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Raubtierkalender Juni: Tasmanischer Teufel

Raubtierkalender Juni: Tasmanischer Teufel

Eigentlich ist der Tasmanische Teufel falsch in diesem Kalender, denn die Tierart gehört nicht zu den Raubtieren, sondern zu den Beuteltieren. Da er in der Unterkategorie aber zu den Raubbeutlern gehört, wurde in dem Fall der Begriff großzügig ausgelegt, um diese nicht nur in Zoos höchstseltene Tierart vorzustellen.

Als Teufel wird die Art wegen ihres schwarzen Fells und der bei Erregung rot leuchtenden Ohren bezeichnet. Dazu ist das Tier sehr neugierig, aber tendenziell auch mit aggressivem Auftreten. Da sie außerdem noch stark riechen, sind genügend Merkmale vorhanden, die an einen Teufel erinnern. Die hervorstechendste Eigenschaft ist allerdings der kräftige Kiefer, der in Relation zur Körpergröße noch die Beißkraft von Hyänen übertrifft.

Grundsätzlich kommen die Tiere in Tasmanien in allen möglichen Regionen, selbst in Stadtgebieten vor. Tagsüber ruhen sie, abends gehen sie auf die Jagd, wobei sie Tiere bis zur Größe von Schafen oder kleinen Kängurus erlegen können. Die Beute verschlingen sie vollständig und lassen keine Reste über.

Da Tasmanische Teufel – auch Beutelteufel genannt – eben zu den Beuteltieren gehören, wachsen die Jungtiere in eben einem solchen Beutel auf. Anders als Kängurus kehren sie aber nicht wieder zurück wenn sie den einmal verlassen haben. Mit etwa zehn Monaten ist der Nachwuchs vollständig auf eigenen Füßen unterwegs.

Aufgrund ihrer mangelnden Popularität fällt es nicht schwer zu glauben, dass man sie als Ursache für Weidetierverluste ausmachte und so durfte in den 30er Jahren offiziell Jagd auf sie gemacht werden. In den 40ern wurde dies wieder revidiert und die Tiere unter Schutz gestellt. Seitdem waren sie wieder sicher bis vor etwa 20 Jahren die Devil Facial Tumor Disease („Teufel-Gesichtstumorkrankheit“) aufkam. Man geht heute davon aus, dass die geringe genetische Vielfalt nach der Beinahe-Ausrottung in den 30ern die Ursache der Erkrankung ist. Es besteht ein Schutzprogramm seitens der australischen und tasmanischen Regierung zur Rettung der Tiere, die auch auf Zuchtprogramme in Zoos als Reservepopulation setzt. Nach Übersee werden Beutelteufel aber nur restriktiv abgegeben, weswegen das hier im Kalender gezeigte Tier im Zoo Duisburg eine absolute Rarität darstellt. Die in fünf europäischen Zoos beheimateten Tiere sind ein Geschenk an den Zoo Kopenhagen, deren Nachwuchs eben u.a. an Duisburg verteilt wurde.

Bekannt wurde der tasmanische Teufel nicht zuletzt als Cartoon-Charakter ‚Taz‘, der Jagd auf Bugs Bunny macht. Dabei wird er als begriffsstutziger und dauerhungriger Jäger skizziert. Ende des letzten Jahrhunderts begann Tasmanien einen Streit mit Warner Brothers um die Nutzung, erstritt zunächst eine Nutzungsgebühr für die Figur. Seit 2006 unterstützt die Entertainmentfirma den Kampf gegen die Tumorkrankheit der Tiere mit Mitteln aus dem Erlös der Taz-Plüschtiere.

Olaf Goldbecker