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Februar-Bild: Sonnensittiche

Wenn man einen Blick auf die Sonnensittiche wirft, erkennt man schnell den Ursprung ihres Namens. Das orange- und gelbfarbene Gefieder scheint wie die Sonne. Warum aber ist eine solche Art sogar stark gefährdet? Die Annahme hat man bei Sittichen für gewöhnlich nicht, die in der ein oder anderen Art gerne als Haustiere gehalten werden.

 

Die Sonnensittiche kommen im nordöstlichen Südamerika vor und leben in Wäldern. Sie können bis 30 Jahre alt werden, leben als monogames Paar innerhalb von Gruppen mit 20-30 Tieren. Verlassen sie die Gruppe, kommunizieren sie laut über Distanzen, um sich wieder zusammenzufinden Ihre Ernährung ist weit gefächert von Beeren, Früchten, Körnern, Blumen bis hin zu Insekten.

 

Trotzdem ist ihr Bestand gefährdet. Der Grund liegt im Verlust des Lebensraums und im Fang der Tiere entweder für die Haustierhaltung oder aber wegen ihrer schönen Federn. Bis zu 800.000 dieser Vögel wurden pro Jahr gefangen, so dass mittlerweile mehr Sonnensittiche in Haushalten als in der freien Natur leben. In den USA darf der Vogel bereits seit 1992 nicht mehr importiert werden, die EU hat dies 2007 verboten. Dies geschah in der Hoffnung, dass die Bestandszahlen sich wieder erholen, fast zeitgleich wurde die Art 2008 auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt.

 

Der Begriff Sittich ist übrigens etwas täuschend. Alle Sittich genannten Vögel gehören zu den Papageienartigen, aber es bestehen mitunter nähere Verwandtschaften einzelner Sitticharten zu Papageien als zu anderen Sittichen. Der Sonnensittich wird den Keilschwanzsittichen zugeordnet. Auf Facebook und Instagram zeigen wir andere Sittichbeispiele in diesem Monat.

Olaf Goldbecker

Januar-Bild: Europäischer Nerz

Im Januar geht es gleich mitten in die einheimische bedrohte Tierwelt. Der Europäische Nerz gilt seit 2011 als vom Aussterben bedroht. Zunächst wurden Nerze von Pelztierjägern getötet, was ihre Population sinken ließ. Das alleine hätte ihren Bestand allerdings nicht gefährdet, andere Tierarten waren zu dem attraktiver für die Pelzgewinnung, z.B. der Zobel. Ein weiterer viel populärerer Pelztierlieferant ist der Amerikanische Nerz – Mink genannt – der größer ist und damit mehr Pelz abwirft. Er wurde deshalb von Pelztierfarmen importiert und er entkam. Die entflohenen Populationen setzten sich gegenüber ihrem kleineren europäischen Verwandten durch und verdrängten sie vielerorts. Hinzu kam das Problem, dass Nerze an dicht bewachsenen Flüssen und Seeufern leben. Durch die Begradigung vieler Flüsse entschwand ihr Lebensraum. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich beim Europäischen Nerz um absolute Einzelgänger handelt, die ein Revier für sich beanspruchen.

 

Anfang dieses Jahrtausends wurde angefangen etwas für den Nerz zu unternehmen. Renaturierungen an den Flüssen gehören dazu, aber Auswilderungen des Nerzes machen nur dort Sinn, wo kein Mink ansässig ist. Am Erfolgreichsten verliefen Nerz-Projekte in Estland. In Deutschland kümmert sich Euronerz aus dem Osnabrücker Raum um die Nerze. Hier besteht eine Zuchtstation, wo die Tiere miteinander verpaart werden. Die Rüden oder schwangeren Fähen werden in Zoos und Tierparks gebracht, wo auf die Tierart aufmerksam gemacht werden soll. Der Nachwuchs wird entweder zumeist am Steinhuder Meer ausgewildert oder aber verbleibt in den Zuchtstationen zur Verbesserung des Genpools. Den tatsächlichen Bestand am Steinhuder Meer kann man nicht sagen, allerdings konnte durch Fotofallen belegt werden, dass es bereits Nachwuchs in der Natur dort gab.

 

Wie schwer Nerze in der Natur zu finden sind, kann jeder ahnen, der in Zoos schon welche fotografieren wollte. Ein Schnappschuss wie das aktuelle Kalenderbild aus dem Zoo Osnabrück gelingt selten bei den scheuen Marderartigen.

Olaf Goldbecker

Dezember-Bild Raubtier-Kalender: Tiger

Ein geteiltes Kalenderblatt zeigt die größte und die kleinste noch lebende Tigerart. Links findet sich der im tropischen Dschungel lebende kleine Sumatra-Tiger, während rechts der große in der Kälte vorkommende Sibirische Tiger abgebildet ist. Die beiden gehören zu den sechs noch vorkommenden Tigerarten, die allesamt stark gefährdet sind. Vom Sibirischen oder Amurtiger gibt es freiblebend noch etwa 500 Exemplare, die Schätzungen beim Sumatra-Tiger belaufen sich auf maximal noch 400  wildlebende Tiere.

