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Monatsarchiv 26.10.

September-Bild: Bonobo

Unter den Menschenaffen ist der Bonobo bis heute noch der Unbekannteste. Das hat seinen Grund darin, dass diese Tierart erst 1929 entdeckt wurde – und selbst das nur aus Zufall durch die Untersuchung eines vermeintlichen Schimpansenschädels in einem belgischen Museum. Bis dahin wurde der Bonobo als Schimpanse angesehen und heißt auch Zwergschimpanse, was aber kein passender Name ist, da der Größenunterschied zum eigentlichen Schimpansen marginal ist. Der ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo beheimatete Bonobo ist zierlicher, meist hat er einen Scheitel, und unterscheidet sich vornehmlich im Verhalten.

 

Wissenschaftler, die im Kongo über Jahre Bonobos erforschten und aufgrund des Bürgerkriegs das Land verlassen mussten, kamen anschließend zu Schimpansen und waren entsetzt über das, was sie sahen – diese Brutalität und harten Umgangsformen waren sie nicht mehr gewohnt. Ein anderer Wissenschaftler bezeichnete die Bonobos als Hippies unter den Menschenaffen, weil sie zur Pflege der Beziehungen zueinander und nicht nur zur Fortpflanzung Sex benutzen. Vom Verhalten abgesehen unterscheiden sie sich von den Schimpansen dadurch, dass das Gesicht weicher und weniger kantig ist, dazu ihre Lippen rot.

 

Bonobos leben in großen Gruppen zusammen, die von einem Alpha-Weibchen angeführt werden. Die Weibchen leben in Bindungen und wechselnden Hierarchien zueinander, während die Männchen untereinander kaum Kontakt pflegen. Innerhalb der Gruppen kommt es kaum zu Aggressionen, wenn sind es vornehmlich die Männchen, die miteinander in Konflikt geraten. Bei den Bonobos ist das Verhalten nach der Geschlechtsreife auch umgekehrt zu den meisten anderen Tierarten – die Weibchen verlassen die Gruppe und schließen sich einem neuen Clan an, während die Männchen ihr Leben lang in ihrer Familie verbleiben.

 

Über die Bestandszahlen des Bonobos herrscht keine Einigkeit, wahrscheinlich existieren 15.000-20.000 Tiere in der freien Natur, die IUCN listet die Art als stark gefährdet. Ein Problem ist die geringe geographische Verteilung, die von Flüssen eingeschränkt ist. Dazu ist der Kongo ein sehr armes Land und das Fleisch der Bonobos wird als Nahrungsmittel verwendet. Wilderei ist die größte Bedrohung für die Tiere. Dazu wächst aber die Bevölkerung rasant und es werden immer mehr Flächen für die Nahrungsgewinnung benötigt. Zusätzlich ist ihre Region reich an Erdöl und bietet beste Bedingungen für die Palmölgewinnung, so dass man befürchten muss, dass die Industrie eines Tages den Lebensraum besetzen wird. Zudem sind die Menschenaffen aufgrund ihrer ähnlichen Konstitution anfällig für Krankheiten der Menschen und so stellt Ebola eine Gefahr für die Tiere dar.

 

Eigentliche Meerkatzen

Auf dem afrikanischen Kontinent leben die Meerkatzenverwandten. Diese umfassen auch Pavianartige, Stummel- und Schlankaffen. Die vierte Kategorie beschäftigt sich mit den sogenannten eigentlichen Meerkatzen. Der Ursprung des Namens ist nicht abschließend geklärt. Thesen besagen, dass sie wegen ihrer katzenähnlichen Gestalt und der Überbringung nach Europa über das Meer den Namen Meerkatzen bekommen haben. Andere Quellen sehen im Wort markata, was auf Sanskrit „Affe“ bedeutet, die Namensherkunft. Nicht zu verwechseln sind die Meerkatzen mit den englischen Meerkats, die auf deutsch Erdmännchen sind.

