• info@charity-kalender.de

Monatsarchiv 28.02.

März-Bild: Sambesi-Großkudu

Bei den Großkudus kann man gut die Probleme der konkreten wissenschaftlichen Einordnung erkennen. Noch vor 20 Jahren hätte man gesagt, dass es eine Art Großkudu gibt, die sich aus vier Unterarten zusammensetzt. Dies gilt heute nicht mehr, es sind die früheren Unterarten in den Rang von Arten hochgestuft worden. Umstritten ist dabei, ob es sich um den Kap-Großkudu und den Sambesi-Großkudu um zwei unterschiedliche Arten handelt oder ob es nicht doch dieselbe Art ist. Auf diese Unterscheidung bin ich beim Kalender hereingefallen, auf dem Kalenderbild wird die Art als Kap-Großkudu bezeichnet – wenn es zwei unterschiedliche Arten sein sollten, handelt es sich bei den Tieren in Namibia um Sambesi-Großkudus. In Zoos wird man übrigens auch heute noch die pauschale Einteilung als Großkudu oder Großer Kudu finden – vermutlich auch deswegen, weil in der Vergangenheit nicht unterschieden und entsprechend auch durcheinander gezüchtet wurde.

 

Beide Geschlechter – auf dem Kalenderbild sind die Geschlechtsunterschiede deutlich zu erkennen – können eine Länge von fast 2,50 m erreichen. Während die mit auffälligen spiralförmigen Hörnern ausgestatteten Böcke ein Gewicht von über 300 kg auf die Waage bringen, sind die hornlosen Weibchen mit einem Gewicht von um die 200 kg viel leichter. Junge Böcke bekommen zunächst seitlich wachsende Hörner, bei denen es etwa zwei Jahre dauert bis die erste Windung ausgeprägt ist.

 

Die Weibchen bringen nach neunmonatiger Tragzeit ein Jungtier zur Welt. Dies geschieht normalerweise zwischen Januar und April. Mütter separieren sich vor der Geburt von der Herde und legen ihren Nachwuchs im Gebüsch ab, ehe es nach etwa zwei Wochen erstmals zur Herde kommt. Nach etwa zwei Jahren werden die Böcke geschlechtsreif, die Weibchen nach ungefähr anderthalb Jahren. Die Tiere leben in kleinen gleichgeschlechtlichen Gruppen, Böcke teilweise auch solitär.

 

Mit ihren großen Ohren können Großkudus sehr gut hören, und fliehen nach Möglichkeit rechtzeitig. Sie können hervorragend springen – bis zu 2,5 Meter hoch –  haben bei der Flucht aber die schlechte Angewohnheit, dass sie sich nach einer Weile umdrehen und sich eine Übersicht verschaffen wollen, was in ihrem Rücken passiert ist – dies kann tödlich sein. Als Lebensraum bevorzugen sie buschiges Land, aber weder reine Wälder noch offene Savannen. Mit ihrem beigefarbenen Fell und den 8-11 vertikalen weißen Streifen auf den Flanken sind sie dort gut getarnt.

 

 

ARTENPROFIL SAMBESI-GROSSKUDU
Art: Sambesi-Grosskudu
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Tragelaphus strepsiceros zambeziensis
Vorkommen: Tansania, Kongo, Malawi, Mosambik, Sambia, Angola, Namibia, Botswana, Simbabwe, Swasiland, Südafrika
ICUN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1 Jungtier nach 9 Monaten Tragzeit
Ernährung: Blätter und Gräser
Feinde:

Lebenserwartung:

Tüpfelhyänen, Afrik. Wildhunde, Leoparden, Geparden

Weibchen etwa 15 Jahre, Böcke unter 10 Jahren

   

 

„Wildlife of Namibia 2022“ spielt über 1500 Euro für den Artenschutz ein

Im Februar ist die Kalenderaktion natürlich mittlerweile abgeschlossen. Teil 1 des Gewinns aus den Kalenderverkäufen von „Wildife of Namibia 2022“ geht an den Cheetah Conservation Fund. In diesem Jahr beträgt die Summe 513,22 Euro.

Der Cheetah Conservation Fund mit Sitz in Namibia kümmert sich auf vielfältige Weise um den Schutz der Geparden. Sei es, dass Herdenhunde gezüchtet werden, um das Vieh der Farmer zu schützen und die Akzeptanz von Geparden zu erhöhen, die Schaffung von Lebensräumen für die Tiere, Bildung und Forschung, oder der Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel – das Geld ist dort bestens aufgehoben.

