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Ol Pejeta

Die Artenschutzorganisation Ol Pejeta hat in den letzten Jahren Berühmtheit erlangt, weil sie die letzten Nördlichen Breitmaulnashörner beherbergt, die es überhaupt noch gibt. Die Tiere Sudan, Fatu und Najin wurden aus den Zoos in San Diego und Dvur Kralove mit einer Resthoffnung auf Vermehrung nach Kenia zurückgebracht, aber Sudan war nicht mehr zeugungsfähig und verstarb drei Monate vor meiner Reise. Sehen kann man die Tiere ohnehin nicht, sie leben streng bewacht hinter den Kulissen – wie übrigens viele andere Nashörner auch auf Koppeln und nicht etwa auf dem Gelände untergebracht sind, wo sie rund um die Uhr von bewaffneten Rangern geschützt werden.

 

 

Ol Pejeta ist ein 360 km² großes Gelände, das erst seit 1988 dem Artenschutz dient. Zuvor war dort eine riesengroße Viehzucht angesiedelt mit wechselnden Besitzern. Den Umschwung von Viehzucht zu Artenschutz verdankt man den Elefanten, denn die Farm lag auf ihrer Wanderroute von Mount Kenya zu den Aberdares, und sie rissen ständig die Zäune ein, wodurch die Nutzviehhaltung zu teuer wurde. Mittlerweile umgibt ein elektrischer Zaun das Gelände, um Konflikte mit der Bevölkerung zu vermeiden, verhindert auf der anderen Seite aber auch, dass die Herden ihre natürlichen Routen bewandern können. Heute gehört das Projekt dem britischen Unternehmen Flora and Fauna International.

 

 

Nashörner sind das prominenteste Thema auf Ol Pejeta, die größte Nashornhaltung Kenias gibt es hier. Insgesamt hat man aber alle Tierarten auf dem Gelände, die man in Savannen auch außerhalb antrifft, also auch die kompletten Big Five. Eine Besonderheit gibt es noch, nämlich das Sweetwater Chimpanzee Sanctuary, einem zooähnlichen Gehegekomplex, in das konfiszierte Schimpansen aufgenommen werden. In Kenia selbst leben keine Schimpansen, aber aus anderen Ländern werden Tiere dort eingestellt, die in vielen Fällen als Haustiere gelebt haben und von den Behörden einkassiert wurden.

 

Olaf Goldbecker

Lake Naivasha / Crescent Island

Crescent Island ist eine Insel im Lake Naivasha, die Berühmtheit erlangt hat als Drehort für den Oskar-prämierten Film „Jenseits von Afrika“. Seinerzeit wurden Tiere auf die Insel gebracht, um eine entsprechende Kulisse für den Hollywood-Streifen zu haben. Nach Ende der Dreharbeiten hat man die Tiere dort belassen, wo sie durch die isolierte Lage ohne Feinde leben. Die Insel erreicht man mit kleinen Motorbooten.

 

 

Bekannt ist der Lake Naivasha auch durch die angesiedelte Blumenindustrie, ein Großteil der hierzulande angebotenen Rosen stammt von dort. Der See leidet unter niedrigem Wasserstand – etwa nur noch ein Drittel im Vergleich zu den 70ern – wofür die Blumenindustrie verantwortlich gemacht wird, was diese aber von sich weist. Ein schwieriger Konflikt, da dies für das Land neben dem Tourismus eine der Haupteinnahmequellen darstellt. Aus tierischer Hinsicht ist der See die Heimat für eine Fülle an Vogelarten sowie für Flusspferde. Am Seeufer befinden sich Hotels, teilweise mit eigenem Tierbestand wie in diesem Fall mit Defassa-Wasserböcken und Böhm-Steppenzebras.

 

 

 

Der See und seine Verwicklungen in die Blumenindustrie ist auch Gegenstand des sehr lesenswerten Buchs „Ich gab mein Herz für Afrika“, das über das Leben der ermordeten Tierfilmerin und Umweltschützerin Joan Root erzählt.

 

 

Olaf Goldbecker

Kalenderbilder 2021

Die Bilder entstammen einer Vorabversion. Im Kalender taucht beim Afrik. Strauß natürlich nicht der Balken mit den ? auf wie auf dieser Seite!

 

Olaf Goldbecker

Nairobi National Park

Wer nach Kenia fliegt, landet entweder in Mombasa oder der Hauptstadt Nairobi. Unweit vom Jome Kenyatta Airport der Hauptstadt fährt man auf einer Autobahn und ist nur durch einen Zaun vom Nairobi Nationalpark getrennt, der ganze 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist.

 

 

Der Nairobi National Park ist sicherlich nicht der schönste Park Kenias und mit 117 km² auch eher klein, nimmt aber eine wichtige Funktion ein. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass jeder Afrikaner sich mit Wildtieren auskennt, so leben 4,4 Millionen Menschen in der Großstadt Nairobi und haben wenig Berührungspunkte mit der Natur. Die Wichtigkeit der Natur und des Umweltschutzes kann den Großstädtern ideal im Park beigebracht werden. Bevor man auf das Gelände kommt, sieht man einige Anlagen, anhand derer Kindern Mülltrennung und Recycling beigebracht wird. Zudem befinden sich vor dem eigentlichen Parkeingang Berge mit Asche und Monumente, die an zwei Elfenbeinverbrennungen im Jahr 1989 und 2015 erinnern als insgesamt 27 Tonnen Elfenbein gewilderter Elefanten als Zeichen gegen die Wilderei verbrannt wurden.

