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Namibia-Kalender, August-Bild: Afrikanischer Leopard

Wenn man nach Afrika fährt, gilt die Sichtung eines Leoparden als großes Glück. Die scheue Raubkatze möchte sich nicht jedem zeigen, und auch am Wasserloch im Etosha Nationalpark war weit und breit nichts von Raubtieren zu sehen. Große Kudus badeten im Wasser und Impalas standen gemütlich in der Nähe. Plötzlich starrten die Tiere gebannt auf das angrenzende ‚Waldstück‘ wenn man die verdorrten Bäume denn so nennen will – und wenig später schossen die unter starker Anspannung stehenden Antilopen aus dem Wasser hinaus.

 

Gebannt starrten sie und die Impalas auf die Lichtung

 

Die Vermutung lag nahe, dass ein Raubtier in der Nähe sein musste – und richtig, zwischen den Bäumen trabte ein Leopard heraus.

 

Die Sorge der Huftiere erwies sich jedoch als unbegründet. Der Leopard stiefelte gemächlich zum Wasserloch und wollte dort seinen Durst stillen. Eilig hatte er es nicht, und so konnte man ihn einige Minuten lang beobachten, ehe er wieder dahin verschwand, wo er herkam.

 

 

 

Bei der Bedrohungsstufe wird durch die IUCN nicht zwischen den einzelnen Unterarten unterschieden. Unterm Strich gilt der Leopard als gefährdet, wenngleich der Afrikanische Leopard noch deutlich häufiger vorkommt als seine Verwandten in Asien. Schätzungen variieren sehr stark und rangieren zwischen 250.000 und 750.000 Tieren. Mit Ausnahme von kleinen Beständen in Marokko und Ägypten kommt die Art südlich der Sahara in vielen Ländern vor.

Olaf Goldbecker

Kalenderbilder „Bedroht 2020“

Hier finden Sie alle Bilder des aktuellen Kalenders in der Übersicht

Olaf Goldbecker

ACCB Kambodscha – Angkor Center for Conservation of Biodiversity

Der Allwetterzoo Münster ist Träger des Angkor Center for Conservation of Biodiversity, kurz ACCB, das eine maßgebliche Rolle im Arten- und Naturschutz in Kambodscha innehat. Als eines der ersten Zentren seiner Art im Jahr 2004 gegründet, arbeitet es heute im Lebensraumschutz, baut Erhaltungszuchten auf, dient als Auffangstation für verletzte oder beschlagnahmte Wildtiere und betreibt Umweltbildung. Aktuell arbeiten im ACCB 30 Angestellte, darunter auch der aus Halle/Westfalen stammende Leiter des Zentrums, Michael Meyerhoff. Der Schwerpunkt im Artenschutz liegt auf den Süßwassersystemen, die zu den stark bedrohten Lebensräumen von Schildkröten- und Vogelarten zählen. Durch Rodung ihrer südostasiatischen Lebensräume beraubt und durch Wilderei und illegalen Tierhandel in der Population nahezu ausgerottet, gelten Schildkröten als die global gefährdetste Wirbeltiergruppe. Daher etabliert das ACCB derzeit Zuchtprogramme, um später Tiere in geeigneten Lebensräumen wieder anzusiedeln.

Wie aber kommt man auf Kambodscha als Standort für ein solches Naturschutzzentrum? Ursprünglich war dies eine Idee des ortsansässigen Biologen Sam Veasna, der eine Station für beschlagnahmte Wildtiere schaffen wollte, mit der gleichzeitig die lokale Bevölkerung über die Arten und die Wichtigkeit des Artenschutzes aufgeklärt werden sollte. Veasna selber verstarb 1999 bei einem Forschungseinsatz an Malaria. Die Idee lebte aber weiter und wurde auch dem Allwetterzoo zugetragen. Der damalige Direktor des westfälischen Zoos, Jörg Adler, flog daraufhin nach Südostasien und begutachtete die Situation vor Ort, ehe der Startschuss für das Projekt erfolgte. Heute engagieren sich der aktuelle Zoodirektor Dr Thomas Wilms, sowie Dr Philipp Wagner, Kurator für Forschung und Artenschutz, um das ACCB bekannter zu machen und die Finanzmittel für die Zukunft zu sichern. Charity-Kalender wird über das Projekt im Verlauf der Aktion näher berichten.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, August-Bild: Riesenotter

Sein kräftiges Gebiss zeigt dieser Riesenotter aus dem Zoo Miami, einem Zoo, der sich aufgrund seiner Lage auf die südlichen Tierarten spezialisiert hat. Zu ihnen gehört die in Südamerikas Flüssen beheimatete längste Marderart der Welt. Im Vergleich zu anderen Otterarten ist der Riesenotter ein in Gruppen lebender Gemeinschaftsjäger, der es nicht nur auf Fische, sondern auch auf Vögel, Eier und Nagetiere abgesehen hat. Auf der anderen Seite drohen die Tiere selber zum Opfer von Kaimanen und Jaguaren zu werden. Die Lebenserwartung der Riesenotter beträgt nur 10 Jahre.

