltweit .

Mehr über die einzelnen Tierarten gibt es jeweils im Zusammenhang mit den einzelnen Kalenderblättern zu Beginn jedes Monats.

Raubtiere – Allgemeine Informationen

Raubtiere zu klassifizieren ist zunächst einmal ganz einfach. Man muss nur an die bekannte Haustierfrage denken und die Personen in Katzen- oder Hundetypen einteilen und schon hat man die beiden grundsätzlichen Kategorien beisammen: Hunde- und Katzenartige, mehr gibt es nicht.

Dass die Familie der Hundeartigen die eigentlichen Hunde beinhaltet, ist wenig überraschend. Dass die Bären dazu gehören, dürften viele auch noch wissen. Darüber hinaus muss man noch die Marder mit einbeziehen, und die größte Überraschung dürften die Robben sein, die die Meisten auf Anhieb wohl nicht zu den Hunden zählen würden. Die Gruppe der Katzenartigen ist vielschichtiger. Neben den eigentlichen Katzen sind sicherlich die Hyänen und Mangusten bekannt, aber Pardelroller, Schleichkatzen, Madagassische Raubtiere und Linsangs sind wohl eher wenigen ein Begriff.

Beim Menschen sind die in der Natur lebenden Raubtiere nicht sehr beliebt. Sie sind Nahrungskonkurrenten und wurden daher schon immer bejagt. Auf Lateinisch heißen die Raubtiere Carnivoren, was Fleischverschlinger bedeutet. Allerdings sind nicht alle Raubtiere reine Fleischfresser, es gibt auch Pflanzen- und Allesfresser unter ihnen wenn man an die Familie der Bären denkt.

Im Verlauf des Jahres 2019 stellen wir die Karnivoren anlässlich des Kalenders „Raubtiere 2019“ näher vor.

Einige Beispiele von Raubtieren seht ihr in der Galerie

Der „Herr der Drills“ in Zoos – Interview mit Zuchtbuchführer Carsten Zehrer

Seit vielen Jahren nehmen Zoos von Ausnahmen abgesehen keine Tiere mehr aus der Natur auf. Dies macht eine Zusammenarbeit unter den Zoos nötig. Die Tiere „gehören“ nicht mehr einzelnen Zoos, sondern werden international verteilt. Bei den Drills kümmert sich Zookurator Carsten Zehrer vom Tierpark Hellabrunn sowohl um das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wie auch um das Internationale Zuchtbuch (ISB). Mit ihm unterhielt sich Charity Kalender anlässlich des Engagements um diese Tierart:

Herr Zehrer, Sie führen das internationale Zuchtbuch und koordinieren das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für den Drill. Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?

Beide Programme waren früher im Erlebnis-Zoo Hannover angesiedelt und wurden dort vom Stellvertretenden Zoologischen Leiter, Dr. Andreas Knieriem, verantwortet. Der Zoo Hannover hat bei der Erhaltungszucht der Drills in menschlicher Obhut schon vor 30 Jahren eine große Rolle gespielt. Mit dem Wechsel von Dr. Knieriem in den Münchner Tierpark Hellabrunn im Jahr 2009 kamen kurze Zeit später auch das Zuchtbuch sowie das EEP nach München, nachdem auch Hellabrunn mit der Pflege von Drills begonnen hatte und ich habe die Aufgaben übernommen. Da ich früher auch im Zoo Hannover beschäftigt war und Drills schon „von klein auf“ kenne, hat mich dies sehr gereizt.

Welchen Umfang in der alltäglichen Arbeit umfasst das Führen des Zuchtbuchs?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt auch sehr davon ab, ob es bei einem Zoo, der Drills pflegt, in der dortigen Gruppe Probleme gibt, so dass z. B. ein Tier dringend in einen anderen Park vermittelt werden muss. Im Schnitt sind es etwa zwei Stunden wöchentlich.

Wie ist die aktuelle Situation bei den Drills in den Zoos, auch in Vergleich mit früheren Jahren?

Der Drillbestand innerhalb des EEP ist in den letzten Jahren langsam aber stetig immer weiter gewachsen auf aktuell knapp 90 Tiere. Auch die Anzahl der Zoos, die Drills pflegen, hat sich erhöht. Das ist beides eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Angenommen, ein Zoo kontaktiert Sie und möchte Drills halten – was muss der Zoo mitbringen / was muss er mitbringen, damit er Drills halten darf und würde er schnell Tiere zugewiesen bekommen oder gibt es eine Wartezeit?

Ein Zoo, der sich bei mir meldet und mit Drills neu beginnen möchte, muss zunächst Pläne und Fotos der Anlage übermitteln, die dann bewertet werden, um ggf. noch notwendige Veränderungen aufzeigen zu können. Eine längere Wartezeit gibt es normalerweise nicht. Da wir im EEP immer wieder das Problem mit jungen Männchen haben, die in ihrer Geburtsgruppe Schwierigkeiten mit ihrem Vater bekommen, beginnen solche neuen Institutionen zunächst häufig mit einer jungen Männergruppe.