 

 

Vom Tierbestand enthält der Park alle bekannten Arten mit Ausnahme von Elefanten. Für eine selbsttragende Elefantenpopulation reicht die Fläche von 117 km² nicht aus.

 

Olaf Goldbecker

September-Bild: Bonobo

Unter den Menschenaffen ist der Bonobo bis heute noch der Unbekannteste. Das hat seinen Grund darin, dass diese Tierart erst 1929 entdeckt wurde – und selbst das nur aus Zufall durch die Untersuchung eines vermeintlichen Schimpansenschädels in einem belgischen Museum. Bis dahin wurde der Bonobo als Schimpanse angesehen und heißt auch Zwergschimpanse, was aber kein passender Name ist, da der Größenunterschied zum eigentlichen Schimpansen marginal ist. Der ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo beheimatete Bonobo ist zierlicher, meist hat er einen Scheitel, und unterscheidet sich vornehmlich im Verhalten.

 

Wissenschaftler, die im Kongo über Jahre Bonobos erforschten und aufgrund des Bürgerkriegs das Land verlassen mussten, kamen anschließend zu Schimpansen und waren entsetzt über das, was sie sahen – diese Brutalität und harten Umgangsformen waren sie nicht mehr gewohnt. Ein anderer Wissenschaftler bezeichnete die Bonobos als Hippies unter den Menschenaffen, weil sie zur Pflege der Beziehungen zueinander und nicht nur zur Fortpflanzung Sex benutzen. Vom Verhalten abgesehen unterscheiden sie sich von den Schimpansen dadurch, dass das Gesicht weicher und weniger kantig ist, dazu ihre Lippen rot.

 

Bonobos leben in großen Gruppen zusammen, die von einem Alpha-Weibchen angeführt werden. Die Weibchen leben in Bindungen und wechselnden Hierarchien zueinander, während die Männchen untereinander kaum Kontakt pflegen. Innerhalb der Gruppen kommt es kaum zu Aggressionen, wenn sind es vornehmlich die Männchen, die miteinander in Konflikt geraten. Bei den Bonobos ist das Verhalten nach der Geschlechtsreife auch umgekehrt zu den meisten anderen Tierarten – die Weibchen verlassen die Gruppe und schließen sich einem neuen Clan an, während die Männchen ihr Leben lang in ihrer Familie verbleiben.

 

Über die Bestandszahlen des Bonobos herrscht keine Einigkeit, wahrscheinlich existieren 15.000-20.000 Tiere in der freien Natur, die IUCN listet die Art als stark gefährdet. Ein Problem ist die geringe geographische Verteilung, die von Flüssen eingeschränkt ist. Dazu ist der Kongo ein sehr armes Land und das Fleisch der Bonobos wird als Nahrungsmittel verwendet. Wilderei ist die größte Bedrohung für die Tiere. Dazu wächst aber die Bevölkerung rasant und es werden immer mehr Flächen für die Nahrungsgewinnung benötigt. Zusätzlich ist ihre Region reich an Erdöl und bietet beste Bedingungen für die Palmölgewinnung, so dass man befürchten muss, dass die Industrie eines Tages den Lebensraum besetzen wird. Zudem sind die Menschenaffen aufgrund ihrer ähnlichen Konstitution anfällig für Krankheiten der Menschen und so stellt Ebola eine Gefahr für die Tiere dar.

 

Olaf Goldbecker

August-Bild: Sahara-Dorkasgazelle

Die Dorkasgazelle stammt aus Nordafrika, dazu leben etwa 2.000 Tiere in Israel. Die Population in Israel ist stabil, während die 35.000 in Nordafrika lebenden Tiere abnehmende Tendenzen haben, vornehmlich wegen Großjagden aus Flugzeugen und von Motorrädern. Ihre Heimat sind in erster Linie Wüstengebiete, an die sie hervorragend angepasst sind. Sie braucht keine Wasserquelle, ihr reicht das Wasser, das sie aus den Futterpflanzen herauszieht.

 

Der Namen Dorkas ist griechisch und heißt bereits Gazelle, so dass der Begriff Dorkasgazelle im Grunde „Gazelle Gazelle“ heißt. Ihre Sozialstruktur ist anpassungsfähig. In harten Konditionen leben sie paarweise, in besseren Lebensräumen bilden sie eine klassische Haremsgruppe aus einem Bock, mehreren Weibchen und ihrem Nachwuchs. Die Babys werden abgelegt, wobei die Mutter sich nicht weit weg entfernt und äußerst aggressiv auf Störungen reagiert, es gab durchaus schon Todesfälle durch sich bedroht fühlende Mütter.

 

Hervorstechendste Fähigkeit der Tiere ist ihre Schnelligkeit. Auf der Flucht erreichen sie Geschwindigkeiten von deutlich über 80 km/h. Dies in Kombination mit Zickzack-Bewegungen macht sie auch zur schweren Beute für Raubtiere, eher ältere und kranke Tiere werden gerissen. Mehr zu schaffen machen den Tieren menschliche Siedlungen mit ihrem benötigten Farmland, das den Lebensraum verringert und Haustiere als Nahrungskonkurrenten mit sich bringt.

 

Auf den Bildern zeigen sich Mutter und Nachwuchs der Sahara-Dorkasgazelle, einer in der Westlichen Sahara vorkommenden Unterart, die fast ausgestorben ist. Das Foto entstand im Zoo Barcelona, der sich dem Erhalt dieser Spezies besonders verschrieben hat. Ausgesuche im Zoo nachgezüchtete Tiere werden in Senegal wieder angesiedelt.