 

Beide Tigerarten leben von ihrem unauffälligen Anschleichen, weswegen der im farbenfrohen asiatischen Dschungel vorkommende Sumatra-Tiger auch eine farbintensivere Färbung aufweist. Der im Kalten und farbloseren Wald Sibiriens lebende Amurtiger zeigt ein deutlich kälteres Orange. Ein gerne mal gefordertes Auswildern von Zootieren scheitert schon daran, dass die Tiere große Territorien benötigen und Menschen naturgemäß ungern in der Nähe von Tigern leben. Es gibt insbesondere von Sibirischen Tigern eine ausreichende Reservepopulation. Die Art wird in europäischen Zoos deswegen gerne gezeigt, weil man für sie aufgrund der Kälteresistenz keine Warmhäuser im Winter benötigt.

 

Den hier gezeigten Sumatra-Tiger kann man im Zoo Osnabrück sehen. Es handelt sich um die 2012 in Warschau geborene Katze Diana, die seit fünf Jahren in Niedersachsen lebt. Auf dem rechten Bild handelt es sich um einen damals einjährigen Nachwuchs-Amurtiger aus dem Zoo Duisburg.

Olaf Goldbecker

Im Gespräch mit dem Euronerz-Vorsitzenden Wolfgang Festl

Wolfgang Festl ist Vorsitzender des Vereins Euronerz. Hauptberuflich ist er als Revierleiter im Zoo Osnabrück angestellt, privat steht auf seinem Grundstück die Verpaarungsstation, die dafür sorgt, dass Nerze nachgezüchtet und wieder angesiedelt werden können. Über die aktuellen Geschehnisse sprach Charity Kalender mit ihm:

 

Charity Kalender: Wie verlief die Zucht in diesem Jahr?

Wolfgang Festl: Durchschnittlich. Etwa 40 Jungtiere konnten aufgezogen werden. Wenn es gut läuft, schaffen wir 60, wenn es schlecht läuft nur 25 Tiere pro Jahr.

 

CK: Wie viele dieser Tiere konnten wiederangesiedelt werden?

Festl: 30 sind in diesem Jahr am Steinhuder Meer angesiedelt worden, die anderen kommen ins Zuchtprogramm.

 

CK: Wie hoch ist die Aufzuchtrate?

Festl: Etwa 40-60% der Fähen bekommen Nachwuchs. Wir wissen noch gar nicht so viel über das Paarungsverhalten, viele Exoten sind besser erforscht als manche einheimische Tierart. Es fehlen wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich mit diesen Themen beschäftigen. In der Wildnis sind Nerze absolute Einzelgänger, möglicherweise hemmt auch die Nähe zu anderen Tieren die Aufzuchtrate.

 

CK: Wie lange können die Tiere leben?

Im Schnitt werden die Tiere 5-6 Jahre alt. Eine Fähe bekommt normalerweise 3-4x Nachwuchs in ihrem Leben mit bis zu fünf Jungtieren. Unser Rekord im Zuchtzentrum liegt bei einer 10-jährigen, die noch einfachen Nachwuchs bekommen hat.

 

CK: Das Steinhuder Meer ist das Kernstück des Auswilderungsprojekts. Würde die Population sich dort bereits von allein tragen ohne Nachwuchs dort anzusiedeln?

Festl: Wahrscheinlich nicht. Es ist dort eine gute Lage und wir wissen, dass es in der Natur auch schon Nachwuchs gegeben hat, aber wir kennen die Bestandzahlen nicht. Das Gebiet steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden, wir haben nur Material aus Fotofallen. Von daher wissen wir, dass es dort Nerze gibt und es auch schon Jungtiere gegeben hat, aber konkrete Zahlen kann man nicht nennen.

 

CK: Anfang des Jahres haben wir über ein neues Zuchtzentrum gesprochen. Steht das mittlerweile?

Festl: Aus verschiedenen Gründen ist der Aufbau der Station in Verzug geraten. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Arbeiten noch dieses Jahr abgeschlossen werden können.

Olaf Goldbecker

Kalenderbilder „Bedroht 2020“

Hier finden Sie alle Bilder des aktuellen Kalenders in der Übersicht

Olaf Goldbecker

Unterstützung für den Charity Kalender

Auf der Website des Zoo Osnabrück befindet sich aktuell ein Beitrag über den Charity-Kalender. Anlass ist die Unterstützung des Projekts Euronerz, das federführend von Wolfgang Festl betrieben wird, der hauptberuflich als Revierleiter im Zoo angestellt ist. Mehr über dieses Projekt folgt an dieser Stelle in Kürze. Ein Dankeschön geht auch an die Zoofreunde Duisburg, die den Charity Kalender in ihrem Newsletter vorgestellt haben.

 

Den Bericht auf der Website des Zoo Osnabrück kann man hier nachlesen:

https://www.zoo-osnabrueck.de/aktuelles/news/artikel/news-title/neuer-charity-kalender-217/

 

Olaf Goldbecker

Bedroht 2020 – das Titelbild in der Vorstellung

Asiatische Elefanten kommen im südlichen bis südöstlichen Bereich des Kontinents vor. Waren es einst weite Teile der Landmasse, in denen die Tierart vorkam, sind es heute nur noch einzelne versprengte Gebiete. Die größte Anzahl lebt in Indien mit etwa 25.000-30.000 Tiere, davon die Hälfte im südlichen Teil des großen Staats. Zugute kommt den Elefanten ihre Überlebensfähigkeit in verschiedenen Vegetationszonen, so dass sie auch in für die Menschen unwirtlichen Regionen existieren können.