Inwieweit kann man als Zuchtbuchführer die Geschicke der Tierart in zoologischer Haltung beeinflussen? Verfolgen Sie bestimmte Ziele oder sind können Sie quasi nur auf die Geschehnisse in den einzelnen Zoos reagieren?

Beides. Als Zuchtbuchführer bzw. Koordinator eines Zuchtprogramms leitet man quasi die Partnervermittlung für die entsprechende Tierart. Grundlage ist dabei immer ein Zuchtbuch, das die Abstammung wie in einer Ahnentafel enthält. Das Ziel ist immer eine gesunde, stabile und möglichst nicht miteinander verwandte Population in menschlicher Obhut aufzubauen bzw. zu erhalten. Dazu werden sogenannte Empfehlungen festgelegt, welche Tiere züchten und auch welche Tiere in andere Zoos reisen sollten.

Gibt es eine Zusammenarbeit der Zoos mit Stationen in Nigeria und Kamerun, wo die Tiere in der Natur vorkommen?

Es gibt über den Verein „Rettet den Drill“ eine sehr enge Zusammenarbeit mit den drei Stationen der Organisation „Pandrillus“ in Nigeria bzw. Kamerun. Viele Zoos, die Drills pflegen, sind Mitglied bei „Rettet den Drill“. Die Unterstützung passiert nicht nur auf finanzieller Basis, sondern auch z. B. mit dem Transport von Dienstkleidung oder Verbandsmaterial bzw. Medikamenten für Drills von Europa nach Westafrika. Das Ziel, was Rettet den Drill und auch die Drill zeigenden Zoos verfolgen, ist, diese Affenart und Ihre Bedrohungsursachen in Europa bekannt zu machen sowie die Erhaltung des Drills in seinem natürlichen Lebensraum.

Info: der Drill wird aktuell in 17 europäischen Zoos gehalten, darunter sechsmal in Deutschland (Hannover, München, Osnabrück, Saarbrücken, Stuttgart und Wuppertal). In Japan und in den USA ist gar nur ein Drill-haltender Zoo vorhanden. Mit unter 100 Tieren in Zoos ist die Rückhaltebasis für die in der Natur stark gefährdete Tierart bislang noch nicht stark ausgeprägt und Zuchterfolge umso wichtiger.

‚Rettet den Drill‘-Vorsitzende Kathrin Paulsen im Interview

Von der ersten Charity-Kalender Aktion „Primaten 2018“ erhielt der Artenschutzverein ‚Rettet den Drill‘ etwa 530 Euro. Vorsitzende des Vereins ist Kathrin Paulsen, von Beruf Tierpflegerin. Mit ihr sprachen wir anlässlich der neuen Kalenderaktion über den Verein.

 

Charity-Kalender: Zum zweiten Mal unterstützt Charity-Kalender Rettet den Drill – was hat der Verein mit den Einnahmen aus dem ersten Jahr veranstaltet?

Kathrin Paulsen: Die Einnahmen aus der Kalenderaktion sind direkt an die Auffangaststationen für Drills in Nigeria und Kamerun gegangen. Dort werden davon Futter für die Tiere, aber auch die Gehälter für die Tierpfleger vor Ort bezahlt.

 

CK: Was gibt es zur Entwicklung der Drill-Situation in den letzten zwölf Monaten zu sagen?

KP: Mit Hilfe vieler Gelder, Mitgliedsbeiträgen und Spenden – unter anderem auch aus der Kalenderaktion konnte besonders die Drillstation in den Afi Mountains in Nigeria weiter am Leben erhalten werden. Somit wurde Zeit gewonnen sich auch vor Ort um weitere Sponsoren zu bemühen. In Kamerun kann zum Beispiel die Umgestaltung des großen Drillgeheges mit vielen neuen Rückzugmöglichkeiten sowie weiteren Schattenplätzen weiter vorgenommen werden.

 

CK: Als Zootierpfleger haben Sie einen tierreichen und anstrengenden Alltag. Wie viel Zeit nimmt die Arbeit für den Verein darüber hinaus ein?

KP: Viel! Manchmal sogar ganze Tage, besonders wenn ich Vorträge oder Sitzungen vorbereite. Aber der Erfolg unseres Vereins macht das wieder wett!

 

CK: Welche Unterstützung erfährst du von deinem Arbeitgeber, dem Zoo Hannover, für Rettet den Verein?

KP: Auf der einen Seite ist das die finanzielle Unterstützung. Aber insbesondere wird auch durch die neue Anlage „Afi Mountain“ auf dem Lehrpfad auf unsere Arbeit hingewiesen. Dazu erhalte ich regelmäßig Freistellungen wie jetzt gerade für den internationalen Tierpflegerkongress in Buenos Aires, wo ich einen Vortrag über Drills gehalten habe. Auch sonst ist der Zoo sehr daran interessiert, die Arbeit des Vereins durch die Medien bekannt zu machen.

 

CK: Wie breit ist der Verein aufgestellt, wieviel Unterstützung bekommst du von anderer Seite?