 

Olaf Goldbecker

Juli-Kalenderbild: Berberaffen

Berberaffen sind im Gegensatz zu ihrem für Affen eher unspektakulärem Aussehen besondere Tiere, was man gar nicht so vermuten würde. Sie gehören zu den Makaken, die eigentlich alle in Asien vorkommen – bis auf eben den Berberaffen, auch Magot genannt. Seine Heimat ist Algerien und Marokko, wo er in bewaldeten oder auch sehr felsigen Höhenlagen vorkommt.

 

Etwa 230 Tiere leben zudem in Gibraltar, was sie zur einzigen Affenart in Europa werden lässt. Allerdings sind dies dort importierte Tiere. Der Bestand war fast schon zusammengebrochen, aber weil eine Legende besagte, dass Gibraltar so lange in britischer Hand bleibt wie Berberaffen dort leben, ließ Winston Churchill die Population mit Tieren aus Nordafrika wieder auffüllen. Sind es damit keine eigentlichen Europäer? Sehr weit gefehlt, denn Fossilienfunde belegen, dass diese Affenart ursprünglich komplett in Europa beheimatet war – und dies sogar in Deutschland, genauer gesagt von Italien über Deutschland bis nach Osteuropa. Mit dem Einsetzen der letzten Eiszeit vor 30.000 Jahren hatte sich das dann erledigt.

 

Berberaffen sind Gruppentiere, die in strengen Sozialverbänden leben. Ein dominantes Männchen ist der Boss der Gruppe, die durchaus andere Männchen umfasst, die sich sogar fortplatzen können, aber der Chef steht in der strengen Hierarchie oben und hat die besten Chancen auf eine Verpaarung. Dadurch, dass die Tiere promiskuitiv sind, wissen die Männchen nicht, ob sie wirklich der Vater der Jungtiere sind und kümmern sich bereitwillig um den Nachwuchs. Der männliche Nachwuchs verlässt mit Eintreten der Geschlechtsreife in etwa im Alter von fünf Jahren die Gruppe, während der weibliche Nachwuchs in der Gruppe bleibt. Weibchen können etwa 30 Jahre alt werden, die Männchen schaffen fünf Jahre weniger.

 

Trotz ihrer einst großen Verbreitung sind die Berberaffen heute als stark gefährdet gelistet. Der Großteil der Population lebt noch in Marokko. Probleme hat die Tierart einige. Das Kleinste ist, dass er bei Leoparden, Hyänen und auch einigen Greifvögeln auf der Speisekarte steht. Gravierender ist das Einfangen als Haustier und als Touristenattraktion. Das größte Problem aber ist die zunehmende Agrarwirtschaft, die zum einen den Lebensraum verkleinert und defragmentiert, aber auch in der Folge, dass die Tiere natürlich von der Ernte angelockt werden, was die Betreiber der Felder nicht erfreut und zu entsprechenden Gegenaktionen führt.

 

Für Menschen ist der Berberaffe hingegen eher nicht gefährlich, viele Zoos bieten begehbare Anlagen an. Ein prominentes Opfer hat ein Berberaffe allerdings einmal verursacht und zwar König Alexander von Griechenland. Der lief nämlich mit seinem Hund durch die Gegend als der Hund in einen Kampf mit einem Affen geriet. Ein Magot kam hinzu und biss dem König ins Bein und in die Brust. Er wollte das nicht an die große Glocke hängen mit der Folge, dass er an einer Blutvergiftung 1920 starb.

Olaf Goldbecker

Juni-Bild: Flusspferd

Das Flusspferd ist in groben Zügen jedem bekannt. Die schweren Kolosse – nach Elefanten und Breitmaulnashörnern die schwersten Landtiere – kommen in Afrika überall an den größeren Flüssen vor. Bis zu 150.000 Tiere werden aktuell noch geschätzt, doch die Tendenz ist stark abnehmend, weswegen die Flusspferde als gefährdet gelistet sind.

 

Zu klären gilt zunächst der Name. Flusspferd, Nilpferd, Hippo(potamus) – was ist denn nun richtig? Im Grunde alles und nichts, aber alle Namen sind im Deutschen gebräuchlich. Der Ursprung geht auf das griechische Wort hippopotamos zurück, von dem die Lateiner die leichte Abwandlung hin zu Hippopotamus vorgenommen haben. Zu Deutsch bedeutet dies im Grunde schon das Wort Flusspferd. Mit einem Pferd haben Hippos wenig gemeinsam, aber den aus dem Wasser ragenden Kopf empfand man wohl als pferdeähnlich. Das Wort Nilpferd ist hingegen dadurch entstanden, dass im Nil lebende Tiere als Erstes beschrieben wurden und so wurde der Fluss der Namensgeber. Heute existiert ausgerechnet an dem namensgebenden Fluss kein Flusspferd mehr.

 

Neben einem Fluss ist für die Tiere essentiell, dass es Grasflächen am Ufer für die Nahrungsaufnahme gibt. Flusspferde sind Vegetarier, auch Fische sind vor ihnen sicher. Der Magen erlaubt es Nilfperden zwar auch Aas und Fleisch zu verdauen, aber das sind seltene Ausnahmen. Über die Legende, dass Flusspferde das Tier sind, das in Afrika die meisten Menschen umbringt, gibt es keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte. Fakt ist, dass die Tiere aggressiv werden können und sowohl ein entsprechendes Gebiss haben, um töten zu können, aber auch wegen der Körpermasse gefährlich sind.

