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Naschen für den Artenschutz

Naschen für den Artenschutz

Im Charity-Kalender Slogan steht „Kalender & Mehr für den Artenschutz“ geschrieben – das natürlich nicht grundlos, denn bereits im Vorjahr konnte man Pralinen für den Artenschutz an dieser Stelle erwerben. Diese Pralinen sind in diesem Jahr erneut erhältlich, mit anders designtem Deckel, damit deutlicher wird, dass es sich beim Tier um den Drill handelt. Ebenfalls mit weiten Zügen aus dem Original-Logo von Rettet den Drill steht nun ein 3er Set Schokoladentaler, bestehend aus den Sorten Vollmilch, Zartbitter und weiße Schokolade, zum Verkauf. Der Gewinn dieser Aktion fließt entsprechend an Rettet den Drill.

 

Hergestellt wurden Pralinen und Schokolade im der Konditorei „Süßes Handwerk“ in Gütersloh. Ein 9er-Set Pralinen liegt bei 12 Euro, während ein 3er-Set Schokolade für 5 Euro verfügbar ist, jeweils zzgl. Versand.

 

November-Kalenderbild: Südliche Riesentrappen

Die Riesen- oder Koritrappe kommt in zwei Unterarten vor, von denen eine in Ost- und eine in Südafrika lebt. Dort bewohnt sie offene Savannen und wüstenartige Gebiete. Die Vögel findet man meist auf dem Boden stolzierend, sie sind aber flugfähig. Männchen sind erheblich größer als die Weibchen und erreichen eine Spannweite von 2,75 m bei einer Höhe von etwa 1,25 m. Mit einem Gewicht von durchschnittlich elf Kilogramm gehören sie zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt.

 

Riesentrappen sind Einzelgänger, das Männchen verlässt das Weibchen nach der Balz. Die Küken sind komplett auf ihre Mutter fixiert und können ihr unmittelbar nach der Geburt folgen. Nur zwei Wochen werden sie gefüttert, danach suchen sie sich ihr eigenes Futter. Nach etwas mehr als einem Monat können sie fliegen und nach 2-3 Monaten werden sie schon selbständig. Meist verbleibt der Nachwuchs bis ins zweite Lebensjahr bei der Mutter, wenngleich die Geschlechtsreife erst mit etwa vier Jahren eintritt.

 

Im Verhalten zu anderen Arten sind die Trappen unberechenbar. Manchmal verhalten sie sich aggressiv auch gegenüber wesentlich größeren Säugetierarten wie Zebras oder Spießböcken, in Zoos haben sie sich oftmals als Problemfall gegenüber Jungtieren anderer Arten erwiesen, während sie zeitgleich auch Zebras oder Straußen zum Opfer gefallen sind.

 

Außerhalb von Schutzgebieten sind Riesentrappen selten geworden. Neben Lebensraumverlust und dem natürlichen Verlust durch viele Fressfeinde werden sie gelegentlich noch gejagt. Dazu machen überirdische Stromleitungen ihnen zu schaffen. Weil ihr Verbreitungsgebiet noch relativ groß ist, gelten sie nur als potentiell gefährdet.

 

ARTENPROFIL SÜDLICHE RIESENTRAPPE
Art: Riesentrappe
Unterart: Südliche Riesentrappe
Wissenschaftl. Name: Ardeotis kori kori
Vorkommen: Namibia, Südafrika, Botswana, Angola, Simbabwe, Mosambik
IUCN Status: potenziell gefährdet
Nachwuchs: 2 Jungtiere, etwa ein Monat Brutzeit
Ernährung: Beeren, Samen, Reptilien, Insekten, Schlangen, Jungvögel, kleine Säugetiere
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Leoparden, Karakale, Geparden, Tüpfelhyänen, Kampfadler, Schakale, Pythons. Jungtiere und Eier zusätzlich Paviane, Warzenschweine, Mangusten

Bis 25 Jahre

Kalenderbilder 2023

Vielfältig im üppigen Grün kommt er daher, der neue Charity Kalender „Wildlife of Kenya 2023“. Raubtiere, Huftiere, Affen, Elefanten und Vögel finden sich im Kalender wieder – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Als besonderes Highlight mit Riesenwaldschwein und Grant-Gazellen zwei Tierarten, die Sie in keinem Zoo Europas finden können.

 

Wild Chimpanzee Foundation

Mit dem Kenia-Kalender 2023 wird eine zweite Primaten-Schutzorganisation unterstützt, auch wenn Schimpansen nicht in Kenia beheimatet sind. Das Verbreitungsgebiet von Schimpansen begrenzt sich nämlich auf Zentral- und Westafrika. Um den Schutz Westafrikanischer Schimpansen kümmert sich die Wild Chimpanzee Foundation (WCF) mit Sitz in der Schweiz und in Leipzig.