Der Riesenotter gilt als stark gefährdet, wahrscheinlich leben nur noch 1.000 bis 5.000 Exemplare in freier Wildbahn. Als tagaktive und neugierige Tiere sind sie leicht zu jagen, was hauptsächlich für das Fell in den 50er und 60er Jahren gemacht wurde. Heute ist die Umweltzerstörung ihr Hauptproblem. Die Waldrodung und Siedlungen sind ein Teil der Problematik, aber auch Gifte, die sich im Wasser verbreiten sind eine heftige Bedrohung. Quecksilber als Nebenprodukt der Goldgewinnung und Wasserverschmutzung sind genauso ein Problem wie Pestizide und Chemikalien durch die Landwirtschaft. Zudem sind die Tiere nicht gern gesehen als Nahrungskonkurrenten um Fische. Reichlich Gründe also, die eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand des Riesenotters ausmachen. Einige Länder wie die Guyanas, Peru und Bolivien haben inzwischen reagiert und Schutzgebiete ausgewiesen.

Es ist ein Projekt in Planung, dass Zootiere in Argentinien ausgewildert werden, doch aktuell leben in Europa nur 62 Riesenotter in 19 verschiedenen Zoos.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, Juli-Bild: Wasserloch-Szene am Okaukuejo Camp

Im Bild befindet sich das wahrscheinlich berühmteste Wasserloch Namibias, Okaukuejo. Im Süden des Etosha Nationalparks befindet sich ein umzäuntes und damit vor Tieren geschütztes Camp, in dem man übernachten kann, und das auch sonst für Etosha-Touristen eine Gelegenheit ist sich die Füße zu vertreten und einzukaufen oder Mittagessen zu sich zu nehmen. Gegründet wurde Okaukuejo einst von den deutschen Kolonialherren als Militär- und Polizeistation, aus der Zeit steht auch noch ein Turm als Wahrzeichen der Station. Heute dient der Ort auch als Verwaltungssitz für den Etosha Nationalpark sowie das Etosha Ecological Institute. Seit 1950 fungiert Okaukuejo als Camp innerhalb des Parks für Touristen.

Im trockenen Wüstenklima Namibias stellen die Wasserlöcher die sichersten Tiersichtungspunkte dar. In Okaukuejo kann man nahezu rund um die Uhr die Raststationen der unterschiedlichsten Tierarten beobachten. Von Elefanten über Huftieren und Vögeln bis hin zu Löwen macht hier alles einen Wasserstop und bietet dadurch schon ein abwechslungsreiches Kino, weil man nie weiß, wer als Nächstes auftaucht.

Wer auf diesem Wimmelbild sucht, wird folgende Tierarten entdecken: im Vordergrund trinken Springböcke, von denen auch Einzeltiere und eine Kleingruppe sich weiter hinten schon vom Wasserloch entfernen. Im Wasser stillen Burchell-Steppenzebras ihren Durst und baden dabei. Weitere Steppenzebras sind im Hintergrund sowohl im Anmarsch wie auch schon im Abgang. Mittig rechts am Wasserloch befindet sich ein Paar Großer Kudus – das Weibchen steht bereits im Wasser, das noch relativ junge Männchen trinkt. Oben links liegen drei südliche Streifengnus auf dem Boden und warten wohl auf freie Bahn. Ganz rechts am Bildrand spaziert noch ein Spießbock in Richtung Wasserloch. Wenn man die zwei Vögel im Vordergrund vernachlässigt, deren Art man nicht identifizieren kann, kommt man also auf fünf verschiedene Tierarten, die sich auf diesem Bild zeigen.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, Juli-Bild: Kalifornische Seelöwen

Das dritte und letzte Bild eines im Wasser lebenden Raubtiers findet sich im Juli-Blatt des Raubtierkalenders. Zu sehen ist eine Gruppe von acht sich sonnenden Kalifornischen Seelöwen in der hervorragenden Anlage der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen.

Der Begriff „Kalifornischer“ Seelöwe verleitet so manchen Zoobesucher zu der Annahme, dass die Tiere warmes Wasser haben müssen. Das ist weit gefehlt. Eine große Kolonie dieser Meeressäuger findet man stets am Pier 39 in San Francisco, in Dutzenden eng aneinander gepfercht – ein Bild ist unten angefügt. Wer schon mal in San Francisco war und eine Tour raus Richtung Golden Gate Bridge gemacht hat, weiß wie schnell es dort kalt wird wenn man sich vom Festland entfernt. Die Maximaltemperatur des Wassers in der San Francisco Bay und an der gesamten Westküste der USA liegt bei 20 Grad Celsius im Sommer. Wenn man bedenkt, dass die Kalifornischen Seelöwen bis hoch nach Alaska schwimmen, kann man erahnen, dass die dicke Fettschicht – Blubber genannt – die Tiere ausreichend wärmt, so dass man sich auch keinen Kopf um Wassertemperaturen in Zoos machen muss.

Leicht zu unterscheiden – auch auf diesem Bild – sind die Bullen von den Weibchen. Die Körperlänge ist gar nicht mal so ausschlaggebend (2,20 m zu 1,80 m), aber Männchen werden bis 400 kg schwer und damit viermal mehr als die Kühe. Zur Paarung finden sich die Tiere an der Küste ein. Die Männchen sind einige Tage vor den Weibchen vor Ort und kämpfen bei Eintreffen der Kühe um die Vorrangstellung. Die schwächeren Bullen werden abgedrängt, so dass gesichert ist, dass die stärksten Bullen auch die meisten Weibchen abbekommen – im Schnitt etwa 16.

Der Kalifornische Seelöwe wurde einst gejagt und stand Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben. Der Bestand hat sich aber erholt, man schätzt ihn auf etwa 160.000 bis 250.000 Tiere ein, weswegen eine geringe Quote in Washington und Oregon zur Jagd freigegeben ist. Natürlich Feinde sind große Haiarten und Orcas. Die Tierart gilt als friedlich und ebenso neugierig wie intelligent, daher eignet sie sich gut für Zoos, aber auch die amerikanische Navy nutzt Seelöwen für militärische Einsätze.