 

Im Vergleich zum größeren Verwandten aus Afrika erheben sich zwei Buckel auf dem Kopf, die den höchsten Punkt am Körper darstellen, während der afrikanische Elefant mit flachem Kopf im Schulterbereich seine größte Erhöhung hat. Der Rücken verläuft gerade, beim Pendant aus der Südhalbkugel bildet sich eine Art Sattel. Eher bekannt ist, dass die Ohren beim Asiatischen Elefanten erheblich kleiner sind, oft weisen sie nur die Hälfte der Größe im Vergleich zum Afrikanischen Elefanten auf.

 

Anzutreffen sind die Elefantenbullen alleine oder in Junggesellengruppen, während die Kühe in Herden mit Verwandten und deren Jungtieren unterwegs sind. Diese Gruppen können bis 30 Tiere umfassen, allerdings ist der Großteil der Herden nur mit bis zu sechs Individuen unterwegs. Oftmals legen die Gruppen dabei weniger als zwei Kilometer am Tag zurück.

 

Etwa 1500 vor Christus wurde der Asiatische Elefant bereits gezähmt und als Arbeitstier eingesetzt, vornehmlich als Baumfäller und zum Wegschleppen der Baumstämme. Die Tradition wurde bis heute fortgeführt. Vor touristischem Elefantenreiten in Asien ist allerdings aufs Äußerste zu warnen. Die Elefanten wurden hierfür unter höchsten Qualen brutal zugerichtet, Tierfreunde sollten solche Aktivitäten unbedingt meiden.

 

Der Asiatische Elefant gilt als stark gefährdet. Hauptgründe sind die Jagd auf das Elfenbein sowie der Lebensraumverlust. In Asien kommt der Elefant heute in den Ländern vor, die am dichtesten besiedelt sind, so dass Konflikte vorprogrammiert sind. Die stark steigende Zahl an Menschen benötigt Häuser und Nahrungsmittelanbau auf der Route der Elefanten, die wiederum durch die neuen Hindernisse auf ihrem Weg in Panik geraten. Die daraus resultierenden Konflikte führen zu Toten auf beiden Seiten.

 

Auf dem Bild ist der Elefant „Pinky“ zu sehen, eine etwa 53 Jahre alte Elefantenkuh, die im Burgers‘ Zoo im niederländischen Arnheim lebt. Viel weiß man über die Anfangsjahre des noch in Asien geborenen Elefanten nicht. Erst 1981 taucht sie in den Registern auf als sie von einem kleinen niederländischen Safaripark in den Burgers‘ Zoo wechselte. Dort lebte sie immer mit ein oder zwei anderen Kühen zusammen, hat entsprechend auch nie Nachwuchs gezeugt. 2009 schien es mit Pinky bereits zu Ende zu gehen, die Kuhpocken sorgten für einen Gewichtsverlust von einer halben Tonne, doch sie rappelte sich wieder auf. Da der Burgers‘ Zoo eine relativ kleine Elefantenanlage hat, stellt man diese mittlerweile als Altersresidenz zur Verfügung, die sich Pinky zuletzt acht Jahre lang mit der Elefantenkuh Rekka teilte, die im Frühjahr verstarb.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender November: Südafrikanische Spießböcke

Eine Herde Südafrikanischer Spießböcke mitten in der Nachwuchszeit kann man auf diesem Bild betrachten, das auf dem Gelände der Kuzikus Farm in Namibia entstanden ist. Die Art kommt vornehmlich in trockenen Gebieten vor, kann aber auch in der Savanne gefunden werden. Sie gelten als besonders zähe Tiere, denen heißen Tage in Wüstengebieten nicht viel ausmachen.

Die auffälligen Tiere mit den langen Hörnern und der schwarz-weißen Gesichtsmaske werden auch Gemsbock genannt, auf Englisch heißen sie aus dem Afrikaans stammend Gemsbok. In beiden Sprachen stammt der Name von der Gämse ab. Der Begriff Oryx wird auch verwendet, ist aber verwirrend, weil Oryxantilopen allgemein eine Gattung an Pferdeantilopen bezeichnet, deren größte Unterart eben die Südafrikanischen Spießböcke sind.

Die Schulterhöhe der Tiere beträgt etwas 1,20 m, während die Hörner – von beiden Geschlechtern getragen – im Schnitt etwa 85 cm lang sind, aber auch bis 1,50 m hoch werden können. Untereinander werden die scharfen Hörner kaum eingesetzt. Männchen besetzen als Einzelgänger ein Territorium, während Weibchen in Herden umherziehen und in den Territorien vom jeweiligen Bock verteidigt werden. Die Rivalenkämpfe finden dabei größtenteils mit Ritualen und Gesten statt. Das Horn ist allerdings oft das Verhängnis für die Tiere, sie stellen eine begehrte Jagdtrophäe dar. Dennoch gibt es noch genug Südafrikanische Spießböcke, die Art gilt als nicht gefährdet.

Kurioserweise leben auch etwa 3.000 Südafrikanische Spießböcke in New Mexico. Von 1969 bis 1977 haben wurden 93 Tiere dort ausgewildert, die sich angesichts fehlender natürlicher Rivalen extrem vermehrt haben.

Olaf Goldbecker

Namibia-Bild Oktober: Sekretär

Eine wahrhaft besondere Vogelart ist der Sekretär, benannt nach den früheren Beamten wegen seiner auffälligen Federkiele. Mit einer Höhe von 1,20 m schreitet er durch die Landschaft und nutzt seine langen Beine zur Nahrungsgewinnung. Kleinsäuger, Insekten, sogar Schlangen und andere Reptilien gehören zu seiner Beute. Dafür nutzt er offene Landschaften so wie hier auf dem Bild im Etosha Nationalpark – seine komplette Beute erlegt der Sekretär am Boden. Dort legt er gut 20 Kilometer am Tag zurück, in die Luft begibt er sich nur selten.