 

In drei Ländern ist die WCF aktiv, nämlich der Elfenbeinküste, in Guinea und in Liberia, wo die Unterart des Westafrikanischen Schimpansen vorkommt, der seit 2016 auch offiziell vom Aussterben bedroht ist. Im Unterschied zu anderen Organisationen setzt die WCF auf den Schutz des natürlichen Lebensraums und betreibt keine Auffangstationen.

 

Die Probleme für die Menschenaffen haben in den einzelnen Ländern unterschiedliche Gründe. In Guinea beispielsweise ist es der Abbau von Eisenerz und Bauxit mit den Folgeerscheinungen, nämlich der Schaffung von Schienen und Straßen zum Abtransport. Wie bei anderen Arten auch hat dies eine Fragmentierung des Lebensraums zur Konsequenz, mit fehlender genetischer Diversität als letzter Folge.

 

Während in der Elfenbeinküste der Hauptindustriezweig auf Kakao und Kaffee liegt, sind hier wie auch in Liberia sowohl der Lebensraumverlust für Plantagen wie auch die Bejagung die Hauptprobleme. Menschenaffen werden hier als Bushmeat verwendet und selber gegessen oder entsprechend vermarktet.

 

Theoretisch hilft das Pariser Klimaabkommen dem Vorhaben der WCF, denn hierin ist festgelegt, dass ein gewisser Prozentsatz der Fläche eines Landes unter Naturschutz gestellt werden muss. In Deutschland sind bislang ganze 2% geschützt, mit dem Nationalpark Müritz und seinen 320 km² als größter Fläche. Guinea ist trotz seiner Probleme hier bereits viel weiter, allein der im Jahr 2021 mit Hilfe der WCF gegründete Moyen-Bafing-Nationalpark erstreckt sich auf eine Größe von 6767 km² und damit 8% der Landesfläche.

 

Während in der Elfenbeinküste vornehmlich durch den Tai Nationalpark eher der Fokus auf den Erhalt des Lebensraums und der Artenvielfalt gerichtet wird, ist in Liberia der Kurs auf Schutzgebietserweiterung gesetzt. Mit den lokalen Behörden arbeitet man bereits zusammen, um den neuen Grebo Kahn Nationalpark erfolgreich zu managen. In Planung ist der Krahn-Bassa Nationalpark und die WCF unterstützt ein Ökotourismusprojekt im Sapo Nationalpark.

 

Zu den Kernaktivitäten der WCF neben der Schaffung neuer Schutzgebiete gehört das Monitoring größerer Säugetierarten in den jeweiligen Gebieten. Denn durch den Erhalt der Wälder leistet man nicht nur einen Beitrag zum Schutz der Schimpansen, aber erheblich ist natürlich auch das Vorkommen anderer schützenswerter Arten, die ebenfalls mit Bedrohungsstatus versehen sind. Die ökologischen Zusammenhänge lassen sich so besser verstehen und die Wichtigkeit für Schutzmaßnahmen wird dadurch unterstrichen.

 

Nicht zuletzt ist es aber auch wichtig, die lokale Bevölkerung mit ins Boot zu nehmen. Ohne sie verlaufen Schutzmaßnahmen im Sande. Hier wird Aufklärungsarbeit durch die WCF Teams vor Ort in verschiedenster Art betrieben, um die Wichtigkeit des Arterhalts zu verdeutlichen. Von hoher Bedeutung für die Akzeptanz sind auch immer die Arbeitsplätze, die durch die Artenschutzorganisationen geschaffen werden. Hier ist WCF definitiv gut unterwegs, denn etwa 300 Mitarbeiter werden in den drei Ländern insgesamt beschäftigt, die darüber ihre Familien ernähren können.

Gewöhnliche Schimpansen – Unterarten und Allgemeines

Man unterscheidet heute vier Unterarten des Gewöhnlichen Schimpansen:

 

Westafrikanischer Schimpanse (pan troglodytes verus) – Süd-Senegal bis Elfenbeinküste- vom Aussterben bedroht, ca 35.000 Tiere

 

Nigerianisch-Kamerunscher Schimpanse (pan troglodytes elliotti)  – Vorkommen in entsprechend diesen beiden Ländern – stark gefährdet, ca 7.500 Tiere

 

Zentralafrikanischer Schimpanse (pan troglodytes troglodytes) – Äquatorial-Guinea, Gabun und benachbarte Gebiete – stark gefährdet, ca 130.000 Tiere

 

Ostafrikanischer Schimpanse (pan troglodytes schweinfurthii)  – DR Kongo, Tansania, Süd-Sudan – stark gefährdet, ca 200.000 Tiere

 

Vom Erscheinungsbild unterscheiden sich die Arten nur geringfügig, aber genetisch weicht vor allem der Westafrikanische Schimpanse von den anderen Arten deutlich ab, so dass teilweise gefordert wird, ihn als eigenständige Art zu behandeln.