Olaf Goldbecker

Weltgiraffentag – Bedrohte Riesen

Der 21. Juni ist der Weltgiraffentag. Die grazilen Riesen waren noch vor wenigen Jahren nicht mal als gefährdet eingestuft, was mittlerweile deutlich anders aussieht. Erst 2016 stellte die IUCN die Giraffen in ihrer Gesamtheit ohne Abstufung nach Arten als gefährdet ein. Im gleichen Jahr brachte eine Studie des Senckenberg Instituts hervor, dass es vier Giraffenarten gibt anstelle der Einordnung der IUCN als eine Art mit neun Unterarten. Zwar hat die internationale Umweltbehörde diese Einteilung nach wie vor nicht übernommen, aber immerhin stuft man jetzt detaillierter ein und dies zeigt für einige Arten deutlich auf wie schlecht es um sie steht. Insgesamt existieren etwa noch 110.000 Giraffen auf dem Erdball. Grund für den schweren Stand der Giraffe ist in erster Linie der Lebensraumverlust durch das starke Bevölkerungswachstum mit seinen Folgeerscheinungen in Afrika.

Netzgiraffe, Solio Ranch, Kenia

Einteilung der Giraffen nach IUCN:

Kordofangiraffe, Nubische Giraffe – vom Aussterben bedroht

Netzgiraffe – stark gefährdet

Thornicroft Giraffe, Westafrikanische Giraffe – gefährdet

Rothschildgiraffe – potenziell gefährdet

Angola-Giraffe – nicht gefährdet

Massai-Giraffe, Südafrikanische Giraffe – nicht bewertet

Nach IUCN Rothschildgiraffen, nach Senckenberg-Institut Nubische Giraffen, Erlebnis-Zoo Hannover

Dieses Schaubild der Giraffe Conservation Foundation (GCF) zeigt schön die Verteilung und die neue Einteilung der Giraffenarten nach der Studie des Senckenberg Instituts.

Quelle: Giraffe Conservation Foundation – giraffeconservation.org

Massai-Giraffe – keine Unterarten – 35.000 Tiere

Nordgiraffe – Unterarten Kordofangiraffe (2.000 Tiere), Nubische Giraffe (3.000 Tiere), Westafrikanische Giraffe (600 Tiere)

Netzgiraffe – keine Unterarten – 16.000 Tiere

Südgiraffe – Unterarten Südafrikanische Giraffe (37.000 Tiere), Angola-Giraffe (18.000 Tiere)

Süd-Giraffe, Unterart Angola-Giraffe, Etosha-Nationalpark, Namibia
Massai-GIraffe, Crescent Island, Kenia
Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, Juni: Burchell-Steppenzebras

Zebras kommen in drei verschiedenen Arten vor: Grevy-Zebras, Bergzebras und Steppenzebras. Die Steppenzebras ihrerseits lassen sich in sechs verschiedene Unterarten klassifizieren, unter anderem das Burchell-Steppenzebra, das nach dem Böhm-Steppenzebra (findet man oft auch unter dem Namen Grant-Zebra) die häufigste Zebraart darstellt. Etwa 25.000 Burchell-Steppenzebras leben alleine im Etosha-Nationalpark. Die hier gezeigten Tiere stammen allerdings vom privaten Wildreservat Kuzikus.

Die unterschiedlichen Zebraarten lassen sich mitunter recht gut unterscheiden. Charakteristisch für die Burchell-Steppenzebras ist der helle und dünne Schattenstreifen, der zwischen den markanten schwarzen Streifen entlanggeht. Die Streifen gehen nicht unter dem Bauch durch und die Beine sind nur noch spärlich gestreift, das Weiß überwiegt hier eindeutig.

Steppenzebras leben in Familienverbänden von einem Hengst mit bis zu sechs Stuten und deren Nachwuchs. Hengste bleiben bis zum Alter von drei Jahren in der Gruppe und schließen sich dann zu Junggesellengruppen zusammen, ehe sie mit vier Jahren geschlechtsreif werden – eine Zeit, in der sie besonders gefährdet sind zur Beute von Raubtieren zu werden. Weibchen verlassen die Herde mit spätestens zwei Jahren wenn die Mutter das nächste Fohlen zur Welt gebracht hat.

Hier besonders gut zu erkennen: nahezu weiße Beine, die am Bauch auslaufenden schwarzen Streifen, und die unterschiedlich ausgeprägten Schattenstreifen beim Burchell-Steppenzebra

Die Familienbande ist allgemein stark ausgeprägt, die Herde hält zusammen und schiebt auch Wachdienst gegen Gefahren. Gegen viele Feinde können sich Zebras mit Tritten und Bissen wehren, gegen Löwen ist das allerdings chancenlos. In der freien Wildbahn werden Zebras maximal 20 Jahre alt, in menschlicher Obhut ist das doppelte Alter möglich.   

Olaf Goldbecker

Raubtierkalender Juni: Tasmanischer Teufel

Eigentlich ist der Tasmanische Teufel falsch in diesem Kalender, denn die Tierart gehört nicht zu den Raubtieren, sondern zu den Beuteltieren. Da er in der Unterkategorie aber zu den Raubbeutlern gehört, wurde in dem Fall der Begriff großzügig ausgelegt, um diese nicht nur in Zoos höchstseltene Tierart vorzustellen.