 

Bei den Meerkatzen handelt es sich um 26 verschiedene mittelgroße oftmals attraktiv gefärbte Primatenarten, die südlich der Sahara in ganz Afrika vorkommen, wo es Bäume gibt. Sie können gut klettern und springen, lassen sich aber auch am Boden anfinden. Im Normalfall leben sie in Gruppen von 10-30 Tieren zusammen. Kleingruppen bestehen aus einem bestimmenden Männchen, größere Gruppen sind aus mehreren Männchen zusammengesetzt. In der Wildnis erreichen Meerkatzen ein Alter um die 20 Jahre, im Zoo können es zehn Jahre mehr sein.

Meerkatzen haben in Afrika natürliche Feinde wie Leoparden, Schlangen, Greifvögel und Paviane, die größere Gefahr für den Bestand geht aber vom Menschen aus. Die sich in ihrem Lebensraum stark ausbreitenden Plantagen und Felder bieten den Tieren kulinarische Genüsse, aber naturgemäß finden die Besitzer die tierischen Plünderungen nicht so lustig. Zudem können die Meerkatzen auch für den Menschen Krankheiten übertragen, was für die Tiere wiederum nicht schlecht ist, weil sie so eher nicht als Haustiere geeignet sind.

 

Die hübschen Meerkatzen sind nicht die gängigsten Arten in Zoos. Bei unseren Unterstützern lassen sich die unten stehenden Arten finden, wobei hier die Anlage der Brazza-Meerkatzen in Hannover und der Diana-Meerkatzen in Osnabrück besonders zu empfehlen sind.

 

Brazza-Meerkatze: Hannover (empfehlenswert), Barcelona, Overloon

Diana-Meerkatze: Osnabrück (empfehlenswert)

Grüne Meerkatze: Herford

Kleine Weißnasenmeerkatze: Miami

Monameerkatze: Osnabrück

Nördliche Zwergmeerkatze: Barcelona

Rotschwänzige Blaumaulmeerkatze: Gelsenkirchen

 

Sakiaffen

Wir machen einen Abstecher nach Südamerika. Die dort und in Mittelamerika lebenden Affen sind die sogenannten Neuweltaffen – dem gegenüber stehen die Altweltaffen, die in Asien und Afrika vorkommen. Eine von vier in Amerika vorkommenden Primatenarten sind die sogenannten Sakiaffen.

 

Wer nicht gerade häufiger Zoogänger ist oder wessen Heimatzoo nicht zufällig zu den Haltern von Sakiaffen gehört, wird wahrscheinlich nicht vor Augen haben wie Sakiaffen aussehen. In der Tat finden sich nicht viele der 54 Arten, zu denen neben Sakis auch Springaffen und Uakaris gehören, in Zoos wieder. Die mittelgroßen Baumbewohner leben meist in monogamen Familienverbänden mit Ausnahme der Bartsakis, die sich in Gruppen bewegen.

 

In unseren Unterstützerzoos finden sich aus dieser Gruppe nur die Weißkopfsakis. Deutlich wird das namensgebende Körperteil beim Männchen, dessen Fell schwarz gefärbt ist, während das Gesicht weiß leuchtet. Die Weibchen sind grau und haben lediglich zwei weiße Streifen im Gesicht. In der Natur leben die Tiere in den Wäldern im nordöstlichen Südamerika. Durch ihre langen Hinterbeine sind die Sakis gute Springer. Weißkopsakis können im Zoo 35 Jahre alt werden und gelten in der Natur nicht als gefährdet. Bei unseren Unterstützern kann man die Tiere in Dortmund, Frankfurt, Köln, Münster, Nürnberg und Overloon beobachten.

 

 

 

Madagaskars Primaten

Madagaskar ist der zweitgrößte Inselstaat der Welt, gelegen vor der Südostküste Afrikas. Dabei wurde die Insel erst spät von Menschen besiedelt, vor etwa 1500 Jahren geschah dies. Bei den Primaten spielt sie eine besondere Rolle, weshalb die IUCN die Primaten auch in vier Herkunftszonen unterteilt: Neuwelt (Mittel- und Südamerika), Asien, Afrika und Madagaskar. Geographisch wäre es natürlich richtig, Madagaskar zu Afrika zu zählen, aufgrund ihrer Isolation hat sich hier auf Madagaskar aber eine völlig eigene Primatenart entwickelt, die Lemuren.