KP: Der Verein hat nicht nur einen aktiven Vorstand, sondern zeichnet sich besonders durch die Aktionen unserer Mitglieder aus. Inzwischen sind wir über 160 Mitglieder aus den verschiedensten Berufsgruppen.

 

CK: Wie oft konntest du dir schon ein Bild vor Ort in Namibia und Kamerun machen, was waren deine Eindrücke?

KP: Ich war bereits dreimal im Kamerun und einmal in Nigeria. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Mitarbeiter vor Ort – sei es das Management oder auch die Tierpfleger – und natürlich der Eindruck, so viele Drills zu sehen.

 

Info: Rettet den Drill ist ein aus Privatinitiative von Zootierpflegern gegründeter Verein, der sich um den Erhalt des Drills kümmert. Die in Kamerun und Nigeria heimische Affenart ist stark bedroht. Rettet den Drill sammelt in Deutschland Gelder und unterstützt die Auffangstationen in Afrika, die wiederum Rechenschaft für die Mittelverwendung ablegen müssen.

 

Das Namibia-Kalender Cover: der afrikanische Steppenelefant

Die Elefantenherde auf dem Cover vergnügte sich an einem Wasserloch im namibischen Etosha Nationalpark. In der staubtrockenen Wüstenlandschaft Namibias sind diese Trink- und Badestellen die Topgelegenheiten, um Wildtiere zu beobachten. Wenn man das Glück hat, dass dort eine ganze Elefantenherde Rast macht, kann man ein spektakuläres Schauspiel beobachten.

In Namibia leben nach letzter Einschätzung etwa 22.000 von insgesamt etwa 350.000 afrikanischen Elefanten, die es derzeit noch gibt. Die Gesamtanzahl ist nicht wenig, weswegen die Gefährdungslage 2004 von stark gefährdet auf gefährdet zurückgestuft wurde, allerdings reduzierte sich der Bestand seitdem um satte 30 Prozent. Schaut man sich die Afrika-Karte an, stellt man fest, dass Elefanten sehr versprengt verteilt sind – man kann ihn also in vielen Ländern sehen, aber die einzelnen Populationen sind meist auf Nationalparks begrenzt und genetischer Austausch kann so kaum noch stattfinden.

Um die Fähigkeiten und Lebensweisen von Elefanten ranken sich einige Gerüchte. Von Höchstgeschwindigkeiten von 40 Stundenkilometern und 80 Kilometern Laufstrecke ist gelegentlich die Rede, aber dies hat nichts mit der Normalität zu tun, sondern sind seltene Extremfälle. Üblicherweise laufen die größten Landsäugetiere der Welt etwa 12 Kilometer am Tag, sprich einen halben Kilometer pro Stunde. Ausschlaggebend für die Laufstrecke ist nicht das pure Laufvergnügen, sondern schlicht die Frage wie viel Futter und Wasser vorhanden ist bei etwa jeweils 150 Kilogramm, die ein Elefant am Tag verbraucht. Je trockener das Land, desto mehr muss das Tier folglich zurücklegen. Im üppigen Grün wird man dagegen Elefanten auch stundenlang an einem Ort sehen können.

Feinde in der Natur hat der Elefant nicht, lediglich Jungtiere können von Löwen erlegt werden. Hauptsächlich macht ihm der Mensch zu schaffen durch die Jagd auf das wertvolle Elfenbein oder durch Konflikte mit der Bevölkerung durch die zunehmende Ausdehnung der Population auf das Land.

November-Model: Husarenaffe

Man kann die Größe des kleinen Babys erahnen wenn man den Grashalm, an dem es sich festhält, in Relation setzt. Der kleine Husarenaffe aus dem Tierpark Hamm ist inzwischen zwei Jahre alt und hat zwei kleinere Geschwister. Die Männchen werden im Alter von 4-5 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen mit 2-3 Jahren – spätestens dann wird das Baby den Zoo verlassen müssen.

Häufig wir die afrikanische Primatenart nicht in deutschen Zoos gehalten, aber gefährdet ist sie in freier Natur nicht, auch wenn sie wegen ihres Fleisches gejagt werden. Im traditionellen Volksglauben wird angenommen, dass der Verzehr des Fleisches gegen Lepra hilft.

Die Husarenaffen gehören zu den Meerkatzenartigen und sind hauptsächlich Bodenbewohner, die vornehmlich zum Schlafen auf die Bäume steigen. In reinen Baumgebieten kommen sie nicht vor, denn dies behagt ihnen nicht. Sie sind eine friedliche Affenart, die nicht die besten Kletterer sind und statt zu kämpfen lieber auf ihre Geschwindigkeit setzen. Mit 55 km/h sind sie die schnellste Primatenart.

Wenn der kleine Husarenaffe mal ausgewachsen ist, wird der Kopf rötlich gefärbt sein. Da die Husaren schnell unterwegs waren und einen Rotanteil in der Kopfbedeckung hatten, wurden die Primaten nach ihnen benannt.

Bei den Unterstützern des Primatenkalenders kann man diese Primatenart außer in Hamm nur im Zoo Barcelona ansehen.