Als Teufel wird die Art wegen ihres schwarzen Fells und der bei Erregung rot leuchtenden Ohren bezeichnet. Dazu ist das Tier sehr neugierig, aber tendenziell auch mit aggressivem Auftreten. Da sie außerdem noch stark riechen, sind genügend Merkmale vorhanden, die an einen Teufel erinnern. Die hervorstechendste Eigenschaft ist allerdings der kräftige Kiefer, der in Relation zur Körpergröße noch die Beißkraft von Hyänen übertrifft.

Grundsätzlich kommen die Tiere in Tasmanien in allen möglichen Regionen, selbst in Stadtgebieten vor. Tagsüber ruhen sie, abends gehen sie auf die Jagd, wobei sie Tiere bis zur Größe von Schafen oder kleinen Kängurus erlegen können. Die Beute verschlingen sie vollständig und lassen keine Reste über.

Da Tasmanische Teufel – auch Beutelteufel genannt – eben zu den Beuteltieren gehören, wachsen die Jungtiere in eben einem solchen Beutel auf. Anders als Kängurus kehren sie aber nicht wieder zurück wenn sie den einmal verlassen haben. Mit etwa zehn Monaten ist der Nachwuchs vollständig auf eigenen Füßen unterwegs.

Aufgrund ihrer mangelnden Popularität fällt es nicht schwer zu glauben, dass man sie als Ursache für Weidetierverluste ausmachte und so durfte in den 30er Jahren offiziell Jagd auf sie gemacht werden. In den 40ern wurde dies wieder revidiert und die Tiere unter Schutz gestellt. Seitdem waren sie wieder sicher bis vor etwa 20 Jahren die Devil Facial Tumor Disease („Teufel-Gesichtstumorkrankheit“) aufkam. Man geht heute davon aus, dass die geringe genetische Vielfalt nach der Beinahe-Ausrottung in den 30ern die Ursache der Erkrankung ist. Es besteht ein Schutzprogramm seitens der australischen und tasmanischen Regierung zur Rettung der Tiere, die auch auf Zuchtprogramme in Zoos als Reservepopulation setzt. Nach Übersee werden Beutelteufel aber nur restriktiv abgegeben, weswegen das hier im Kalender gezeigte Tier im Zoo Duisburg eine absolute Rarität darstellt. Die in fünf europäischen Zoos beheimateten Tiere sind ein Geschenk an den Zoo Kopenhagen, deren Nachwuchs eben u.a. an Duisburg verteilt wurde.

Bekannt wurde der tasmanische Teufel nicht zuletzt als Cartoon-Charakter ‚Taz‘, der Jagd auf Bugs Bunny macht. Dabei wird er als begriffsstutziger und dauerhungriger Jäger skizziert. Ende des letzten Jahrhunderts begann Tasmanien einen Streit mit Warner Brothers um die Nutzung, erstritt zunächst eine Nutzungsgebühr für die Figur. Seit 2006 unterstützt die Entertainmentfirma den Kampf gegen die Tumorkrankheit der Tiere mit Mitteln aus dem Erlös der Taz-Plüschtiere.

Olaf Goldbecker

Raubtierkalender im Mai: Südamerikanischer Seebär

Im Durchgang zwischen dem öffentlichen Teil und seinem Rückzugsgebiet ruht sich dieser Südamerikanische Seebärbulle in Wildlands im niederländischen Emmen aus. Diese Tierart kommt entlang der Küste Südamerikas vor. Obwohl die Männchen bis 200 kg schwer werden – deutlich mehr als die nur bis 60 kg schweren Weibchen – sind sie gute Kletterer und kommen auch mit relativ steilen Felsküsten gut klar. Außer in Uruguay, wo limitierte Jagd auf die Tiere erlaubt ist, stehen sie überall unter Schutz, auch wenn die Art nicht als gefährdet gelistet ist. In Uruguay leben etwa 200.000 dieser Ohrenrobben, etwa zwei Drittel des weltweiten Bestands. Witzigerweise sind die südamerikanischen Seebären kleiner als die südafrikanischen Seebären, die zugleich auch Zwergseebären genannt werden.

In der Natur leben die Tiere in Herde von bis zu 100 Tieren. Die Tragzeit beträgt ein Jahr. Danach braucht ein Bulle sieben Jahre bis zur Geschlechtsreife, die Weibchen sind bereits nach drei Jahren geschlechtsreif – dies steht im Umkehr zur Lebenserwartung, die bei Bullen nur 20, bei den Weibchen aber 30 Jahre betragen kann. In Acht nehmen müssen die Tiere sich vor Walen, Haien und den größeren Seelöwen. Vom Menschen geht die Gefahr aus wenn sie zu nah an Fischfarmen gelangen und als Nahrungskonkurrent befürchtet werden, dazu wenn sie in Fischnetze geraten und als Beifang der Fischer enden. Ein zunehmendes Problem ist natürlich auch der Plastikmüll in den Meeren. Der Bestand dieser Tierart ist dennoch stabil.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, Mai-Bild: Springbock

Selten sind sie nicht, die Springböcke in Namibia. Alleine im Etosha Nationalpark leben über 700.000 dieser flinken Tiere, die allerdings nur im südlichen Afrika vorkommen. Leicht können die Springböcke allerdings mit den in Ostafrika beheimateten Thomson-Gazellen verwechselt werden.  