 

Natürlich hat auch die zweite Organisation, Rettet den Drill, inzwischen ihr Geld aus dem Kalenderverkauf erhalten. Da der Gewinn aus dem Kalenderprojekt immer geteilt wird, sind es auch hier 513,22 Euro.Dadurch ergibt sich, dass mit dem Kalender ein Gewinn von 1026,44 Euro erzielt wurde. Dieses Jahr gab es erstmals noch eine Sonderaktion, dessen Ergebnis in den nächsten Tagen bekanntgegeben wird.

Rettet den Drill unterstützt mit den Einnahmen die Schutzprojekte von Pandrillus in Nigeria sowie das Limbe Wildlife Center in Kamerun. Hier wird sich um die stark gefährdeten Drills gekümmert, die meist ihre Mütter verloren haben wegen der Jagd nach Bushmeat und weil der Nachwuchs dann in der Folge illegal als Haustier gehalten und konfisziert wurde. Etwa 3.000 Drills leben noch in Kamerun, Nigeria und auf Bioko.

Ein Dankeschön für die Zusammenarbeit bei dem Gepardenprojekt geht an die Aktionsgemeinschaft Artenschutz, sowie für den Verkauf der Kalender an Gütersloh Marketing und die Konditorei Süßes Handwerk in Gütersloh.

 

Drills im Bioparc Valencia

 

Erstmals waren bei „Wildlife of Namibia 2022“ nicht nur Kalender, sondern auch vom Süßen Handwerk in Gütersloh gestiftete und mit Drill-Logo verzierte Pralinen zugunsten von Rettet den Drill zu erwerben. Auch dank großartiger Unterstützung und dem Verkauf durch Nadine Wack im Zoo Saarbrücken konnte hier nochmal ein toller zusätzlicher Spendenbetrag von 480,30 Euro generiert werden.

Insgesamt sind durch „Wildlife of Namibia 2022“ damit exakt 1506,74 Euro für den Artenschutz zusammengekommen – neuer Bestwert für eine Jahreskampagne.

 

Drill im Zoo Osnabrück

Februar-Bild: Bärenpaviane

Der auch Tschakma genannte Bärenpavian kommt im südlichen Afrika vor. Dort bewohnt er eher offene Savannen und felsige Gebiete als Wälder, wo man eher Affen vermutet. Gepaart damit, dass er als Allesfresser gut über die Runden kommt, kann man ihn auch in der Nähe von menschlichem Leben antreffen – so wie hier auf diesem Bild am Rande einer Hauptstraße. In der Tat waren die Tschakmas die ersten Tiere, die ich auf meiner Namibia-Reise unweit des Flughafens bei Windhoek zu Gesicht bekommen habe.

Wie andere Paviane sind auch die Bärenpaviane eher in größeren Haremsgruppen anzutreffen. In diesen Gruppen leben mehrere Männchen, allerdings sind sowohl die Männer- wie auch die Weibchen strengen Hierarchien unterworfen, die extrem hart durchgesetzt werden. Die Männchen verfügen über sehr große Eckzähne, die auch ihrem Hauptfeind – dem Leoparden – die Jagd nicht zum einfachen Vergnügen machen.

Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von einem halben Jahr meist ein Baby zur Welt, seltener auch Zwillinge. Bis zu einem Jahr wird der Nachwuchs gesäugt. Weibchen werden mit etwa drei Jahren, Männchen mit fünf Jahren geschlechtsreif. Zu dieser Zeit verlässt der männliche Nachwuchs die Geburtsgruppe und schließt sich einer anderen Gruppe an. Nach einer Geburt dauert es meist zwei Jahre bis ein Tier wieder gebären kann.

Den Namen Bärenpavian haben die Tiere aufgrund ihrer langen unbehaarten Schnauze erhalten, der an Bären oder auch an manche Hunderasse erinnert. Derart positive Assoziationen hat die Lokalbevölkerung eher nicht wenn sie an die Art denkt. Auch wenn Tschakmas omnivor sind, gelten Früchte als ihre bevorzugte Speise – von daher haben Obstfarmer naturgemäß etwas gegen sie einzuwenden. Menschen werden eigentlich von den Affen gemieden, allerdings kann man sie doch in ihrer Nähe häufiger sehen, da sie als Allesfresser eben auch gut vom Müll der Menschen leben können.

 

ARTENPROFIL BÄRENPAVIAN/TSCHAKMA
Art: Bärenpavian
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Papio ursinus
Vorkommen: Angola, Namibia, Südafrika, Botswana, Mosambik, Sambia
ICUN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: Meist 1 Baby nach einem halben Jahr Tragzeit
Ernährung: Allesfresser
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Leoparden, Wildhunde, seltener Löwen, Hyänen, Krokodile oder Pythons; Jungtiere können Greifvögeln zum Opfer fallen

In der Wildnis eher 20-30 Jahre, in zoologischen Einrichtungen bis 45 Jahre