 

Wenn sie aufrecht stehen, erreichen die Schimpansen eine Größe von 1,30 Meter bis zu 1,70 Meter. Vom Gewicht her bringen Männchen durchschnittlich eher 50 Kilogramm, Weibchen 40 Kilogramm auf die Waage. Üblicherweise bewegen sie sich auf allen Vieren vorwärts.

 

Während den meisten bekannt sein dürfte, dass Schimpansen sich gerne von Obst, Blättern und Insekten ernähren, sind sie auch gezielte Jäger. Die Männchen bilden Jagdtrupps und erbeuten kleinere Säugetiere wie vor allem auch Stummelaffen. Grundsätzlich leben Schimpansen in Gruppen von etwa 50 Tieren, die sich in mehrere wechselnde Untergruppen, bestehend auf Männchen, Weibchen und deren Nachwuchs aufteilen, wobei die Untergruppen meist nur 4-8 Tiere umfassen. Männchen bleiben ihr Leben lang in der Geburtsgruppe, während die meisten Weibchen sich bei Erreichen der Geschlechtsreife einer anderen Gruppe anschließen. Kein leichtes Unterfangen, denn unterschiedliche Schimpansengruppen stehen sich feindlich gegenüber und Aufeinandertreffen können tödlich enden.

 

Schimpansengruppen sind streng patriarchalisch organisiert. Paarungen beruhen nicht auf Partnerschaften, vor allem ranghöhere Schimpansen haben viele Geschlechtspartnerinnen und damit auch bessere Chancen zur Fortpflanzung. Allerdings können rangniedrige Männchen sich genauso gut fortpflanzen, haben nur seltener die Möglichkeit dazu. In der Natur werden Männchen mit 13 Jahren, Weibchen mit 11 Jahren geschlechtsreif. Tragende Weibchen bringen nach 8 Monaten ihren Nachwuchs zur Welt, den sie dann etwa vier Jahr säugen – entsprechend bekommen sie nur alle 4-6 Jahre Nachwuchs. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 30 Jahren in der Natur, vereinzelt können Tiere um die 50 Jahre alt werden. In menschlicher Obhut geschieht dies alles etwas schneller, dort sind Schwangerschaften schneller möglich, die Abstände niedriger und die Lebenserwartung höher.

Die Familie der Schimpansen

Mit der diesjährigen Charity Kalender Aktion wird neben Rettet den Drill auch die Wild Chimpanzee Foundation unterstützt. Aus dem Grund werfen wir mal einen genaueren Blick auf die Schimpansen. Zunächst mit dem Fokus auf die Systematik der Schimpansen im Vergleich zu anderen Arten.

 

Schimpansen gehören bekanntlich neben Gorillas, Orang Utans und den Menschen zur Familie der Menschenaffen. Als Schimpansen bezeichnet man zwei Arten: den Gewöhnlichen Schimpansen – den wir landläufig meinen wenn man vom „Schimpansen“ spricht – und den Bonobo, der irreführenderweise auch als Zwergschimpanse bezeichnet wird. Biologisch gesehen sind beide Arten zu über 98% mit dem Menschen gleich und damit unsere nächsten Verwandten. Die geographische Grenze zwischen diesen beiden Arten bildet der Fluss Kongo – die Gewöhnlichen Schimpansen haben ihren Lebensraum links davon, die Bonobos rechts.

 

Die Körpergröße unterscheidet sich bei den Arten nicht wesentlich, weswegen der Begriff Zwergschimpanse für Bonobos unpassend ist. Die Unterschiede bestehen eher darin, dass der Gewöhnliche Schimpanse muskulöser ist und das Gesicht runder wie auch heller. Eine wesentliche Differenz besteht in der Struktur der Gruppen. Schimpansen leben in männerdominierten Kleingruppen von selten mehr als acht Tieren, die sich zu einer größeren Gruppe von etwa 50 Tieren zusammenschließen. Bonobos sind matriarchalisch organisiert und bilden erheblich größere Untergruppen, die selten aus weniger als acht Tieren bestehen.

 

Während Bonobos reine Regenwaldbewohner sind, die entsprechend in begrenztem Gebiet vorkommen, sind Gewöhnliche Schimpansen grundsätzlich flexibler und können prinzipiell auch in baumärmeren savannenähnlichen Gegenden leben. Als stark gefährdet gelten beide Arten.