Die etwa 40 cm langen Hörner sind keine allzu effektiven Waffen gegen Raubtiere, daher wurden diese Fluchttiere mit anderen Fähigkeiten ausgestattet. Der Springbock gehört mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h zu den schnellsten Säugetieren der Erde. Seine Beschleunigung dabei: von 0 auf 60 km/h in 2 Sekunden. Den Namen haben die Gazellenartigen allerdings von einer anderen erstaunlichen Fähigkeit: sie sind in der Lage nahezu senkrecht bis zu 3,50 Meter hoch zu springen. Den Grund für diese Sprünge – prunken genannt – hat man bis heute übrigens nicht entschlüsseln können. Manche vermuten, dass es einfach passiert wenn die Tiere sich erschrecken, während andere meinen, dass die Tiere ihre Mobilität bewusst zur Schau stellen, um Raubtieren anzuzeigen, dass sie gesehen wurden und es mit einem gesunden Tier zu tun haben, auf das sich die Jagd nicht lohnt. Die Hörner dienen übrigens eher internen Kämpfen und sind mit einer Art Stoßdämpfer ausgestattet, um das Gehirn zu schützen, denn die Hörner kommen bei Streitigkeiten häufig zum Einsatz.

Vor allem in Südafrika sind Springböcke als Symbol sehr präsent, u.a. auf dem bekannten Krügerrand. Dabei wurde die Tierart dort als Schädling bekämpft, weil Getreidefelder unter ihnen litten. Im 19. Jahrhundert war der Springbock in Südafrika ausgerottet und musste erst wieder aus den Nachbarstaaten importiert werden.

Das Exemplar auf dem Bild dürfte sich um ein Weibchen handelt, das sich von der Herde abgesondert hat, um die Anzahl der Tiere in Kürze zu erhöhen. Das Jungtier wird sie im Gebüsch ablegen und vier Wochen lang immer mal wieder nach ihm schauen und es säugen, in der Hoffnung, dass kein Raubtier es entdeckt hat. Wenn man die Anzahl der Tiere betrachtet, scheint dies sogar ein Konzept zu sein, dass aufgeht.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, April: Afrikanischer Steppenelefant

Wenn man in Naturschutzgebieten mit entsprechender Größe unterwegs ist, trifft man nicht selten auf Elefanten. Häufig sind es allein wandernde Bullen, gelegentlich auch Herden von Müttern mit ihrem Nachwuchs. Ein nicht alltägliches Glück ist es allerdings wenn man bei starker Dürre eine komplette große Herde an einem Wasserloch antrifft. Dort wird der Durst gestillt, gebadet, und der matschige Randbereich wird später zum Suhlen als Hautpflege genutzt. Auf dem Bild oben sieht man speziell die Babys wie sie sich im Matsch vergnügen, während die älteren Tiere sich den Schlamm eher als Sonnenschutz über den Rücken spritzen.

Die Leitkuh bestimmt wie lange das Badevergnügen dauert und zieht mit ihrer Herde weiter, ein Bild, das man links unten sehen kann. Die Leitkuh geht vorweg und nutzt ihre Lebenserfahrung, um Nahrungsplätze zu suchen und Gefahren einzuschätzen. Eilig haben es die Elefanten dabei nicht. Sind sie einmal im offenen Land gesichtet, kann man sie lange verfolgen. Insbesondere eine Herde mit Jungtieren legt an einem Tag selten mehr als 12 Kilometer zurück, also einen halben Kilometer pro Stunde. Mythen, nach denen Elefanten 70-80 Kilometer zurücklegen, kann man vergleichen mit einer Aussage wie dass ein Mensch 36 Stundenkilometer läuft – auch das ist ein korrektes Statement, Usain Bolt schafft das über 100 Meter, aber sicherlich nicht ein normaltrainierter Mensch und erst recht nicht über eine nennenswerte Strecke. Ein verzweifelter, gut konstituierter Elefantenbulle ohne Anhang auf der Suche nach Nahrung könnte sicherlich 70-80 Kilometer am Tag laufen, das wird er aber nur in Extremsituationen machen.

Das größte Problem für die Elefanten in der Natur ist der schwindende Lebensraum. Es muss ein ausreichendes Areal zur Verfügung stehen, was sowohl in Afrika wie auch noch viel mehr in Asien ein großes Problem ist angesichts der Bevölkerungsvermehrung. Die Menschen brauchen mehr Platz, sie brauchen auch mehr Nahrungsmittel zum Leben, und die Häuser liegen oft auf der Route der Elefanten. Dort wo sie drüber laufen, liegt die Ernte brach – und die ist oftmals die Eigenversorgung der einheimischen Bevölkerung, die zum Leben benötigt wird. Konflikte sind vorprogrammiert, daher sind sie oft in umzäunten sehr großen Naturschutzgebieten wie auf dem Foto im Etosha Nationalpark beheimatet. War der Elefant einst im kompletten Subsahara-Afrika beheimatet, bewohnt er heute nur noch Fragmente der einstigen Fläche. Dies ist auch der Grund, warum die IUCN ihn als gefährdet einstuft, obwohl die Gesamtzahl der Afrikanischen Elefanten mit etwa einer halben Million noch relativ häufig vorhanden ist.

Olaf Goldbecker

Kalenderaktion 2019 abgeschlossen

Ortstermin im Zoo Hannover. Die Rettet-den-Drill-Vorsitzende Kathrin Paulsen konnte sich freuen: 626 Euro erhielt ihr Verein aus dem Erlös der beiden Kalenderverkäufe Namibia und Raubtiere 2019. Dies war nach den 537 Euro aus der Erstauflage Primaten 2018 nochmal ein Anstieg um über 15%, die in den Erhalt der Auffangzentren der stark bedrohten Drills in Nigeria und Kamerun fließen. Davon profitieren nicht nur die beiden Standorte selbst, sondern auch die lokale Bevölkerung, die mit dem Futterbau für die Tiere ihr Geld verdient und damit einen direkten Nutzen am Schutz der Tierart hat. So konnten auch ehemalige Jäger überzeugt und zu Rangern umfunktioniert werden. 