 

Tagsüber verbringen die Hippos die Zeit dösend und ruhend im Wasser, erst nachts werden sie aktiv und gehen an Land um zu grasen. Trotz der kurzen Beine und der vielen Zeit im Fluss sind die Huftiere bessere Läufer als Schwimmer. An Land können sie Kilometer zurücklegen und 30 km/h schnell werden. Im Wasser bewegen sie sich eher laufend als schwimmend fort. Die Sonne ist nicht gut für ihre Haut, weswegen sie tagsüber das Wasser aufsuchen.

 

In der freien Wildbahn können Flusspferde 30-40 Jahre alt werden. Dies trifft eher auf die in Herden lebenden Kühe zu, während die bis zu fünf Meter lang und 4,5 Tonnen schwer werdenden Bullen im Normalfall schon vorher bei Rivalenkämpfen ums Leben kommen. Im Zoo wurde das älteste Flusspferd 61 Jahre alt.

 

Das Flusspferd ist neben dem Zwergflusspferd eines von zwei Vertretern aus der gleichnamigen Familie der Flusspferde. Als nächste Verwandte dieser Gruppe gelten heutzutage die Wale.

 

Das hier gezeigte Flusspferd lebt im niederländischen Emmen im Wildlands Adventure Zoo und zeigt eindrucksvoll sein Gebiss, das es im Winkel bis zu 150° öffnen kann.

Olaf Goldbecker

Mai-Kalenderbild: Balistar

Im vergangenen Jahr erlangte der Balistar ein wenig Bekanntheit als „Postervogel“ der EAZA (European Association of Zoos and Aquariums) Kampagne „Silent Forest“, in der auf die bedrohliche Lage der Singvögel Südostasiens aufmerksam gemacht wurde. In der Tat ist diese Vogelart – hier auf einem Bild aus dem NaturZoo Rheine zu sehen – dank Zuchtbemühungen, die im Zoo Wuppertal 1988 starteten, heute hauptsächlich dank Zoos überhaupt noch am Leben.

 

Warum hat es diese Vogelart so schwer? Der erste Grund ist einer, für den niemand etwas kann: ihn gibt es nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet im Nordwesten von Bali. Das zweite Problem ist die rasante Zunahme der einheimischen Bevölkerung. Von 2000 bis 2010 hat sich die Einwohnerzahl um fast 25% gesteigert, seitdem nochmal um knapp 10%. Es geschieht das, was überall passiert wenn der Mensch sich ausbreitet: es wird Land gebraucht für die Bevölkerung zum Wohnen und natürlich Anbaufläche, um die Bevölkerung zu ernähren. Dafür und auch für den Tourismus verschwindet der Wald, der Lebensraum vom Balistar und anderer Tierarten.

 

Der dritte Aspekt ist paradoxerweise die Tierliebe von Touristen, die auf den asiatischen Märkten Vögel in viel zu kleinen Käfigen sehen. Diese sind bewusst klein gewählt, um das Mitleid der Touristen zu erzeugen – sie kaufen die Vögel und lassen sie frei, nichtsahnend, dass der Großteil der Vögel sowieso schnell wieder eingefangen wird, so dass für die Tiere dieselbe Prozedur von vorne beginnt. Der gutgläubige Tourist finanziert damit genau das, was er nicht möchte, nämlich die Tierquälerei. Für die arme einheimische Bevölkerung ist dies keine Boshaftigkeit, sondern einfach eine Chance an Geld zu kommen. Den Balistar wird man aber eher nicht auf diesen Märkten antreffen, denn dafür ist er zu wertvoll. Gut 2.000 Dollar lassen sich mit ihm erzielen wenn man ihn an reiche Vogelbesitzer verkauft.

 

Die EAZA Kampagne Silent Forest trägt ihren Titel daher, weil diese Praktiken dazu führten, dass man in Südostasien in die Wälder gehen kann und praktisch keine Vogelstimmen mehr hört.

 

Im Fall des Balistars muss man fairerweise sagen, dass es ihn wahrscheinlich nie in rauen Mengen gegeben hat aufgrund seines kleinen Verbreitungsgebietes, möglicherweise nie 1.000 Tiere in der freien Wildbahn. Auf Bali selber ging der Bestand zwischenzeitlich auf eine einstellige Anzahl zurück. Durch Zoonachwuchs konnte der Vogel mittlerweile an anderen Stellen wieder angesiedelt werden. Anfangs war man sich nicht einmal sicher, ob dieses Vorhaben gelingen würde angesichts des kleinen ursprünglichen Verbreitungsraums, aber das Vorhaben klappte. Momentan schätzt man die Zahl freilebender Balistare auf etwa 200 ein. Die IUCN stuft ihn damit als vom Aussterben bedroht ein.

 

Olaf Goldbecker

Spendenaktion 2020 abgeschlossen

Wegen der Corona-Krise muss in diesem Jahr auf die üblichen Übergabefotos anlässlich der Kalenderaktion verzichtet werden. Die Spenden sind dennoch längst bei den Empfängern angekommen. Die Organisationen Euronerz und das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha konnten sich beide über 473 Euro freuen. Das Dankeschön hierfür gilt allen Käufern und Unterstützern, die es ermöglich haben, dass dem Artenschutz erneut eine Summe in dieser Größenordnung zur Verfügung gestellt werden konnte. Der 2021er Kalender ist bereits in Planung.