 

 

 

Titelbild „Wildlife of Kenya 2023“: Gewöhnliche Impala/ Schwarzfersenantilope

Etwa 60 Impalas befinden sich auf dem Titelbild zum Kenia-Kalender 2023. Von der auch Schwarzfersenantilopen genannten Art existieren geschätzt zwei Millionen Tiere, von daher ist die Sichtung von ihnen nicht gerade ein Kunststück. Aber diese Anzahl auf einem Haufen zu sehen, ist schon nicht alltäglich.

 

Mit Hilfe dieses Bilds lässt sich eine Menge über die Gewöhnlichen Impalas zeigen. Vorweg, es gibt zwei Impala-Arten – einmal die gefährdeten und nur in Namibia und Angola vorkommenden Schwarznasenimpalas und eben die in Ostafrika weit verbreiteten Schwarzfersenimpalas. Im Juni direkt nach der Regenzeit als das Bild entstand, war das Gras relativ hoch, daher lässt sich die Ferse nur schlecht sehen, aber bei den Tieren rechts im Vordergrund, die mit dem Rücken zur Kamera stehen, kann man die namensgebende schwarze Färbung der Ferse erkennen. Die verwandten Schwarznasenimpalas besitzen allerdings auch diese Färbung, nur weisen sie zusätzlich im Gesicht noch eine schwarze Färbung auf.

 

Auch bei beiden Impala-Arten findet man die auffällige Zeichnung am Gesäß, die auf dem Bild bei allen rückwärtig zur Kamera stehenden Tieren ins Auge fällt. Der gerade schwarze Strich in der Mitte mit je einem etwas gebogenen schwarzen Streifen links und rechts davon, formt gewissermaßen ein „M“. Das braune Fell mit weißem Bauch ist auch bei beiden Impala-Arten gleich.

 

Die Herdengröße bei Impalas variiert, auch abhängig vom Futterangebot. Bei reichhaltigen Nahrungsmöglichkeiten werden die Herden größer wie man auf diesem Bild sehen kann. Zwischen Müttern und Töchtern besteht häufig eine Bindung, die über die Geschlechtsreife hinausgeht, während die Söhne mit etwa einem Jahr die Mutter verlassen und mit einer Junggesellengruppe durch die Landschaft ziehen. Hier lernen sie sich durchzusetzen bis sie stark genug sind, um es mit anderen adulten Männchen aufzunehmen. Vor einem Alter von vier Jahren haben sie praktisch keine Chance, dass sie sich fortpflanzen können.

 

Männchen und Weibchen lassen sich leicht unterscheiden, da nur die Böcke Hörner bekommen. Anhand der Größe des Gehörns kann man das Alter der Tiere abschätzen. Auf der linken Seite kann man hinten links zwei adulte Männchen sehen, vorne links in die Kamera schauend befindet sich auch ein ausgewachsener Bock. Ganz vorne rechts erkennt man ein nicht mehr ganz frisches männliches Jungtier an schon etwas längeren, aber noch nicht gebogenen Hörnern. Zwei Tiere weiter links von ihm und mittig links vorne sind dagegen noch ziemlich junge Männchen zu entdecken. Auch weibliche Jungtiere sind zu erspähen, beispielsweise zentral vorne.

 

Während der Fortpflanzungsphase ist es bei den männlichen Tieren vorbei mit der Eintracht in der Junggesellengruppe. Die stärksten Tiere bilden nun Reviere, vertreiben Widersacher und versuchen sich mit durchziehenden Herden zu paaren. Tragende Weibchen benötigen etwa 6-7 Monate bis der Nachwuchs zur Welt kommt. Den legen sie für ein paar Tage bis zu einer Woche im Gras ab, ehe sie ihn in die Herde integrieren. Nach einem halben Jahr wiegen die Tiere um die 25 Kilogramm, was bei Weibchen fast schon das Endgewicht ist, während Männchen nochmal gut ein Drittel davon zulegen.

 

Schwarzfersenantilopen sind beliebtes Futter für verschiedene Beutegreifer. Im offenen Grasland haben die Tiere noch ganz gute Chancen zu entkommen, da sie über ausgezeichnete Sprungkraft verfügen und ihr Repertoire an verschiedenen und überraschenden Sprüngen sehr hoch ist. Sie können sowohl bis 12 Meter weit springen wie auch Prellsprünge in die Luft abhalten, bei denen sie die Richtung wechseln.