Ebenfalls mit 626 Euro bedacht wurde das Schwarzfußkatzenprojekt von Alexander Sliwa, Kurator im Kölner Zoo. Dessen Forschung begann in den frühen 90er Jahren zu Studentenzeiten. Die wenig bekannte Schwarzfußkatze kommt in Wüstengebieten in Südafrika vor. Über sie ist wenig bekannt, was für den Schutz dieser Tierart ein Problem ist. Jüngst konnten durch dieses Projekt, das mit nur einer angestellten Person vor Ort agiert, erstmals Funde in Namibia gemacht werden.

Die Charity-Kalender Aktion wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Thema des Kalenders und die unterstützen Projekte werden noch bekanntgegeben.

Olaf Goldbecker

Raubtierkalender, April: Berberlöwe Basu

Eigentlich existiert er gar nicht mehr. Wer einen Berberlöwen im Zoo sieht, sollte sich bewusst machen, dass er dort eine Tierart vor sich hat, die in der freien Wildbahn bereits komplett ausgestorben ist. In Nordafrika war die Tierart heimisch, wo sie wie andere Großraubtiere auch ausgerottet wurde. Der letzte freilebende Berberlöwe – auch Atlaslöwe oder Nubischer Löwe genannt – wurde wohl Mitte des 20. Jahrhunderts erschossen. Charakteristisch für diese Unterart des Löwen ist die besonders dichte ausgeprägte Mähne, eine Anpassung an das im Vergleich zur Subsahara kältere Klima in Nordafrika.

Warum es Berberlöwen überhaupt noch gibt, liegt an den Fürstenhäusern. 1970 überließ der marokkanische König seine Löwen dem Zoo von Rabat. Der Nachwuchs dieser Tiere wurde an Zoos weitergegeben, weswegen man die Tierart in manchen Zoos noch sehen kann. Man muss allerdings sagen, dass die Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht komplett unterartrein sind. Wie die Tiere in Europa nachgezüchtet wurden, kann man nachverfolgen, aber wie dies seinerzeit in Afrika geschehen ist, lässt sich nur vermuten. Da die Tiere aber die äußerlichen Charakteristika der Berberlöwen beibehalten haben, werden sie weiterhin zu dieser Art gezählt.

Der hier auf dem Foto zu sehende Berberlöwe heißt Basu und lebt seit seiner Geburt im Erlebnis-Zoo Hannover. Er ist 2014 dort geboren und ist damit noch im jungen Alter. Während seine Mutter direkt aus Marokko stammt, ist sein Vater im englischen Port Lympne geboren. Dessen Linie lässt sich allerdings auch bis nach Rabat zurückverfolgen, womit sicher gesagt werden kann, dass in Zoos nicht mit einer anderen Unterart gekreuzt wurde. In Hannover lebt Basu mit der direkt aus Marokko stammenden 10-Jahre alten Naima zusammen.

Olaf Goldbecker

Angola-Giraffe – Namibia-Kalender, März

Im aufgeklärten 21. Jahrhundert sollte man eigentlich meinen, dass die Wissenschaft alles entschlüsselt hat. Aber weit gefehlt, nicht mal bei so großen Tieren wie Giraffen besteht Einigkeit wie man die Tiere einzuordnen hat. Folgt man der IUCN, gibt es eine Giraffenart mit neun Unterarten, von denen eine die hier abgebildete Angola-Giraffe ist. Im Jahr 2016 ergab dann eine Erbgutuntersuchung des Senckenberg-Instituts, dass die Giraffen deutlichere Unterschiede aufweisen. Von einer Art spricht man wenn verschiedene Unterarten sich miteinander paaren – bei einem Hybriden pro Generation ist es ein- und dieselbe Unterart. Bei Giraffen stellte man fest, dass maximal alle fünf Generationen ein Hybrid zur Welt kommt und so wurden die Giraffen in vier Arten eingeteilt. Folgt man dieser Einteilung handelt es sich auf dem Kalenderbild immer noch um eine Angola-Giraffe, die aber neben der Kap-Giraffe eine Unterart der Süd-Giraffe darstellt.

Sicher ist, dass wie auch immer man sie systematisch einordnet, es sich bei der Angola-Giraffe um eine der wenigen Giraffenarten handelt, die nicht gefährdet sind. Ausgestorben waren sie paradoxerweise allerdings in Angola bis man sie wieder künstlich angesiedelt hat. In Namibia kommt sie im Etosha Nationalpark sowie in privaten Wildlife-Reservaten vor. Man schätzt den wildlebenden Gesamtbestand der Angolagiraffe auf etwa 13.000 Tiere ein. In Zoos wird diese Unterart selten gehalten. In Deutschland ist der Zoo Dortmund mit einem relativ jungen Bullen und einer betagten Giraffenkuh der einzige Halter.

Das Foto wurde aufgenommen im Okonjati Wildreservat am Mount Etjo. Die Farben wurden nicht bearbeitet, die trockene Vegetation sorgt dafür, dass der Hintergrund grau erscheint und die Giraffe den Farbkontrast dazu liefert.