Olaf Goldbecker

April-Bild: Borneo Orang-Utan

Über Borneo Orang Utans wurde an dieser Stelle im ersten Jahr des Charity Kalenders schon viel berichtet als die hervorragende Artenschutzorganisation Borneo Orangutan Survival Zuwendungen aus dem Verkauf des Primaten-Kalenders erhielt. Das Thema hat leider nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt. In den 70ern lebten noch fast 300.000 Orang Utans auf Borneo, heute beträgt die Anzahl nur noch zwischen 50.000 und 100.000 „Waldmenschen“, was das Wort Orang Utan aus der Landessprache übersetzt heißt. Kein Wunder, hat man allein im letzten Jahrzehnt für Palmölplantagen Urwald von der Größe komplett Bayerns auf Borneo abgeholzt – ein Lebensraum, den Orangs zwingend zum Leben benötigen. 85% des weltweiten Palmöls stammt aus Indonesien und Malaysia.

 

Besonders tragisch: der Bestand erholt sich nicht. Orang Utans sind absolute Einzelgänger, die nur dort vermehrt vorkommen, wo reichlich Futter für mehrere Tiere vorhanden ist. Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa zehn Jahren, Weibchen können mit etwa sieben Jahren Nachwuchs bekommen. In den ersten zwei Lebensjahren wird das Baby permanent von der Mutter getragen, erst danach wird es Stück für Stück selbständiger und nabelt sich im Alter von fünf bis sieben Jahren ab. Die Mutter wird in diesem Zeitraum nicht schwanger, so dass oft 7-8 Jahre zwischen zwei Geburten liegen.

 

Immer häufiger enden die Babys aber als Waisen in Auffangstationen wie von Borneo Orangutan Survival. Brandrodungen für die Palmölplantangen sind eine Ursache, aber häufig werden Orang Utans auch bei ihrer Nahrungssuche von Farmern abgeschossen, weil sie deren Ernte gefährden. Der Stern berichtete letztes Jahr von einem Fall, wo ein Orang Utan mit 130 Gewehrkugeln im Körper, davon 74 im Kopf, tot aufgefunden wurde – keinesfalls alle durch den Angriff, der ihn schlussendlich das Leben kostete. Wird eine Mutter mit Kind getötet, landet das Baby oft als Haustier unter unwürdigen Lebensbedingungen in kleinen Käfigen oder angekettet in Holzverschlägen.

 

Hoffnung ist nicht wirklich in Sicht. In Indonesien hängen 17 Millionen Arbeitsplätze von der Palmölindustrie ab – wohlgemerkt von einer Pflanze, die im Land gar nicht heimisch ist. Der Staat hat wenig Interesse daran etwas zu ändern. Im Gegenteil, die EU will 2030 aus der Nutzung von Palmöl für Biokraftstoffe wie E10 und Biodiesel aussteigen – in der EU steckt trotz aller Palmölprodukte in den Supermärkten der mit Abstand größte Verbrauch in diesen pseudoumweltfreundlichen Kraftstoffen – und bekommt unverhohlen die Drohung Indonesiens, das man dann aus den Klimaprogrammen aussteigt. Der einzige Weg scheint momentan in der Tat der Ankauf von Waldflächen zu sein, die damit der Palmölindustrie entzogen und für Orang Utans und andere Lebewesen verwendet werden.

 

Der auf dem April-Kalenderbild gezeigte Borneo Orang Utan aus dem Allwetterzoo Münster lebt inzwischen leider auch nicht mehr. Der im dänischen Aalborg geborene Pongo kam mit sechs Jahren nach Münster und musste in diesem Februar aufgrund einer langjährigen chronischen Lungenkrankheit eingeschläfert werden. Als dreifacher Vater konnte er seine Gene erfolgreich weitergeben – Sohn Ito lebt in Israel, der 5-jährige Mr Miyagi wohnt noch in Münster, wo die ein Jahr ältere Tochter Niah nach dem Tod ihres Vaters wahrscheinlich verbleiben wird.

Olaf Goldbecker

März-Bild: Okapi

Okapis kennt eigentlich jeder. Sie sind unverkennbar mit ihrer schokobraunen Grundfärbung sowie dem weißen Hals und Gesicht sowie den gestreiften Beinen. Dennoch gehört das Okapi zu den seltenen und anspruchsvollen Tieren, nicht nur in Zoos. Es bildet in der Familie der Giraffenartigen eine eigene Gruppe, die mit den Giraffen eben am engsten verwandt ist. Okapis wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts überhaupt entdeckt im kongolesischen Regenwald, meist auf einer Höhe zwischen 500 und 1500 Metern über dem Meeresspiegel, weswegen die Tierart auch noch nicht gut erforscht ist.

 

Im Gegensatz zu den richtigen Giraffen sind Okapis Einzelgänger, auch die Weibchen. Sie leben territorial auf gar nicht mal so großen Revieren, die sie meist auf immer gleichen Pfaden durchstreifen. Während die Tiere in Zoos meist zwischen 15 und 20 Jahren alt werden, existieren aus dem Freiland nicht einmal Werte über die Lebenserwartung.

 

Ein großes Problem der Okapis ist die Herkunft im Kongo, ein oft von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägtem Gebiet. Die Art gilt als stark gefährdet, weil man keinen Überblick über die Bestandszahlen hat. Es können 50.000 sein, vielleicht auch nur 10.000 oder sogar weniger. Es gibt Schutzgebiete im Kongo für das Okapi, aber das Vorkommen ist auf relativ kleine Gebiete verteilt. Lebensraumverlust durch oft illegalen Bergbau – man denke hier auch an die Gewinnung von Kobalt für die E-Autos –  und die Bejagung für Fleisch sind die Hauptgefahren für die Tierart. Erst 2012 griffen Rebellen eine Schutzstation an und töteten Ranger sowie fast alle dort untergebrachten Okapis und zerstörten die Station.