 

Genaue Bestandszahlen gibt es nicht, aber die IUCN listet die Art als gefährdet, weil die Bestände stark zurückgehen. Feinde haben adulte Sekretäre eigentlich keine, nur die Jungtiere können Beute werden von anderen Vogelarten. Die Nester hoch in den Bäumen sind von Säugern nicht zu erreichen. Die Weibchen legen zwei oder drei Eier, aber im Schnitt kommt nur ein Tier hoch, die anderen werden gefressen.

Olaf Goldbecker

Raubtierbild Oktober: Südafrikanischer Gepard

Der Gepard ist die größte zu den Kleinkatzen zählende Raubtierart. Die Einstufung ist durchaus überraschend bei 1,50 m Länge trotz derer er nur 60 kg auf die Waage bringt. Die Maximalgeschwindigkeit des Gepards wird häufig mit 110-120 km/h angegeben, was allerdings leicht übertrieben ist. Die meisten Geparden erreichen keine 100 km/h und können dies auch nur für wenige Sekunden durchhalten. Das Geschwindigkeitsmittel beträgt etwa 50 km/h bei einem Sprint. Da sie auf eben diese Sprints zum Jagen angewiesen sind, benötigen sie die offene Graslandschaft zum Leben.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Raubtieren der Region jagen Geparden vornehmlich tagsüber und vermeiden so Fresskonkurrenz. Wenn man mehrere adulte Geparden zusammen sieht, handelt es sich normalerweise um Kater, die sich in Kleingruppen zusammenschließen. Die Katzen sind Einzelgänger außerhalb der Nachwuchsaufzucht – auch in Zoos werden die Tiere außerhalb der Paarungszeit normalerweise einzeln gehalten. Bis zu acht Junge bringen die Weibchen zur Welt, allerdings ist die Säuglingssterblichkeit hoch. Auch wenn der Nachwuchs die ersten zwei Monate im Bau bleibt, werden sie oft zum Opfer von anderen Raubtieren. Alt werden die meisten Geparden ohnehin nicht, die meisten erreichen in der freien Wildbahn keine zehn Jahre, in Zoos können 15 Jahre geschafft werden.

 

Geparden kommen in Asien und Afrika vor, wobei der asiatische Gepard (vom Aussterben bedroht) nur noch um die hundert Tiere umfasst. Der afrikanische Gepard besteht aus mehreren Unterarten und wird als gefährdet gelistet. In Zoos ist wie auch hier im Burgers‘ Zoo in Arnheim meist der südafrikanische Gepard zu sehen.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, September-Bild: Südwestliches Spitzmaulnashorn

Die Geschichte der Nashörner ist bekanntermaßen eine sehr Traurige. Ostasiatischer Hokuspokusglaube führt zu irrwitzigen Preisen für das aus simplem Keratin bestehende Horn, das angeblich heilende Wirkung für Krebs und Impotenz besitzt. Dieser Schwachsinn führt dazu, dass Einheimische mit für ihre Verhältnisse extrem viel Geld verleitet werden, ein hohes Risiko einzugehen, um für das Geld zu wildern. Sie setzen sich dabei selber höchsten Gefahren aus, denn die Nashörner werden überall von Rangern bewacht. Dabei gilt jedoch: je größer der Freiraum für die Tiere desto besser stehen die Chancen für Wilderer.

 

Die namibische Regierung hat leider längst kapituliert und einen Großteil der Tiere aus den großen Parks herausgeholt für einen besseren Schutz. Statt sie auf den großen Flächen wie im Etosha Nationalpark zu halten, wo eine Überwachung praktisch nicht möglich ist, wurden die Tiere herausgefangen und auf Farmen verteilt, die große Flächen besitzen, aber halt deutlich kleiner und besser zu verteidigen sind. Vorstellen muss man sich das wie ein System in Zoos: der Nachwuchs wird durch einen Zuchtkoordinator geregelt, die Tiere im gewissen Alter von einer Farm zu einer anderen transportiert, um Inzucht auszuschließen. Und so spielt sich die Geschichte auch für dieses auf dem Bild gezeigte Nashorn namens Kiajo ab.

 

Kiajo wurde auf dem Gelände des Kuzikus Wildlife Reserve geboren, einer ehemaligen Jagdfarm mit über 100 km² Land, die ihr Tätigkeitsfeld ändern und die Jagd für Gäste beenden musste, um vom Staat die Erlaubnis zum Halten der Spitzmaulnashörner zu bekommen. Die Mutter von Kiajo wurde aber krank und nahm ihr Baby nicht an. Wegen der besonderen Gefährdungslage und der Wichtigkeit jedes einzelnen Tiers entschloss sich die Farm, das Nashornjunge mit der Hand aufzuziehen. Die Probleme, die daraus entstanden, sind dieselben, die Handaufzuchten in Zoos haben – sie gewöhnen sich sehr an den Menschen und suchen deren Nähe, was im Fall von Nashörnern tödlich sein kann. Wenn Gäste der Farm das Tier auch noch streicheln, kann man sich denken wie der Aktionsradius von Kiajo aussah: weit von der Farm war er nie weg. In diesem Fall ist dies aber auch der Grund, warum man ein wildlebendes Nashorn in dieser kurzen Entfernung fotografieren kann. Zum Entwöhnen von Menschen stand zum Besuchszeitpunkt der Transport des Tiers ins Mount Etjo Wildlife Reserve kurz bevor.