Im Folgenden noch einige andere Beispiele von Angola-Giraffenfotos aus verschiedenen Gegenden Namibias.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, März: Eurasischer Luchs

Der Eurasische Luchs hat ein weites Verbreitungsgebiet, im Grunde von Norwegen bis China, und gilt mit etwa 70.000 Tieren auch nicht als gefährdet. Anders ist die Situation in Deutschland. Hier wurden Anfang 2018 77 Exemplare gezählt und die Art gilt als stark gefährdet.

Dass es überhaupt wieder lebende Tiere in Deutschland gibt, ist auch den Zoos und Tierparks zu verdanken, denn die Tiere siedelten von einzelnen Ausnahmen abgesehen nicht wie die Wölfe von allein wieder an. Es fanden und finden Auswilderungsprogramme statt mit Fokus auf dem Harz und dem Bayerischen Wald, wo auch die einzigen nachgewiesenen Reproduktionen festgestellt wurden. Ein neuer Versuch wird derzeit im Pfälzerwald gestartet. Wirklich ansteigende Populationszahlen kann man bislang aber nicht feststellen. Die Geburten werden durch Verluste wieder kompensiert. In erster Linie fallen die Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer, aber auch Krankheitsfälle und illegale Tötungen sind ein ernstes Problem und so liegt die aktuelle Zahl in Deutschland bei 70-80 Tieren.  

In Deutschland müssen Rehe in erster Linie als Futter herhalten. Im Alpenraum sind es Gämsen und im Norden Rentiere. Von einem Tier lebt ein Luchs etwa fünf Tage lang. Ausgerottet wurde der Eurasische Luchs, der auch Nordluchs genannt wird, hierzulande seinerzeit wegen des Fells, als Nahrungskonkurrent und weil er Nutztiere fraß.

Der Luchs „Sieghard“ auf dem Kalenderblatt lebt seit Dezember 2016 im Tierpark Herford, wo er ein neu geschaffenes Gehege als Erstbesatz bewohnt. Geboren wurde er im hessischen Wildtierpark Edersee. Seit letztem Sommer ist er selbst Vater eines kleinen Katers – vielleicht wandert er oder Nachwuchs von ihm ja eines Tages auch durch die Wälder Deutschlands.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, Februar: Amerikanischer Schwarzbär

Der im Februar gezeigte Schwarzbär ist in Nordamerika beheimatet und kommt von Alaska im Norden bis runter nach Mexiko vor. Entsprechend gehört er zu den nicht gefährdeten Tierarten. Geschätzt leben etwa 600.000 Schwarzbären, auch Baribals genannt, in der freien Natur. Einzige Ausnahme ist Mexiko, deren Population dort als gefährdet geführt ist. Im Vergleich zum in Nordamerika auch lebenden Grizzlybär ist der Schwarzbär deutlich kleiner und leichter.

Die meisten Schwarzbären halten Winterruhe, was jedoch vom Klima abhängt. Je südlicher und wärmer das Klima ist, desto eher kann der Bär auch auf seine Verschnaufpause verzichten. Als Allesfresser sind die Baribals anpassungsfähig. Pflanzen, Beeren und Insekten stehen ebenso auf dem Speiseplan wie kleine Säuger, Fische und Huftiere. Insbesondere Elch- und Hirschnachwuchs ist in großer Gefahr vor dem Schwarzbären. Da der Bär als Allesfresser auch die Reste von menschlichem Müll gebrauchen kann, ist in der nordamerikanischen Wildnis immer zu empfehlen, dass man keine Essensreste liegen lässt.

Da der Grizzlybär eine Ecke größer und schwerer ist, sollte der Schwarzbär Begegnungen tunlichst vermeiden. Ansonsten kann nur der Nachwuchs zur Beute anderer Karnivoren wie Wölfen oder Pumas werden. Zum Schutz können junge Baribals auf Bäume klettern, was ältere Schwarzbären nicht mehr schaffen. Die größte Gefahr für den Schwarzbären ist allerdings eindeutig der Mensch, denn zur Sportjagd werden um die 20.000 Tiere pro Jahr erlegt. Vermeintliche Tierfreunde, die die Bären füttern, erweisen den Tieren sozusagen einen Bärendienst, denn die einmal von Menschen angelockten Tiere werden zum Abschuss freigegeben, weil die Gefahr besteht, dass sie immer wieder zu den Menschen zurückkommen. Ein neuer Markt zur Tötung von Schwarzbären ist leider auch hier mal wieder Asien, wo man der Gallenflüssigkeit heilende Wirkung zuschreibt. 

Umgekehrt ist der Mensch für den Schwarzbären nicht unbedingt im Fokus. Zusammentreffen sollte man dennoch vermeiden, in einem Zeitraum von 80 Jahren sind 23 tödliche Unfälle mit Schwarzbären registriert worden. Wie auch bei anderen Raubtieren sind vor allem Kinder gefährdet, weil sie wegen der Größe und des Verhaltens als Beute angesehen werden könnten. Verletzungen durch Bären gab es häufiger – vor allem aber Selbstverschuldete wenn versucht wurde, wilde Bären zu füttern oder sie zu streicheln.

Der hier gezeigte Schwarzbär ist im Zoo Osnabrück zu sehen. Er wurde im Januar 2016 im niederländischen ZieZoo in Volkel unter dem Namen Tommy geboren und lebt seit Herbst 2017 mit seiner Wurfschwester Annika im Zoo Osnabrück, wo die beiden nach Sponsorenbeschluss in Theo und Lea umbenannt wurden.