 

Das hier gezeigte Okapi stammt aus dem Zoo Frankfurt, einem von sechs deutschen und 19 europäischen Okapi-Haltern.

Olaf Goldbecker

Februar-Bild: Sonnensittiche

Wenn man einen Blick auf die Sonnensittiche wirft, erkennt man schnell den Ursprung ihres Namens. Das orange- und gelbfarbene Gefieder scheint wie die Sonne. Warum aber ist eine solche Art sogar stark gefährdet? Die Annahme hat man bei Sittichen für gewöhnlich nicht, die in der ein oder anderen Art gerne als Haustiere gehalten werden.

 

Die Sonnensittiche kommen im nordöstlichen Südamerika vor und leben in Wäldern. Sie können bis 30 Jahre alt werden, leben als monogames Paar innerhalb von Gruppen mit 20-30 Tieren. Verlassen sie die Gruppe, kommunizieren sie laut über Distanzen, um sich wieder zusammenzufinden Ihre Ernährung ist weit gefächert von Beeren, Früchten, Körnern, Blumen bis hin zu Insekten.

 

Trotzdem ist ihr Bestand gefährdet. Der Grund liegt im Verlust des Lebensraums und im Fang der Tiere entweder für die Haustierhaltung oder aber wegen ihrer schönen Federn. Bis zu 800.000 dieser Vögel wurden pro Jahr gefangen, so dass mittlerweile mehr Sonnensittiche in Haushalten als in der freien Natur leben. In den USA darf der Vogel bereits seit 1992 nicht mehr importiert werden, die EU hat dies 2007 verboten. Dies geschah in der Hoffnung, dass die Bestandszahlen sich wieder erholen, fast zeitgleich wurde die Art 2008 auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt.

 

Der Begriff Sittich ist übrigens etwas täuschend. Alle Sittich genannten Vögel gehören zu den Papageienartigen, aber es bestehen mitunter nähere Verwandtschaften einzelner Sitticharten zu Papageien als zu anderen Sittichen. Der Sonnensittich wird den Keilschwanzsittichen zugeordnet. Auf Facebook und Instagram zeigen wir andere Sittichbeispiele in diesem Monat.

Olaf Goldbecker

Januar-Bild: Europäischer Nerz

Im Januar geht es gleich mitten in die einheimische bedrohte Tierwelt. Der Europäische Nerz gilt seit 2011 als vom Aussterben bedroht. Zunächst wurden Nerze von Pelztierjägern getötet, was ihre Population sinken ließ. Das alleine hätte ihren Bestand allerdings nicht gefährdet, andere Tierarten waren zu dem attraktiver für die Pelzgewinnung, z.B. der Zobel. Ein weiterer viel populärerer Pelztierlieferant ist der Amerikanische Nerz – Mink genannt – der größer ist und damit mehr Pelz abwirft. Er wurde deshalb von Pelztierfarmen importiert und er entkam. Die entflohenen Populationen setzten sich gegenüber ihrem kleineren europäischen Verwandten durch und verdrängten sie vielerorts. Hinzu kam das Problem, dass Nerze an dicht bewachsenen Flüssen und Seeufern leben. Durch die Begradigung vieler Flüsse entschwand ihr Lebensraum. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich beim Europäischen Nerz um absolute Einzelgänger handelt, die ein Revier für sich beanspruchen.

 

Anfang dieses Jahrtausends wurde angefangen etwas für den Nerz zu unternehmen. Renaturierungen an den Flüssen gehören dazu, aber Auswilderungen des Nerzes machen nur dort Sinn, wo kein Mink ansässig ist. Am Erfolgreichsten verliefen Nerz-Projekte in Estland. In Deutschland kümmert sich Euronerz aus dem Osnabrücker Raum um die Nerze. Hier besteht eine Zuchtstation, wo die Tiere miteinander verpaart werden. Die Rüden oder schwangeren Fähen werden in Zoos und Tierparks gebracht, wo auf die Tierart aufmerksam gemacht werden soll. Der Nachwuchs wird entweder zumeist am Steinhuder Meer ausgewildert oder aber verbleibt in den Zuchtstationen zur Verbesserung des Genpools. Den tatsächlichen Bestand am Steinhuder Meer kann man nicht sagen, allerdings konnte durch Fotofallen belegt werden, dass es bereits Nachwuchs in der Natur dort gab.

 

Wie schwer Nerze in der Natur zu finden sind, kann jeder ahnen, der in Zoos schon welche fotografieren wollte. Ein Schnappschuss wie das aktuelle Kalenderbild aus dem Zoo Osnabrück gelingt selten bei den scheuen Marderartigen.

Olaf Goldbecker

Dezember-Bild Raubtier-Kalender: Tiger

Ein geteiltes Kalenderblatt zeigt die größte und die kleinste noch lebende Tigerart. Links findet sich der im tropischen Dschungel lebende kleine Sumatra-Tiger, während rechts der große in der Kälte vorkommende Sibirische Tiger abgebildet ist. Die beiden gehören zu den sechs noch vorkommenden Tigerarten, die allesamt stark gefährdet sind. Vom Sibirischen oder Amurtiger gibt es freiblebend noch etwa 500 Exemplare, die Schätzungen beim Sumatra-Tiger belaufen sich auf maximal noch 400  wildlebende Tiere.

