Juni-Bild: Flusspferd

Juni-Bild: Flusspferd

Das Flusspferd ist in groben Zügen jedem bekannt. Die schweren Kolosse – nach Elefanten und Breitmaulnashörnern die schwersten Landtiere – kommen in Afrika überall an den größeren Flüssen vor. Bis zu 150.000 Tiere werden aktuell noch geschätzt, doch die Tendenz ist stark abnehmend, weswegen die Flusspferde als gefährdet gelistet sind.

 

Zu klären gilt zunächst der Name. Flusspferd, Nilpferd, Hippo(potamus) – was ist denn nun richtig? Im Grunde alles und nichts, aber alle Namen sind im Deutschen gebräuchlich. Der Ursprung geht auf das griechische Wort hippopotamos zurück, von dem die Lateiner die leichte Abwandlung hin zu Hippopotamus vorgenommen haben. Zu Deutsch bedeutet dies im Grunde schon das Wort Flusspferd. Mit einem Pferd haben Hippos wenig gemeinsam, aber den aus dem Wasser ragenden Kopf empfand man wohl als pferdeähnlich. Das Wort Nilpferd ist hingegen dadurch entstanden, dass im Nil lebende Tiere als Erstes beschrieben wurden und so wurde der Fluss der Namensgeber. Heute existiert ausgerechnet an dem namensgebenden Fluss kein Flusspferd mehr.

 

Neben einem Fluss ist für die Tiere essentiell, dass es Grasflächen am Ufer für die Nahrungsaufnahme gibt. Flusspferde sind Vegetarier, auch Fische sind vor ihnen sicher. Der Magen erlaubt es Nilfperden zwar auch Aas und Fleisch zu verdauen, aber das sind seltene Ausnahmen. Über die Legende, dass Flusspferde das Tier sind, das in Afrika die meisten Menschen umbringt, gibt es keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte. Fakt ist, dass die Tiere aggressiv werden können und sowohl ein entsprechendes Gebiss haben, um töten zu können, aber auch wegen der Körpermasse gefährlich sind.

 

Tagsüber verbringen die Hippos die Zeit dösend und ruhend im Wasser, erst nachts werden sie aktiv und gehen an Land um zu grasen. Trotz der kurzen Beine und der vielen Zeit im Fluss sind die Huftiere bessere Läufer als Schwimmer. An Land können sie Kilometer zurücklegen und 30 km/h schnell werden. Im Wasser bewegen sie sich eher laufend als schwimmend fort. Die Sonne ist nicht gut für ihre Haut, weswegen sie tagsüber das Wasser aufsuchen.

 

In der freien Wildbahn können Flusspferde 30-40 Jahre alt werden. Dies trifft eher auf die in Herden lebenden Kühe zu, während die bis zu fünf Meter lang und 4,5 Tonnen schwer werdenden Bullen im Normalfall schon vorher bei Rivalenkämpfen ums Leben kommen. Im Zoo wurde das älteste Flusspferd 61 Jahre alt.

 

Das Flusspferd ist neben dem Zwergflusspferd eines von zwei Vertretern aus der gleichnamigen Familie der Flusspferde. Als nächste Verwandte dieser Gruppe gelten heutzutage die Wale.

 

Das hier gezeigte Flusspferd lebt im niederländischen Emmen im Wildlands Adventure Zoo und zeigt eindrucksvoll sein Gebiss, das es im Winkel bis zu 150° öffnen kann.

Olaf Goldbecker