 

Bei den Lemuren handelt es sich neben den Loriartigen, zu denen auch die Galagos gehören, und dem Fingertier um die Gruppe der Feuchtnasenprimaten. Der Name stammt von der freiliegenden feuchten Nase, die einen besseren Geruchssinn ermöglicht. Zwei Familien der Feuchtnasenprimaten leben in Südostasien, alle anderen fünf auf Madagaskar. Allen voran gehen die Kattas. Dank Disney kennen alle Kinder die Tierart und erkennen im Zoo die Kattas als „King Julien“. Doch während man Kattas relativ häufig in Zoos antrifft und eine sehr stabile Population dort hat, herrscht gerade dies nicht auf Madagaskar. Beinahe 90% der – im wahrsten Sinne des Wortes – Inselaffen sind als gefährdet gelistet, inklusive dem Katta.

 

 

Grund für die Probleme der Tiere ist das rasante Bevölkerungswachstum. Heute leben knapp 24 Millionen Menschen auf Madagaskar, Tendenz stark steigend. Jede Frau bringt im Schnitt über vier Kinder zur Welt. Die Menschen müssen ernährt werden, dafür braucht man Landwirtschaft, dafür wiederum wird der Lebensraum der Tiere zerstört. Einst bestand die Insel zu 90% aus Wald, davon sind nur noch etwa 10 Prozent übriggeblieben.

 

Man wird den Lemuren allerdings nicht gerecht wenn man sie auf die Kattas reduziert. Die Spannweite reicht vom kleinsten Primaten der Welt, dem 30 Gramm schweren Berthe-Mausmaki, bis hin zum Indri, der 10 Kilogramm auf die Waage bringt. Sehr bekannt sind die Sifakas, die nur auf den Hinterbeinen laufen und damit wie Tänzer wirken, während die Indris wiederum für ihr Geheul berüchtigt sind. Die eigentlichen Lemuren sind tagaktiv, während die Gruppe der Katzenmakis nachtaktive Tiere sind. Äußerst speziell sind die Fingertiere, auch Aye-Aye genannt, die äußerlich überhaupt nicht an Primaten erinnern und aufgrund ihres etwas unheimlichen Aussehens von den Einheimischen für Unglücksbringer gehalten und getötet wurden.

 

Madagaskars Primaten bei unseren Unterstützern

 

Kattas trifft man häufig in Zoos an, auch Rote Varis sind öfter zu sehen. In den Niederlanden findet man sehr schöne Haltungen, zum Beispiel in Overloon. In Deutschland empfehlenswert ist die neue Haltung in Rheine. Auch der kleine Herforder Tierpark verfügt über eine schöne Außenanlage für Kattas. Wer sich für die selten gezeigten anderen Feuchtnasenprimaten interessiert, wird im Zoo Frankfurt fündig, wo es im Bernhard Grzimek Haus eine sehenswerte Nachttierabteilung gibt.

 

 

Katta – Braunschweig, Frankfurt, Hamm, Hannover, Herford, Rheine, Arnheim, Barcelona, Miami, Overloon, Busch Gardens Tampa

Roter Vari – Gelsenkirchen, Köln, Neuwied, Rheine, Wuppertal

Mohrenmaki – Rheine, Arnheim, Miami

Kronenmaki – Rheine, Overloon

Schwarzweißer Vari – Rheine, Overloon

Weißkopfmaki – Hamm, Neuwied

Rotbauchmaki – Rheine

Türkisaugenmaki – Köln

Alaotra Halbmaki – Overloon

Großer Bambuslemur – Köln

Gürtelvari – Köln

 

 

Fingertier – Frankfurt

Grauer Mausmaki – Frankfurt

Westlicher Fettschwanzmaki – Frankfurt

 

Nördlicher Grauer Schlanklori – Frankfurt (Asien)

Garnett Galago – Köln (Afrika, nicht Madagaskar)

Senegal Galago (Buschbaby) – Frankfurt (Afrika, nicht Madagaskar)

 

Katta – Ring tailed lemur – Lemur catta – Tierpark Herford

Roter Vari – Red lemur – Eulemur rufus – Apenheul Apeldoorn

Mohrenmaki – Black lemur – Eulemur macaco – NaturZoo Rheine

Kronenmaki – Crowned lemur – Eulemur coronatus – ZooParc Overloon