 

ARTENPROFIL GEWÖHNLICHE IMPALA / SCHWARZFERSENANTILOPE
Art: Gewöhnliche Impala / Schwarzfersenantilope
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Aepyceros melampus
Vorkommen: Ostafrika bis Südostafrika, von Kenia bis in den Norden Südafrikas
IUCN Status: Nicht gefährdet
Nachwuchs: 1, selten 2 Jungtiere nach 6-7 Monaten Tragzeit
Ernährung: Gräser, Blätter, Zweige, Früchte
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Löwen, Afrik. Wildhunde, Tüpfelhyänen, Leoparden, Adler, Geparden, Schakale.

Männchen ca 10 Jahre, Weibchen ca 15 Jahre

 

Kalenderbild Oktober: Südafrikanische Elenantilope

Bis zu 3,50 Meter lang und bei den Böcken bis 1,70 m Schulterhöhe – größere Antilopen als Elenantilopen gibt es nicht, wenngleich die südafrikanische Unterart etwas kleiner als ihre Verwandten aus anderen Regionen ist. Elenantilopen wirken vom Äußeren wie Rinder, sind allerdings deutlich schmaler. Die südafrikanische Unterart unterscheidet sich optisch von den anderen drei Unterarten dadurch, dass bei den adulten Tieren keine prägnanten weißen Streifen am Körper vorhanden sind, außerdem haben sie längere Hörner. Das Männchen ist eher grau gefärbt, bei den Weibchen gehen die Tiere eher ins hellbräunliche über. Auf dem Foto ist ein adulter Bock zu sehen.

Männlicher Nachwuchs braucht etwa 4-5 Jahre bis zur Geschlechtsreife, Weibchen nur zwei Jahre. Sowohl die Böcke wie auch die Kühe leben in gleichgeschlechtlichen Herden, wobei die der Jungs deutlich kleiner sind. Wenn zwischen Oktober und Januar der Nachwuchs geboren wird, schließen sich separate Mütter mit Nachwuchs zu einer weiteren Herde zusammen, in der sie die ersten zwei Lebensjahre verbringen.

Die massiven Tiere sind im Normalfall gemütlich unterwegs. Sie können auf etwa 40 kmh beschleunigen, aber das auch nur für kurze Zeit. Allerdings sind sie durchaus in der Lage, etwa 2,50 Meter lange Sprünge hinzulegen. Ihre Aktivitätszeit ist morgens und abends, während sie tagsüber eher ruhen. Die Hauptnahrung ist Laub.

Die Art gilt bislang als nicht gefährdet, obwohl die Population nicht sehr groß ist, da der Trend vor allem zur Fleisch- und Ledergewinnung sinkend ist.

 

ARTENPROFIL SÜDAFRIKANISCHE ELENANTILOPE
Art: Elenantilope
Unterart: Südafrikanische Elenantilope
Wissenschaftl. Name: Taurotragus oryx oryx
Vorkommen: Namibia, Südafrika, Botswana, Lesotho, Swasiland
IUCN Status: nicht gefährdet
Nachwuchs: 1 Jungtier nach 9 Monaten Tragzeit
Ernährung: Laub, Gras, Früchte, Beeren, Zweige
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwe, Tüpfelhyäne, Leopard, Afrik. Wildhund

ca 15 Jahre

Logo für das Charity-Kalender-Projekt

Es dürfte dem ein oder anderen schon aufgefallen sein, dass sowohl den Kalender selber wie auch die Accounts in den sozialen Medien ein neues Logo ziert. Im sechsten Jahr wird es Zeit für ein solches Wiedererkennungssymbol. Dies auch mit dem Hintergrund, dass die Website www.charity-kalender.de nicht mehr zu 100% passend ist seit es im Vorjahr erstmals auch Pralinen zu erwerben gab. Auch in diesem Jahr wird es noch weitere Produkte geben. Aus diesem Grund heißt es im Slogan „Kalender und mehr für den Artenschutz“.

 

Kein Zufall ist auch der Östliche Bongo als ausgewählte Tierart. Von ihr gibt es nach Zählung des Kenya Wildlife Service im vergangenen Jahr noch 150 Exemplare in der freien Natur. In anderen Ländern als Kenia existiert diese Tierart nicht, und auch in dem ostafrikanischen Land kommen sie nur in vier verschiedenen und nicht miteinander zugänglichen Nationalparks vor. Die auch Bergbongos genannten wunderschönen Antilopen sind somit akut vom Aussterben bedroht und stehen stellvertretend als Mahnung dafür, dass mehr für den Artenschutz gemacht werden muss.