 

Seit der Staat Namibia die Nashörner ausgelagert hat, sind die Bestandszahlen wieder gestiegen auf knapp 2.000 südwestliche Spitzmaulnashörner, die es noch gibt. Nichtsdestotrotz sind die Tiere weiterhin stark gefährdet, weil es immer noch Menschen gibt, denen man mit rationalem Denken nicht weiterhelfen kann…

Olaf Goldbecker

Raubtierkalender, September-Bild: Kleiner Panda

In Zoos sind sie mittlerweile eine Trend-Tierart, die jeder halten möchte, wobei sie vor ein paar Jahren nur dem interessierten Fachpublikum bekannt waren: die Roten oder Kleinen Pandas, auch Katzenbären genannt. Die kleinen Tiere, die nicht viel Platz am Boden, sondern eher gute Klettermöglichkeiten benötigen und vom Publikum als äußerst niedlich wahrgenommen werden, sind aber weit mehr als nur hübsche Dekoration – um sie steht es sehr schlecht in der freien Wildbahn. Rote Pandas gelten als stark gefährdet – die in Zoos zu sehende östliche Variante kommt fast ausschließlich in China vor, wo Bejagung die Nummer 1 Gefahr darstellt. Das Fell des Tiers kommt dort als traditioneller Kopfschmuck des Bräutigams bei Hochzeiten zum Einsatz, auch andere Teile des Körpers wie der Schwanz werden verwertet, etwa als Staubwedel oder Pinsel.

 

Nicht verwandt ist der Kleine Panda mit dem Großen Panda – der Begriff rührt aus einer alten taxonomischen Einschätzung, die als überholt gilt. Die Haltung in Zoos galt einst als schwierig, weil es sich um Nahrungsspezialisten handelt, die dazu ursprünglich ausgeprägte Einzelgänger sind. In Zoos leben sie paarweise und inzwischen beträgt die Reservepopulation über 800 Tiere, damit fast 10% des freilebenden Bestands.

 

Der hier gezeigte Katzenbär lebt im niederländischen ZooParc Overloon in einer offenen Anlage, die sich vor dem Zooeingang befindet.

Olaf Goldbecker

Kein Kalenderverkauf beim Westfalen Blatt!

Leider eine negative Meldung für den Charity-Kalender: entgegen der Ankündigung, Zusage und Bestellung wird es in den 16 lokalen Geschäftsstellen des Westfalen Blatts in diesem Jahr keinen Kalenderverkauf geben. Grundsätzlich eine legitime Entscheidung, der Verkauf im Vorjahr erfolgte rein für den guten Zweck, ohne dass der Verlag da auch nur einen Cent dran verdient hat – eine sehr großzügige Maßnahme, die der Charity Kalender Aktion auch sehr geholfen hat, der Absatz dort war gut. In diesem Jahr erfolgte nach Musterzusendung die Zusage für ein weiteres Jahr, es wurden 50 Kalender wie gehabt auf Kommissionbasis gekauft. In der vergangenen Woche kam leider die Mitteilung, dass der Verlag sich entschieden hat, in diesem Jahr keine Kalender zu verkaufen. Für den Charity Kalender und vor allem die begünstigten Organisationen sehr ärgerlich, denn die 50 Kalender wurden extra für das Westfalen Blatt gedruckt und wären sonst nicht bestellt worden, sprich die Druckkosten belasten die Bilanz. Die Kalender gibt es nun in erster Linie über diese Website, derzeit darüber hinaus auch in den Schweibwarenhandlungen Plaßmann in Gütersloh-Spexard und in Halle/Westfalen.

Olaf Goldbecker

Euronerz

Artenschutz gilt als etwas, das man in Afrika und Asien betreiben muss. Dass dies auch vor der eigenen Haustür vonnöten ist, wird gerne verdrängt, erst recht wenn eine Art scheinbar unspektakulär daherkommt. Der Europäische Nerz, von der IUCN als vom Aussterben bedroht gelistet, ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

 

In Deutschland galt der Nerz seit 1925 als ausgestorben. In Osteuropa waren die Vorkommen noch größer, allerdings wurde er wegen seines Fells bejagt, etwa 50.000 Tiere kamen in Russland pro Jahr dadurch um. Nicht besser wurde die Lage der Nerze als in den 1950er Jahren der Amerikanische Mink importiert wurde – eine größere Marderart, die den Pelztierfarmern mehr Ertrag und weniger Aufwand versprach. Als der allerdings aus den Pelztierfarmen entkam, verdrängte er sein kleineres europäisches Pendant und breitete sich hier aus. Die am Wasser lebenden Nerze hatten aber nicht nur mit dem Mink, sondern zusätzlich noch mit Flussbegradigungen, Waldrodungen und Gewässerverschmutzung zu kämpfen. Seit 2011 gilt die Art offiziell als vom Aussterben bedroht, lediglich isolierte Populationen in Russland, Frankreich und Spanien gibt es noch.