 

Beide Tigerarten leben von ihrem unauffälligen Anschleichen, weswegen der im farbenfrohen asiatischen Dschungel vorkommende Sumatra-Tiger auch eine farbintensivere Färbung aufweist. Der im Kalten und farbloseren Wald Sibiriens lebende Amurtiger zeigt ein deutlich kälteres Orange. Ein gerne mal gefordertes Auswildern von Zootieren scheitert schon daran, dass die Tiere große Territorien benötigen und Menschen naturgemäß ungern in der Nähe von Tigern leben. Es gibt insbesondere von Sibirischen Tigern eine ausreichende Reservepopulation. Die Art wird in europäischen Zoos deswegen gerne gezeigt, weil man für sie aufgrund der Kälteresistenz keine Warmhäuser im Winter benötigt.

 

Den hier gezeigten Sumatra-Tiger kann man im Zoo Osnabrück sehen. Es handelt sich um die 2012 in Warschau geborene Katze Diana, die seit fünf Jahren in Niedersachsen lebt. Auf dem rechten Bild handelt es sich um einen damals einjährigen Nachwuchs-Amurtiger aus dem Zoo Duisburg.

Olaf Goldbecker

Im Gespräch mit dem Euronerz-Vorsitzenden Wolfgang Festl

Wolfgang Festl ist Vorsitzender des Vereins Euronerz. Hauptberuflich ist er als Revierleiter im Zoo Osnabrück angestellt, privat steht auf seinem Grundstück die Verpaarungsstation, die dafür sorgt, dass Nerze nachgezüchtet und wieder angesiedelt werden können. Über die aktuellen Geschehnisse sprach Charity Kalender mit ihm:

 

Charity Kalender: Wie verlief die Zucht in diesem Jahr?

Wolfgang Festl: Durchschnittlich. Etwa 40 Jungtiere konnten aufgezogen werden. Wenn es gut läuft, schaffen wir 60, wenn es schlecht läuft nur 25 Tiere pro Jahr.

 

CK: Wie viele dieser Tiere konnten wiederangesiedelt werden?

Festl: 30 sind in diesem Jahr am Steinhuder Meer angesiedelt worden, die anderen kommen ins Zuchtprogramm.

 

CK: Wie hoch ist die Aufzuchtrate?

Festl: Etwa 40-60% der Fähen bekommen Nachwuchs. Wir wissen noch gar nicht so viel über das Paarungsverhalten, viele Exoten sind besser erforscht als manche einheimische Tierart. Es fehlen wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich mit diesen Themen beschäftigen. In der Wildnis sind Nerze absolute Einzelgänger, möglicherweise hemmt auch die Nähe zu anderen Tieren die Aufzuchtrate.

 

CK: Wie lange können die Tiere leben?

Im Schnitt werden die Tiere 5-6 Jahre alt. Eine Fähe bekommt normalerweise 3-4x Nachwuchs in ihrem Leben mit bis zu fünf Jungtieren. Unser Rekord im Zuchtzentrum liegt bei einer 10-jährigen, die noch einfachen Nachwuchs bekommen hat.

 

CK: Das Steinhuder Meer ist das Kernstück des Auswilderungsprojekts. Würde die Population sich dort bereits von allein tragen ohne Nachwuchs dort anzusiedeln?

Festl: Wahrscheinlich nicht. Es ist dort eine gute Lage und wir wissen, dass es in der Natur auch schon Nachwuchs gegeben hat, aber wir kennen die Bestandzahlen nicht. Das Gebiet steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden, wir haben nur Material aus Fotofallen. Von daher wissen wir, dass es dort Nerze gibt und es auch schon Jungtiere gegeben hat, aber konkrete Zahlen kann man nicht nennen.

 

CK: Anfang des Jahres haben wir über ein neues Zuchtzentrum gesprochen. Steht das mittlerweile?

Festl: Aus verschiedenen Gründen ist der Aufbau der Station in Verzug geraten. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Arbeiten noch dieses Jahr abgeschlossen werden können.

Olaf Goldbecker

Kalenderbilder „Bedroht 2020“

Hier finden Sie alle Bilder des aktuellen Kalenders in der Übersicht

Olaf Goldbecker

Unterstützung für den Charity Kalender

Auf der Website des Zoo Osnabrück befindet sich aktuell ein Beitrag über den Charity-Kalender. Anlass ist die Unterstützung des Projekts Euronerz, das federführend von Wolfgang Festl betrieben wird, der hauptberuflich als Revierleiter im Zoo angestellt ist. Mehr über dieses Projekt folgt an dieser Stelle in Kürze. Ein Dankeschön geht auch an die Zoofreunde Duisburg, die den Charity Kalender in ihrem Newsletter vorgestellt haben.

 

Den Bericht auf der Website des Zoo Osnabrück kann man hier nachlesen:

https://www.zoo-osnabrueck.de/aktuelles/news/artikel/news-title/neuer-charity-kalender-217/

 

Olaf Goldbecker

Bedroht 2020 – das Titelbild in der Vorstellung

Asiatische Elefanten kommen im südlichen bis südöstlichen Bereich des Kontinents vor. Waren es einst weite Teile der Landmasse, in denen die Tierart vorkam, sind es heute nur noch einzelne versprengte Gebiete. Die größte Anzahl lebt in Indien mit etwa 25.000-30.000 Tiere, davon die Hälfte im südlichen Teil des großen Staats. Zugute kommt den Elefanten ihre Überlebensfähigkeit in verschiedenen Vegetationszonen, so dass sie auch in für die Menschen unwirtlichen Regionen existieren können.