September-Kalenderbild: Südwestafrikanisches Spitzmaulnashorn

Namibia ist grundsätzlich das Land schlechthin für Spitzmaulnashörner. Etwa ein Drittel der Spitzmaulnashornpopulation lebt hier – wahrscheinlich sogar die einzigen überhaupt, die noch außerhalb von Schutzgebieten zuhause sind. Dennoch ist auch Namibia weit vom Paradies für die Art entfernt, die Wilderei macht auch vor dieser Region keinen Halt. Jedes Jahr wird eine höhere zweistellige Anzahl an Nashörnern auf der sinnlosen Jagd nach dem Horn getötet, das in der traditionellen asiatischen Medizin angeblich Krebs heilt oder für Potenz sorgt, was bekanntlich kompletter Unsinn ist, da das Horn aus Keratin besteht und damit aus demselben Material wie unsere Finger- und Fußnägel.

 

Der Staat Namibia hat daher auch private Wildlifereservate gebeten, dass dort Tiere eingestellt werden, da dort ein besserer Schutz möglich ist. Meist wird dort auch das Horn bei den adulten Tieren abgeschnitten, um den Wilderern erst gar keinen Anreiz zu geben, das Tier zu töten. Einerseits verständlich, andererseits eine traurige Entwicklung wenn die Nashörner zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr so aussehen können wie sie es eigentlich sollten.

 

Spitzmaulnashörner unterscheiden sich in einigen Punkten von den bekannteren Breitmaulnashörnern. Der Name der Arten ist dabei nicht nur ein optisches Merkmal, sondern stellt gleichzeitig einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden afrikanischen Nashornarten heraus. Während die Breitmaulnashörner ihr Maul praktisch als Staubsauger auf der Erdoberfläche einsetzen, um Gras abzufressen, nutzen die Spitzmaulnashörner ihr kleineres Maul, um an den Sträuchern und Pflanzen die Knospen und Blätter abzuknabbern. Entsprechend benötigen Spitzmaulnashörner eher Strauchgebiete, während Breitmaulnashörner auf offenes Grasland angewiesen sind.

 

Aber auch im Verhalten unterscheiden sich beide Arten grundlegend. Breitmaulnashörner sind die wesentlich sozialeren Tiere. Die Bullen sind auch hier Einzelgänger, aber die Kühe kommen durchaus in Verbänden mit ihrem Nachwuchs vor. Die Spitzmaulnashörner sind dagegen pure Einzelgänger. Was beide Arten verbindet, ist ihre Kurzsichtigkeit – sie verlassen sich auf ihren stark ausgeprägten Geruchs- und Hörsinn. Breitmaulnashörner gelten dabei als die deutlich friedlichere Art. Wie es ein Buschmann ausdrückte beim Anpirschen an ein Spitzmaulnashorn: „Wenn sie dich riechen gibt es nur zwei Möglichkeiten: sie greifen an oder sie hauen ab.“

 

Wie aber kommt man an eine Aufnahme wie dieses Portrait der Augenregion bei einem Spitzmaulnashorn, aufgenommen mit einem 300er Objektiv ohne Stativ? Dabei muss man sich an das oben geschriebene erinnern: Tiere werden auf privaten Schutzgebieten eingestellt. In diesem Fall handelt es sich um ein noch recht junges wenngleich schon erwachsenes Tier, dessen Mutter nicht die Kraft hatte, um es aufzuziehen. Es folgt eine Entscheidung wie sie auch ein Zoo gelegentlich treffen muss: lässt man das Tier sterben oder zieht man es künstlich groß? Im Normalfall wählt man die erste Variante, weil das Tier sich auf den Menschen prägt und oftmals später kein normales Leben mit Artgenossen mehr möglich ist. In diesem Fall entschied sich das Team des Wildlife Reserves für die Handaufzucht. Dieses Spitzmaulnashorn war inzwischen entwöhnt, aber verließ nicht den Aktionsradius um die Farm herum, weswegen man eben ein solches Bild machen konnte – das Tier hatte keinen natürlichen Fluchtinstinkt vor Menschen, was beim Eintreffen von Wilderern den sicheren Tod bedeuten würde. Zum Zeitpunkt des Besuchs stand bereits fest, dass ein Umzug in ein anderes privates Reservat anstehen würde, um den jungen Bullen von der Farm wegzubekommen und in der Hoffnung, dass man ihn so noch zu einem normalen Nashornleben bewegen kann. Ein solcher Austausch hätte früher oder später aus genetischen Gründen ohnehin stattfinden müssen, denn das ist in Schutzgebieten nicht anders als in Zoos auch, eine Zucht mit Verwandten sollte vermieden werden.