 

In Deutschland hat sich im April 1998 ein Verein gegründet, der es sich zum Ziel gemacht hat, den Nerz hierzulande wieder anzusiedeln. Bei einer Forschungsarbeit der Universität Osnabrück gelang 1997 aus Novosibirsk erhaltenen Tieren die erstmalige Nachzucht in menschlicher Obhut in Westeuropa, ein Anstoß für den Verein „Euronerz“. Auf dem Gelände des Vorsitzenden Wolfgang Festl im Osnabrücker Land wurde eine provisorische Verpaarungsstation eingerichtet, in der die strikten Einzelgänger unter Aufsicht verpaart werden. Die trächtigen Fähen werden dann in viele Tierparks der Republik gefahren, wo sie den Nachwuchs zur Welt bringen. Dies gibt die Gelegenheit, in den Parks auf die Situation der Nerze aufmerksam zu machen. Im Alter von drei Monaten ist der Nachwuchs selbständig und muss von der Mutter getrennt werden, die Einzelgänger möchten sich nicht länger sehen. Die Fähen kommen zurück ins Zuchtzentrum und der Nachwuchs wird selektiert. Da Nerze nur in den ersten drei Lebensjahren – die Lebenserwartung beträgt maximal zehn Jahre – Nachwuchs zur Welt bringen, muss ein Drittel der Fähen immer zur Zucht verbleiben. Die übrigen Tiere werden vom Zuchtbuchkoordinator im estnischen Tallinn verwaltet und damit auch ausgewählt, welche Tiere in einer nächsten Stufe für die Wiederansiedlung vorgesehen werden.

 

Bislang gibt es zwei Ansiedlungsgebiete, zum einen im Saarland, zum anderen am Steinhuder Meer. Im Saarland wird seit 2006 versucht, den Nerz wieder anzusiedeln, bislang mit mäßigem Erfolg. Besser sieht es in Niedersachsen am Steinhuder Meer aus, wo das Projekt seit 2010 stattfindet und nachweislich auch schon Nachwuchs im Freiland zur Welt kam. Bevor die Tiere allerdings angesiedelt werden können, müssen sie auf die Freiheit trainiert werden, was in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen geschieht.

 

 

Der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Festl, dem seinerzeit als Mitarbeiter an der Uni Osnabrück die erste Nachzucht gelang, und der mittlerweile als Revierleiter im Zoo Osnabrück arbeitet, fährt für die Nerze etwa 15.000 Kilometer pro Jahr in seiner Freizeit. Nebenbei steht derzeit ein Neubau der Zuchtstation auf dem Programm, ein finanzieller Kraftakt für den Verein, der zum Teil von der Haarmann-Stiftung finanziert wird. Immerhin ist für das Futter der Tiere in der Aufzuchtstation gesorgt – vom Volumen etwa sechs Eintagsküken pro Nerz je Tag – denn das trägt der Arbeitgeber Festls aus seinem Pensum.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, August-Bild: Afrikanischer Leopard

Wenn man nach Afrika fährt, gilt die Sichtung eines Leoparden als großes Glück. Die scheue Raubkatze möchte sich nicht jedem zeigen, und auch am Wasserloch im Etosha Nationalpark war weit und breit nichts von Raubtieren zu sehen. Große Kudus badeten im Wasser und Impalas standen gemütlich in der Nähe. Plötzlich starrten die Tiere gebannt auf das angrenzende ‚Waldstück‘ wenn man die verdorrten Bäume denn so nennen will – und wenig später schossen die unter starker Anspannung stehenden Antilopen aus dem Wasser hinaus.

 

Gebannt starrten sie und die Impalas auf die Lichtung

 

Die Vermutung lag nahe, dass ein Raubtier in der Nähe sein musste – und richtig, zwischen den Bäumen trabte ein Leopard heraus.

 

Die Sorge der Huftiere erwies sich jedoch als unbegründet. Der Leopard stiefelte gemächlich zum Wasserloch und wollte dort seinen Durst stillen. Eilig hatte er es nicht, und so konnte man ihn einige Minuten lang beobachten, ehe er wieder dahin verschwand, wo er herkam.

 

 

 

Bei der Bedrohungsstufe wird durch die IUCN nicht zwischen den einzelnen Unterarten unterschieden. Unterm Strich gilt der Leopard als gefährdet, wenngleich der Afrikanische Leopard noch deutlich häufiger vorkommt als seine Verwandten in Asien. Schätzungen variieren sehr stark und rangieren zwischen 250.000 und 750.000 Tieren. Mit Ausnahme von kleinen Beständen in Marokko und Ägypten kommt die Art südlich der Sahara in vielen Ländern vor.

Olaf Goldbecker

ACCB Kambodscha – Angkor Center for Conservation of Biodiversity

Der Allwetterzoo Münster ist Träger des Angkor Center for Conservation of Biodiversity, kurz ACCB, das eine maßgebliche Rolle im Arten- und Naturschutz in Kambodscha innehat. Als eines der ersten Zentren seiner Art im Jahr 2004 gegründet, arbeitet es heute im Lebensraumschutz, baut Erhaltungszuchten auf, dient als Auffangstation für verletzte oder beschlagnahmte Wildtiere und betreibt Umweltbildung. Aktuell arbeiten im ACCB 30 Angestellte, darunter auch der aus Halle/Westfalen stammende Leiter des Zentrums, Michael Meyerhoff. Der Schwerpunkt im Artenschutz liegt auf den Süßwassersystemen, die zu den stark bedrohten Lebensräumen von Schildkröten- und Vogelarten zählen. Durch Rodung ihrer südostasiatischen Lebensräume beraubt und durch Wilderei und illegalen Tierhandel in der Population nahezu ausgerottet, gelten Schildkröten als die global gefährdetste Wirbeltiergruppe. Daher etabliert das ACCB derzeit Zuchtprogramme, um später Tiere in geeigneten Lebensräumen wieder anzusiedeln.

