Drills in Nigeria

Drills in Nigeria

Das Vorkommen des Drills in Nigeria ist limitiert auf den Cross River State, dem südöstlichsten Bundesstaat des Landes, der an Kamerun angrenzt. Die Gebiete der Afi Mountains, der Mbe Mountains und des Okwangwo Sektors verbinden sich mit dem Takamanda Nationalpark, der schon in Kamerun liegt und so zu einem wertvollen transnationalen Rückzugsgebiet nicht nur für die Drills geworden ist. Ein weiteres Vorkommen ist in den Obe Hills, die wiederum an den kamerunischen Korup Nationalpark grenzen.

 

Lage des Cross River State in Nigeria, rechts davon Kamerun

 

Zum einen in der Hafenstadt Calabar wie auch in den Afi Mountains liegen die Drill Ranchs von Pandrillus, die 1991 gegründet wurden. Hierhin werden Tiere gebracht, die von Behörden konfisziert wurden – Waisenkinder, deren Mütter bei der Jagd erschossen wurden, oder die illegal als Haustiere gehalten wurden. Die Station in Calabar dient der Quarantäne und als Tierarztpraxis sowie als Verwaltung. Etwa 30 Tiere sind dort untergebracht, die aufgrund ihrer Gewöhnung an Menschen nicht für eine Auswilderung in Frage kommen. Die Stadtmenschen können die Drills in dieser Station bei Führungen besichtigen.

 

 

320 Kilometer, oder 7-8 Stunden Fahrstunden entfernt liegt die Drill Ranch in den Afi Mountains, wohin auch die auswilderungsfähigen Drills aus der Station in Calabar gebracht werden. „Alleine die Fahrt mit einem Fahrer von Pandrillus durch die Dörfer und den Regenwald dorthin, ist ein Erlebnis“, weiß Rettet den Drill-Vorsitzende Kathrin Paulsen zu berichten (erneut ein Dankeschön für die zur Verfügung gestellten anschaulichen Bilder). Die Ranch liegt mitten im Schutzgebiet der Afi Mountains im Regenwald, entsprechend sind die klimatischen Bedingungen. Sechs Drillgruppen leben hier auf neun Hektar Fläche. Sie werden vom Personal gefüttert, aber Reinigungsarbeiten fallen aufgrund der Größe der Anlage nicht an – eher technische Arbeiten. „Es ist einmalig, die Drills dort in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben und die großen Gruppen zu bestaunen“, ist Paulsen fasziniert.

 

Olaf Goldbecker