Olaf Goldbecker

Februar-Bild, Namibia-Kalender: Südlicher Gelbschnabeltoko

Ein populärer Vogel bei den Einheimischen ist der Südliche Gelbschnabeltoko. Der Vertreter aus der Familie der Nashornvögel wird wegen seines gebogenen gelben Schnabels von den Einheimischen ‚Flying Banana‘ genannt. Oft sieht man den Vogel einfach durch die Luft gleiten und ist damit nicht nur durch den auffälligen Schnabel gut zu erkennen.

Bei seiner Nahrung ist der Vogel nicht wählerisch. Er kann Früchte, Samen und Insekten essen, aber kleine Säugetiere und Reptilien müssen vor ihm ebenfalls auf der Hut sein. Der lange Schnabel ist dabei für ihn ein elementares Werkzeug. Aufpassen muss allerdings auch der Gelbschnabeltoko, der seinerseits Beute darstellt für größere Greifvögel.

Auch wenn der Südliche Gelbschnabeltoko noch häufig ist und nicht zu den gefährdeten Arten gehört, liegen keine Erfahrungswerte über das Alter vor, das der Vogel in freier Natur erreicht. In Zoos kann ein Alter von 20 Jahren erreicht werden – auch dies ist in Europa allerdings theoretischer Natur, denn es gibt keinen Zoo auf diesem Kontinent, der dieses Tier überhaupt hält.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, Januar-Bild: Große Kudus

Der Große Kudu ist eine Antilopenart, die in Ost- und Südafrika vorkommt. Die auf dem Foto gezeigte Unterart ist ein Sambesi-Großkudu, die hier in der Nähe des Etosha Nationalparks aufgenommen wurde. In Namibia sagt man einfach nur ‚Kudu‘ zu dieser Art, denn der verwandte Kleine Kudu kommt nur in Ostafrika vor und ist wesentlich seltener.

Nach den Elenantilopen gelten die Großen Kudus als zweitgrößte Antilopenart. Eine Herde wird angeführt von einem imposanten Männchen, das mit seinem geschwungenen Geweih leicht zu erkennen und erheblich größer und schwerer ist als die Weibchen. Da der Bock auf die Herde aufpassen und sie nicht nur gegen Feinde, sondern auch gegen andere männliche Artgenossen verteidigen muss, die seine Position einnehmen wollen, werden sie in freier Wildbahn normalerweise weniger als zehn Jahre alt, während die Weibchen bis zu 15 Jahre alt werden können.

Feinde für die Tierart sind im Grunde nur Löwen und Leoparden. Lediglich der Nachwuchs kann ins Visier von Wildhunden und kleineren Angreifern geraten. So ist der Bestand der Großen Kudus auch ziemlich konstant, die Tierart aus der Familie der Waldböcke gilt als nicht gefährdet.

In Zoos können Große Kudus auch ein Alter von 20 Jahren erreichen. Bei den Zoos, die den Raubtierkalender unterstützen, finden sich Große Kudus in Gelsenkirchen, Hamburg und Osnabrück.

Großer Kudu im Zoo Osnabrück
Großes Kudu Männchen im Zoo Duisburg (kein aktueller Halter mehr)
Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, Januar-Motiv: Europäischer Seehund

Der ein oder andere wird sich wundern, warum man denn einen Seehund im Raubtierkalender findet. Ein typischer Vertreter  ist er sicher nicht, aber er gehört wie alle Robben zu den Hundeartigen und ist damit ein Raubtier. Dabei hat das namensgebende germanische Wort Selha weder etwas mit dem Wort „See“ noch mit dem Wort „Hund“ zu tun, sondern heißt schlicht ‚Robbe‘.

Seehunde finden sich sowohl im Atlantik wie auch im Pazifik. Die Tierart findet man bekanntlich in Deutschland an der Nordseeküste, wenige Tiere gibt es auch in der Ostsee. Etwa 20% der weltweiten Seehundpopulation von einer halben Million Tieren findet sich in Europa. Dabei war der Bestand zwischenzeitlich schon mal ins Wanken geraten. Ab Ende des 19. Jahrhunderts redete man sich ein, dass der Seehund ein Nahrungskonkurrent sei, den es zu vernichten galt. Erst seit den 1970er Jahren ist die Jagd in Deutschland verboten. Weltweit gilt die Art heute nicht als gefährdet. Speziell in Deutschland werden Seehunde allerdings als gefährdet angesehen und sind geschützt.

Die meisten haben schon mal Sandbänke gesehen, wo die Seehunde in Gruppen liegen und sich ausruhen. Grundsätzlich aber sind es Einzelgänger, die auch an Land eher mit Sicherheitsabstand zueinander liegen und keinen zu engen Kontakt zu Artgenossen mögen. Die Paarung geschieht in den Sommermonaten und ist ein ziemlich unromantischer Akt, bei dem mehrere Männchen das sich wehrende Weibchen bedrängen bis einer Erfolg hat und sich fortpflanzen kann. Das Männchen hat dann seinen Job getan und kümmert sich weder um Weibchen noch um seinen Nachwuchs.

Die Meeresbewohner können ziemlich alt werden. Männchen schaffen bis 25 Jahre, Weibchen können zehn Jahre älter werden. Die hier gezeigte Art ist ein Ostatlantischer Seehund, auch Europäischer Seehund genannt, aus dem NaturZoo Rheine. Neben dem Zoo in Rheine finden sich Seehunde bei unseren Unterstützerzoos auch in Duisburg, Frankfurt und Osnabrück.

Olaf Goldbecker