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Monatsarchiv 11.05.

Raubtierkalender im Mai: Südamerikanischer Seebär

Im Durchgang zwischen dem öffentlichen Teil und seinem Rückzugsgebiet ruht sich dieser Südamerikanische Seebärbulle in Wildlands im niederländischen Emmen aus. Diese Tierart kommt entlang der Küste Südamerikas vor. Obwohl die Männchen bis 200 kg schwer werden – deutlich mehr als die nur bis 60 kg schweren Weibchen – sind sie gute Kletterer und kommen auch mit relativ steilen Felsküsten gut klar. Außer in Uruguay, wo limitierte Jagd auf die Tiere erlaubt ist, stehen sie überall unter Schutz, auch wenn die Art nicht als gefährdet gelistet ist. In Uruguay leben etwa 200.000 dieser Ohrenrobben, etwa zwei Drittel des weltweiten Bestands. Witzigerweise sind die südamerikanischen Seebären kleiner als die südafrikanischen Seebären, die zugleich auch Zwergseebären genannt werden.

In der Natur leben die Tiere in Herde von bis zu 100 Tieren. Die Tragzeit beträgt ein Jahr. Danach braucht ein Bulle sieben Jahre bis zur Geschlechtsreife, die Weibchen sind bereits nach drei Jahren geschlechtsreif – dies steht im Umkehr zur Lebenserwartung, die bei Bullen nur 20, bei den Weibchen aber 30 Jahre betragen kann. In Acht nehmen müssen die Tiere sich vor Walen, Haien und den größeren Seelöwen. Vom Menschen geht die Gefahr aus wenn sie zu nah an Fischfarmen gelangen und als Nahrungskonkurrent befürchtet werden, dazu wenn sie in Fischnetze geraten und als Beifang der Fischer enden. Ein zunehmendes Problem ist natürlich auch der Plastikmüll in den Meeren. Der Bestand dieser Tierart ist dennoch stabil.

Namibia-Kalender, Mai-Bild: Springbock

Selten sind sie nicht, die Springböcke in Namibia. Alleine im Etosha Nationalpark leben über 700.000 dieser flinken Tiere, die allerdings nur im südlichen Afrika vorkommen. Leicht können die Springböcke allerdings mit den in Ostafrika beheimateten Thomson-Gazellen verwechselt werden.  

Die etwa 40 cm langen Hörner sind keine allzu effektiven Waffen gegen Raubtiere, daher wurden diese Fluchttiere mit anderen Fähigkeiten ausgestattet. Der Springbock gehört mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h zu den schnellsten Säugetieren der Erde. Seine Beschleunigung dabei: von 0 auf 60 km/h in 2 Sekunden. Den Namen haben die Gazellenartigen allerdings von einer anderen erstaunlichen Fähigkeit: sie sind in der Lage nahezu senkrecht bis zu 3,50 Meter hoch zu springen. Den Grund für diese Sprünge – prunken genannt – hat man bis heute übrigens nicht entschlüsseln können. Manche vermuten, dass es einfach passiert wenn die Tiere sich erschrecken, während andere meinen, dass die Tiere ihre Mobilität bewusst zur Schau stellen, um Raubtieren anzuzeigen, dass sie gesehen wurden und es mit einem gesunden Tier zu tun haben, auf das sich die Jagd nicht lohnt. Die Hörner dienen übrigens eher internen Kämpfen und sind mit einer Art Stoßdämpfer ausgestattet, um das Gehirn zu schützen, denn die Hörner kommen bei Streitigkeiten häufig zum Einsatz.

Vor allem in Südafrika sind Springböcke als Symbol sehr präsent, u.a. auf dem bekannten Krügerrand. Dabei wurde die Tierart dort als Schädling bekämpft, weil Getreidefelder unter ihnen litten. Im 19. Jahrhundert war der Springbock in Südafrika ausgerottet und musste erst wieder aus den Nachbarstaaten importiert werden.

Das Exemplar auf dem Bild dürfte sich um ein Weibchen handelt, das sich von der Herde abgesondert hat, um die Anzahl der Tiere in Kürze zu erhöhen. Das Jungtier wird sie im Gebüsch ablegen und vier Wochen lang immer mal wieder nach ihm schauen und es säugen, in der Hoffnung, dass kein Raubtier es entdeckt hat. Wenn man die Anzahl der Tiere betrachtet, scheint dies sogar ein Konzept zu sein, dass aufgeht.