Wie aber kommt man auf Kambodscha als Standort für ein solches Naturschutzzentrum? Ursprünglich war dies eine Idee des ortsansässigen Biologen Sam Veasna, der eine Station für beschlagnahmte Wildtiere schaffen wollte, mit der gleichzeitig die lokale Bevölkerung über die Arten und die Wichtigkeit des Artenschutzes aufgeklärt werden sollte. Veasna selber verstarb 1999 bei einem Forschungseinsatz an Malaria. Die Idee lebte aber weiter und wurde auch dem Allwetterzoo zugetragen. Der damalige Direktor des westfälischen Zoos, Jörg Adler, flog daraufhin nach Südostasien und begutachtete die Situation vor Ort, ehe der Startschuss für das Projekt erfolgte. Heute engagieren sich der aktuelle Zoodirektor Dr Thomas Wilms, sowie Dr Philipp Wagner, Kurator für Forschung und Artenschutz, um das ACCB bekannter zu machen und die Finanzmittel für die Zukunft zu sichern. Charity-Kalender wird über das Projekt im Verlauf der Aktion näher berichten.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, August-Bild: Riesenotter

Sein kräftiges Gebiss zeigt dieser Riesenotter aus dem Zoo Miami, einem Zoo, der sich aufgrund seiner Lage auf die südlichen Tierarten spezialisiert hat. Zu ihnen gehört die in Südamerikas Flüssen beheimatete längste Marderart der Welt. Im Vergleich zu anderen Otterarten ist der Riesenotter ein in Gruppen lebender Gemeinschaftsjäger, der es nicht nur auf Fische, sondern auch auf Vögel, Eier und Nagetiere abgesehen hat. Auf der anderen Seite drohen die Tiere selber zum Opfer von Kaimanen und Jaguaren zu werden. Die Lebenserwartung der Riesenotter beträgt nur 10 Jahre.

Der Riesenotter gilt als stark gefährdet, wahrscheinlich leben nur noch 1.000 bis 5.000 Exemplare in freier Wildbahn. Als tagaktive und neugierige Tiere sind sie leicht zu jagen, was hauptsächlich für das Fell in den 50er und 60er Jahren gemacht wurde. Heute ist die Umweltzerstörung ihr Hauptproblem. Die Waldrodung und Siedlungen sind ein Teil der Problematik, aber auch Gifte, die sich im Wasser verbreiten sind eine heftige Bedrohung. Quecksilber als Nebenprodukt der Goldgewinnung und Wasserverschmutzung sind genauso ein Problem wie Pestizide und Chemikalien durch die Landwirtschaft. Zudem sind die Tiere nicht gern gesehen als Nahrungskonkurrenten um Fische. Reichlich Gründe also, die eine ernsthafte Gefahr für den Fortbestand des Riesenotters ausmachen. Einige Länder wie die Guyanas, Peru und Bolivien haben inzwischen reagiert und Schutzgebiete ausgewiesen.

Es ist ein Projekt in Planung, dass Zootiere in Argentinien ausgewildert werden, doch aktuell leben in Europa nur 62 Riesenotter in 19 verschiedenen Zoos.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender, Juli-Bild: Wasserloch-Szene am Okaukuejo Camp

Im Bild befindet sich das wahrscheinlich berühmteste Wasserloch Namibias, Okaukuejo. Im Süden des Etosha Nationalparks befindet sich ein umzäuntes und damit vor Tieren geschütztes Camp, in dem man übernachten kann, und das auch sonst für Etosha-Touristen eine Gelegenheit ist sich die Füße zu vertreten und einzukaufen oder Mittagessen zu sich zu nehmen. Gegründet wurde Okaukuejo einst von den deutschen Kolonialherren als Militär- und Polizeistation, aus der Zeit steht auch noch ein Turm als Wahrzeichen der Station. Heute dient der Ort auch als Verwaltungssitz für den Etosha Nationalpark sowie das Etosha Ecological Institute. Seit 1950 fungiert Okaukuejo als Camp innerhalb des Parks für Touristen.

Im trockenen Wüstenklima Namibias stellen die Wasserlöcher die sichersten Tiersichtungspunkte dar. In Okaukuejo kann man nahezu rund um die Uhr die Raststationen der unterschiedlichsten Tierarten beobachten. Von Elefanten über Huftieren und Vögeln bis hin zu Löwen macht hier alles einen Wasserstop und bietet dadurch schon ein abwechslungsreiches Kino, weil man nie weiß, wer als Nächstes auftaucht.

Wer auf diesem Wimmelbild sucht, wird folgende Tierarten entdecken: im Vordergrund trinken Springböcke, von denen auch Einzeltiere und eine Kleingruppe sich weiter hinten schon vom Wasserloch entfernen. Im Wasser stillen Burchell-Steppenzebras ihren Durst und baden dabei. Weitere Steppenzebras sind im Hintergrund sowohl im Anmarsch wie auch schon im Abgang. Mittig rechts am Wasserloch befindet sich ein Paar Großer Kudus – das Weibchen steht bereits im Wasser, das noch relativ junge Männchen trinkt. Oben links liegen drei südliche Streifengnus auf dem Boden und warten wohl auf freie Bahn. Ganz rechts am Bildrand spaziert noch ein Spießbock in Richtung Wasserloch. Wenn man die zwei Vögel im Vordergrund vernachlässigt, deren Art man nicht identifizieren kann, kommt man also auf fünf verschiedene Tierarten, die sich auf diesem Bild zeigen.

