ACCB Kambodscha – Angkor Center for Conservation of Biodiversity

ACCB Kambodscha – Angkor Center for Conservation of Biodiversity

Der Allwetterzoo Münster ist Träger des Angkor Center for Conservation of Biodiversity, kurz ACCB, das eine maßgebliche Rolle im Arten- und Naturschutz in Kambodscha innehat. Als eines der ersten Zentren seiner Art im Jahr 2004 gegründet, arbeitet es heute im Lebensraumschutz, baut Erhaltungszuchten auf, dient als Auffangstation für verletzte oder beschlagnahmte Wildtiere und betreibt Umweltbildung. Aktuell arbeiten im ACCB 30 Angestellte, darunter auch der aus Halle/Westfalen stammende Leiter des Zentrums, Michael Meyerhoff. Der Schwerpunkt im Artenschutz liegt auf den Süßwassersystemen, die zu den stark bedrohten Lebensräumen von Schildkröten- und Vogelarten zählen. Durch Rodung ihrer südostasiatischen Lebensräume beraubt und durch Wilderei und illegalen Tierhandel in der Population nahezu ausgerottet, gelten Schildkröten als die global gefährdetste Wirbeltiergruppe. Daher etabliert das ACCB derzeit Zuchtprogramme, um später Tiere in geeigneten Lebensräumen wieder anzusiedeln.

Wie aber kommt man auf Kambodscha als Standort für ein solches Naturschutzzentrum? Ursprünglich war dies eine Idee des ortsansässigen Biologen Sam Veasna, der eine Station für beschlagnahmte Wildtiere schaffen wollte, mit der gleichzeitig die lokale Bevölkerung über die Arten und die Wichtigkeit des Artenschutzes aufgeklärt werden sollte. Veasna selber verstarb 1999 bei einem Forschungseinsatz an Malaria. Die Idee lebte aber weiter und wurde auch dem Allwetterzoo zugetragen. Der damalige Direktor des westfälischen Zoos, Jörg Adler, flog daraufhin nach Südostasien und begutachtete die Situation vor Ort, ehe der Startschuss für das Projekt erfolgte. Heute engagieren sich der aktuelle Zoodirektor Dr Thomas Wilms, sowie Dr Philipp Wagner, Kurator für Forschung und Artenschutz, um das ACCB bekannter zu machen und die Finanzmittel für die Zukunft zu sichern. Charity-Kalender wird über das Projekt im Verlauf der Aktion näher berichten.

Olaf Goldbecker