 

ARTENPROFIL SÜDWESTLICHES SPITZMAULNASHORN
Art: Spitzmaulnashorn
Unterart: Südwestliches Spitzmaulnashorn
Wissenschaftl. Name: Diceros bicornis occidentalis
Vorkommen: Namibia, Südafrika, Angola
IUCN Status: vom Aussterben bedroht
Nachwuchs: 1 Jungtier nach 15-18 Monaten Tragzeit
Ernährung: Pflanzen, Blätter, Äste, Zweige
Feinde:

Lebenserwartung:

Für Jungtiere Löwe, Hyäne

Kühe 30-40 Jahre, Bullen 20-30 Jahre

August-Kalenderbild: Angola-Giraffe

Über die Einteilung der Giraffenarten haben wir in der Vergangenheit schon berichtet (https://charity-kalender.de/de/weltgiraffentag-bedrohte-riesen). Wir schließen uns der neuen Auffassung an, nach der es vier Giraffenarten gibt: Massai-Giraffe, Netzgiraffe, Nord-Giraffe und Süd-Giraffe. Die Süd-Giraffe untertetilt sich in zwei Unterarten, von denen eine die in Namibia vorkommende Angola-Giraffe ist.

 

Der Bestand der Angola-Giraffe wird aktuell auf 20.000 Tiere geschätzt – eine Vervierfachung der Zahlen in den letzten 30 Jahren, weswegen die Süd-Giraffe als einzige Giraffenart nicht als gefährdet gelistet wird. Ausgerechnet in ihrer namensgebenden Heimat war die Art ausgestorben, ehe in der jüngeren Vergangenheit Tiere aus Namibia dort wieder angesiedelt wurden. Ein Kennzeichen der Angola-Giraffe ist die extrem helle Grundfarbe, die von unregelmäßigen braunen Flecken überdeckt wird.

 

Ansonsten gilt für die Angola-Giraffe das allgemeine, was für andere Giraffenarten auch gilt. Die Bullen können bis sechs Meter hoch werden, bringen etwa 1,6 Tonnen auf die Waage. Die Kühe sind etwa anderthalb Meter kleiner und nur halb so schwer. Allein die kräftige dunkle Zunge kann einen halben Meter lang werden und ist zum Abgreifen der Blätter besonders wichtig für die Tiere, da sie ihnen auch das Nutzen von dornigen Buschwerk ermöglicht. Nicht fehlen darf in Giraffenbeschreibungen der Hinweis darauf, dass der lange Hals von nur sieben Wirbeln gehalten wird – der gleichen Anzahl wie der kleine menschliche Hals.

 

Was das Zusammenleben von Giraffen angeht, gab es in jüngster Vergangenheit neue Erkenntnisse. Hinreichend bekannt ist, dass die Kühe in kleineren Gruppen leben und junge Bullen sich in Junggesellengruppen zusammenschließen, während ausgewachsene Bullen Einzelgänger sind. Während man bislang angenommen hatte, dass es sich bei Giraffen um Tiere ohne ausgeprägte soziale Bindungen handelt, ergaben neue Untersuchungen das Gegenteil. Man fand heraus, dass es sich bei den Herden ähnlich wie bei Elefanten um Matrilinien handelt, allerdings begrenzt auf etwa drei Generationen.

 

Die Tragzeit bei Giraffen beträgt 15 Monate bis ein etwa 1,80 m großes und 50 kg schweres Jungtier geboren wird. Ein Bulle benötigt etwa vier Jahre bis zum Erreichen der Geschlechtsreife, ein Weibchen 2-3 Jahre. Jungtiere sind gefährdet, sie können Löwen und anderen Raubtieren zum Opfer fallen. Adulte Giraffen haben keine ausgeprägten Feinde, der Tritt mit ihren langen Hufen kann für Angreifer leicht tödlich enden. Obwohl Mütter ihren Nachwuchs mit den gleichen Mitteln schützen, erreicht maximal die Hälfte aller Giraffenbabys das Erwachsenenalter.

 

ARTENPROFIL ANGOLA-GIRAFFE
Art: Südgiraffe
Unterart: Angola-Giraffe
Wissenschaftl. Name: Giraffa giraffa angolensis
Vorkommen: Namibia, Botswana, Simbabwe, Angola
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1 Jungtier nach 15 Monaten Tragzeit
Ernährung: Busch- und Baumsprossen, Blätter
Feinde:

Lebenserwartung:

Für Jungtiere Löwe, Leopard, Hyäne

ca 15-20 Jahre bei Tieren, die die Geschlechtsreife erreichen

Juli-Kalenderbild: Schwarznasenimpala

Impalas kennen viele aus Zoos. Dort sind sie eine häufiger gezeigte Art, allerdings handelt es sich dabei um die Gewöhnlichen Impalas, auch Schwarzfersenimpalas genannt. Die Gattung der Impalas besteht allerdings aus zwei Arten – einmal die sehr häufigen Schwarzfersenimpalas und die sehr seltenen Schwarznasenimpalas. Letztere leben fast ausschließlich noch in Namibia, vielleicht gibt es noch wenige Tiere in Angola. Etwa die Hälfte der 3.000 Exemplare kommt dabei im Etosha Nationalpark vor, wo auch dieses Foto entstand. In den 70ern wurden etwa 250 Tiere nach Etosha übergesiedelt, weil man sie dort besser schützen konnte. Alle Impalas leben in der Nähe von Wasserquellen.