Olaf Goldbecker

Raubtier-Kalender, Juli-Bild: Kalifornische Seelöwen

Das dritte und letzte Bild eines im Wasser lebenden Raubtiers findet sich im Juli-Blatt des Raubtierkalenders. Zu sehen ist eine Gruppe von acht sich sonnenden Kalifornischen Seelöwen in der hervorragenden Anlage der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen.

Der Begriff „Kalifornischer“ Seelöwe verleitet so manchen Zoobesucher zu der Annahme, dass die Tiere warmes Wasser haben müssen. Das ist weit gefehlt. Eine große Kolonie dieser Meeressäuger findet man stets am Pier 39 in San Francisco, in Dutzenden eng aneinander gepfercht – ein Bild ist unten angefügt. Wer schon mal in San Francisco war und eine Tour raus Richtung Golden Gate Bridge gemacht hat, weiß wie schnell es dort kalt wird wenn man sich vom Festland entfernt. Die Maximaltemperatur des Wassers in der San Francisco Bay und an der gesamten Westküste der USA liegt bei 20 Grad Celsius im Sommer. Wenn man bedenkt, dass die Kalifornischen Seelöwen bis hoch nach Alaska schwimmen, kann man erahnen, dass die dicke Fettschicht – Blubber genannt – die Tiere ausreichend wärmt, so dass man sich auch keinen Kopf um Wassertemperaturen in Zoos machen muss.

Leicht zu unterscheiden – auch auf diesem Bild – sind die Bullen von den Weibchen. Die Körperlänge ist gar nicht mal so ausschlaggebend (2,20 m zu 1,80 m), aber Männchen werden bis 400 kg schwer und damit viermal mehr als die Kühe. Zur Paarung finden sich die Tiere an der Küste ein. Die Männchen sind einige Tage vor den Weibchen vor Ort und kämpfen bei Eintreffen der Kühe um die Vorrangstellung. Die schwächeren Bullen werden abgedrängt, so dass gesichert ist, dass die stärksten Bullen auch die meisten Weibchen abbekommen – im Schnitt etwa 16.

Der Kalifornische Seelöwe wurde einst gejagt und stand Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben. Der Bestand hat sich aber erholt, man schätzt ihn auf etwa 160.000 bis 250.000 Tiere ein, weswegen eine geringe Quote in Washington und Oregon zur Jagd freigegeben ist. Natürlich Feinde sind große Haiarten und Orcas. Die Tierart gilt als friedlich und ebenso neugierig wie intelligent, daher eignet sie sich gut für Zoos, aber auch die amerikanische Navy nutzt Seelöwen für militärische Einsätze.

Olaf Goldbecker

Weltgiraffentag – Bedrohte Riesen

Der 21. Juni ist der Weltgiraffentag. Die grazilen Riesen waren noch vor wenigen Jahren nicht mal als gefährdet eingestuft, was mittlerweile deutlich anders aussieht. Erst 2016 stellte die IUCN die Giraffen in ihrer Gesamtheit ohne Abstufung nach Arten als gefährdet ein. Im gleichen Jahr brachte eine Studie des Senckenberg Instituts hervor, dass es vier Giraffenarten gibt anstelle der Einordnung der IUCN als eine Art mit neun Unterarten. Zwar hat die internationale Umweltbehörde diese Einteilung nach wie vor nicht übernommen, aber immerhin stuft man jetzt detaillierter ein und dies zeigt für einige Arten deutlich auf wie schlecht es um sie steht. Insgesamt existieren etwa noch 110.000 Giraffen auf dem Erdball. Grund für den schweren Stand der Giraffe ist in erster Linie der Lebensraumverlust durch das starke Bevölkerungswachstum mit seinen Folgeerscheinungen in Afrika.

Netzgiraffe, Solio Ranch, Kenia

Einteilung der Giraffen nach IUCN:

Kordofangiraffe, Nubische Giraffe – vom Aussterben bedroht

Netzgiraffe – stark gefährdet

Thornicroft Giraffe, Westafrikanische Giraffe – gefährdet

Rothschildgiraffe – potenziell gefährdet

Angola-Giraffe – nicht gefährdet

Massai-Giraffe, Südafrikanische Giraffe – nicht bewertet

Nach IUCN Rothschildgiraffen, nach Senckenberg-Institut Nubische Giraffen, Erlebnis-Zoo Hannover

Dieses Schaubild der Giraffe Conservation Foundation (GCF) zeigt schön die Verteilung und die neue Einteilung der Giraffenarten nach der Studie des Senckenberg Instituts.

Quelle: Giraffe Conservation Foundation – giraffeconservation.org

Massai-Giraffe – keine Unterarten – 35.000 Tiere

Nordgiraffe – Unterarten Kordofangiraffe (2.000 Tiere), Nubische Giraffe (3.000 Tiere), Westafrikanische Giraffe (600 Tiere)

Netzgiraffe – keine Unterarten – 16.000 Tiere

Südgiraffe – Unterarten Südafrikanische Giraffe (37.000 Tiere), Angola-Giraffe (18.000 Tiere)

Süd-Giraffe, Unterart Angola-Giraffe, Etosha-Nationalpark, Namibia
Massai-GIraffe, Crescent Island, Kenia
Olaf Goldbecker