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September-Bild: Böhm-Steppenzebra

September-Bild: Böhm-Steppenzebra

Zebras sind grundsätzlich bekannte Tiere, aber wenn es um eine genauere Einteilung der Pferdeartigen geht, sind viele schnell mit dem Latein am Ende. Dabei ist die Einordnung übersichtlich und leicht, es gibt nämlich nur drei Arten: Grevy-Zebras, Bergzebras und Steppenzebras. Bergzebras teilen sich noch in zwei Unterarten auf, während Steppenzebras aus sogar fünf noch lebenden Unterarten bestehen (Böhm-Zebras, Burchell-Zebras, Chapman-Zebras, Crawshay-Zebras, Mähnenlose Zebras). In Kenia kommen das Grevy-Zebra sowie das Böhm-Steppenzebra vor.

 

Auf dem Kalender zu sehen ist ein junges Böhm-Steppenzebra-Fohlen, an dem man schön die Unterschiede zu anderen Zebraarten und -unterarten erkennen kann. Zunächst ist dies die Mähne, die bei der auch Grant-Zebra genannten Unterart eher bräunlich ausläuft und nicht so schwarz ist wie bei anderen Zebras. Die Streifen bei den Böhm-Steppenzebra sind für gewöhnlich ziemlich breit – das erkennt man hier schon recht gut am Hals, allerdings ist dies beim jungen Zebra noch nicht so ausgeprägt wie es später in der adulten Form sichtbar sein wird. Steppenzebras besitzen sogenannte Schattenstreifen – sie sind nicht nur weiß und schwarz, sondern haben dünne graue Streifen zwischendurch, die bei der Böhm-Variante allerdings kaum bis gar nicht ausgeprägt sind. Bei diesem Fohlen erkennt man dies am oberen Hinterbein. Dazu gehen die Streifen bis zum Boden runter, was nicht bei allen Zebraunterarten der Fall ist, die teilweise auch sehr weiße Beine besitzen.

 

Die IUCN listet die Steppenzebras in ihrer Allgemeinheit erst seit fünf Jahren als potentiell gefährdet. Diese pauschale Einteilung ist überraschend, denn die Häufigkeit der Unterarten variiert eklatant. Man nimmt etwa 500.000 Steppenzebras insgesamt an, wovon allerdings fast schon an die 400.000 auf die Böhm-Steppenzebras entfallen, die somit eigentlich keineswegs gefährdet sind. Ganz anders sieht dies bei Chapman-Zebras, bei Crawshay Zebras und den Mähnenlosen Zebras aus, die eigentlich einen höheren Schutzgrad als nur potentiell gefährdet bräuchten. Allerdings hat eine DNA Untersuchung 2018 ergeben, dass wahrscheinlich keine Unterscheidung zwischen den Unterarten vorliegt und eher regionale Varianzen vorliegen, z.B. dass die Streifen der Zebras im Norden breiter sind als im Süden und im Süden dafür mehr Schattenstreifen auftreten.

 

Während man aus Afrika Bilder von hunderten, wenn nicht tausenden Zebras vor Augen hat, so sind sie doch in kleine Gruppen unterteilt, die sich zu großen Formationen zusammenschließen. Eine Herde besteht aus einem adulten Zebrahengst, der einen Harem von einigen Stuten mit seinem Nachwuchs unterhält. Junghengste schließen sich zu Bachelor-Gruppen zusammen bis sie einen adulten Hengst herausfordern, um dessen Familie zu übernehmen. Gelingt ihm dies, wird er den Nachwuchs seines Vorgängers vertreiben oder sogar töten, um möglichst schnell selber Nachwuchs bekommen zu können. Die Tragzeit beträgt elf Monate, weitere elf Monate werden die Fohlen von der Mutter gesäugt. Die Geschlechtsreife erlangt der Nachwuchs allerdings erst deutlich später – Stuten mit drei Jahren und Hengste mit etwa fünf Jahren.

Olaf Goldbecker