 

Im Vergleich zum größeren Verwandten aus Afrika erheben sich zwei Buckel auf dem Kopf, die den höchsten Punkt am Körper darstellen, während der afrikanische Elefant mit flachem Kopf im Schulterbereich seine größte Erhöhung hat. Der Rücken verläuft gerade, beim Pendant aus der Südhalbkugel bildet sich eine Art Sattel. Eher bekannt ist, dass die Ohren beim Asiatischen Elefanten erheblich kleiner sind, oft weisen sie nur die Hälfte der Größe im Vergleich zum Afrikanischen Elefanten auf.

 

Anzutreffen sind die Elefantenbullen alleine oder in Junggesellengruppen, während die Kühe in Herden mit Verwandten und deren Jungtieren unterwegs sind. Diese Gruppen können bis 30 Tiere umfassen, allerdings ist der Großteil der Herden nur mit bis zu sechs Individuen unterwegs. Oftmals legen die Gruppen dabei weniger als zwei Kilometer am Tag zurück.

 

Etwa 1500 vor Christus wurde der Asiatische Elefant bereits gezähmt und als Arbeitstier eingesetzt, vornehmlich als Baumfäller und zum Wegschleppen der Baumstämme. Die Tradition wurde bis heute fortgeführt. Vor touristischem Elefantenreiten in Asien ist allerdings aufs Äußerste zu warnen. Die Elefanten wurden hierfür unter höchsten Qualen brutal zugerichtet, Tierfreunde sollten solche Aktivitäten unbedingt meiden.

 

Der Asiatische Elefant gilt als stark gefährdet. Hauptgründe sind die Jagd auf das Elfenbein sowie der Lebensraumverlust. In Asien kommt der Elefant heute in den Ländern vor, die am dichtesten besiedelt sind, so dass Konflikte vorprogrammiert sind. Die stark steigende Zahl an Menschen benötigt Häuser und Nahrungsmittelanbau auf der Route der Elefanten, die wiederum durch die neuen Hindernisse auf ihrem Weg in Panik geraten. Die daraus resultierenden Konflikte führen zu Toten auf beiden Seiten.

 

Auf dem Bild ist der Elefant „Pinky“ zu sehen, eine etwa 53 Jahre alte Elefantenkuh, die im Burgers‘ Zoo im niederländischen Arnheim lebt. Viel weiß man über die Anfangsjahre des noch in Asien geborenen Elefanten nicht. Erst 1981 taucht sie in den Registern auf als sie von einem kleinen niederländischen Safaripark in den Burgers‘ Zoo wechselte. Dort lebte sie immer mit ein oder zwei anderen Kühen zusammen, hat entsprechend auch nie Nachwuchs gezeugt. 2009 schien es mit Pinky bereits zu Ende zu gehen, die Kuhpocken sorgten für einen Gewichtsverlust von einer halben Tonne, doch sie rappelte sich wieder auf. Da der Burgers‘ Zoo eine relativ kleine Elefantenanlage hat, stellt man diese mittlerweile als Altersresidenz zur Verfügung, die sich Pinky zuletzt acht Jahre lang mit der Elefantenkuh Rekka teilte, die im Frühjahr verstarb.

Olaf Goldbecker

Namibia-Kalender November: Südafrikanische Spießböcke

Eine Herde Südafrikanischer Spießböcke mitten in der Nachwuchszeit kann man auf diesem Bild betrachten, das auf dem Gelände der Kuzikus Farm in Namibia entstanden ist. Die Art kommt vornehmlich in trockenen Gebieten vor, kann aber auch in der Savanne gefunden werden. Sie gelten als besonders zähe Tiere, denen heißen Tage in Wüstengebieten nicht viel ausmachen.

Die auffälligen Tiere mit den langen Hörnern und der schwarz-weißen Gesichtsmaske werden auch Gemsbock genannt, auf Englisch heißen sie aus dem Afrikaans stammend Gemsbok. In beiden Sprachen stammt der Name von der Gämse ab. Der Begriff Oryx wird auch verwendet, ist aber verwirrend, weil Oryxantilopen allgemein eine Gattung an Pferdeantilopen bezeichnet, deren größte Unterart eben die Südafrikanischen Spießböcke sind.

Die Schulterhöhe der Tiere beträgt etwas 1,20 m, während die Hörner – von beiden Geschlechtern getragen – im Schnitt etwa 85 cm lang sind, aber auch bis 1,50 m hoch werden können. Untereinander werden die scharfen Hörner kaum eingesetzt. Männchen besetzen als Einzelgänger ein Territorium, während Weibchen in Herden umherziehen und in den Territorien vom jeweiligen Bock verteidigt werden. Die Rivalenkämpfe finden dabei größtenteils mit Ritualen und Gesten statt. Das Horn ist allerdings oft das Verhängnis für die Tiere, sie stellen eine begehrte Jagdtrophäe dar. Dennoch gibt es noch genug Südafrikanische Spießböcke, die Art gilt als nicht gefährdet.

Kurioserweise leben auch etwa 3.000 Südafrikanische Spießböcke in New Mexico. Von 1969 bis 1977 haben wurden 93 Tiere dort ausgewildert, die sich angesichts fehlender natürlicher Rivalen extrem vermehrt haben.

Olaf Goldbecker