Unschwer zu erraten ist das Hauptunterscheidungsmerkmal die schwarze Färbung im Gesicht. Abgesehen von diesem offensichtlichen Detail sind die Schwarznasenimpalas etwas dunkler, größer und schwerer. Eine dunkle Stelle an der Ferse hat auch diese Impalaart, also nicht nur die Schwesterart, bei der sie namensgebend ist. Gemein haben beide auch eine Fellzeichnung im Stil eines „M“ am Hinterteil. Bei einer Länge von etwa 1,40 m wiegen Männchen bei 63 Kilo, die Weibchen bringen etwa 50 kg auf die Waage. Abgesehen von dem Größen und Gewichtsunterschied ist der Geschlechtsdimorphismus deutlich sichtbar, denn nur die Männchen tragen Hörner.

Schwarznasenimpalas leben in kleinen Familienverbänden von bis zu 15 Tieren. Dominante Männchen leben territorial, während Weibchen mit ihrem Nachwuchs eine Herde bilden. Weiblicher Nachwuchs wird mit einem Jahr geschlechtsreif, männlicher Nachwuchs braucht ein halbes Jahr länger. Der Nachwuchs wird vom Weibchen abseits der Herde im Gebüsch abgelegt.

Impalas sind bekannt für ihre Sprungkraft. Auf der Flucht streuen sie Prellsprünge ein, die 9 Meter lang und 2,5 Meter hoch sein können. Wenn sie gejagt werden, laufen sie im Gegensatz zu anderen Antilopen ins dichte Buschland und nicht in die offene Savanne. Durch ihre Sprungkraft können sie dort auch mal einen ganzen Busch überspringen.

 

ARTENPROFIL SCHWARZNASENIMPALA
Art: Schwarznasenimpala
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Aepyceros petersi
Vorkommen: Namibia, evtl. Angola
IUCN Status: Gefährdet

 

Nachwuchs: Meist 1 Jungtier nach ca. 6 Monaten Tragzeit im Dezember/Januar
Ernährung: Gräser, Blätter, Pflanzen, Früchte
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwen, Leoparden, Afrik.Wildhunde, Tüpfelhäynen, Pythons, Krokodile

max. 15 Jahre

Juni-Kalenderbild: Smith-Buschhörnchen

Smith-Buschhörnchen – auch Gelbfußbuschhörnchen oder Gemeine Buschhörnchen genannt – kommen vom südlichen Afrika bis nach Ostafrika vor. Es sind relativ unspektakuläre Tiere aus der Gattung der Afrikanischen Buschhörnchen, ca. 35 cm groß und um die 200 Gramm schwer. Wie auch europäische Hörnchen sind sie sehr munter und aktiv. Als tagaktive Art verstecken sie sich nachts in einer Baumhöhle. Der Nachwuchs bleibt bei seinen Eltern bis sie beim Eintreten der Geschlechtsreife im Alter zwischen sechs und neun Monaten zuhause rausgeschmissen werden.

 

Das gezeigte Bild fällt im Kalender aufgrund der intensiven Farben auf. Ein so kräftiges Farbbild ist für das trockene Namibia sehr ungewöhnlich und war auch nur möglich, weil sich diese Szene direkt vor der Lobby einer bewässerten Lodge abgespielt hat.

 

ARTENPROFIL SMITH-BUSCHHÖRNCHEN
Art: Smith-Buschhörnchen
Unterart: n. bek.
Wissenschaftl. Name: Paraxerus cepapi
Vorkommen: Angola, Botswana, Kongo, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, Tansania, Sambia, Simbabwe
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1-3 Jungtiere, 1x jährlich,
Ernährung: Pflanzen, Sämereien, Insekten
Feinde:

Lebenserwartung:

Greifvögel, Schlangen, Mangusten

bis 8 Jahre

Mai-Kalenderbild: Weißschwanzgnu

Zunächst muss man das Geheimnis lüften wie überhaupt ein Weißschwanzgnu in einen Namibia-Kalender kommt. Weißschwanzgnus sind die am südlichsten vorkommenden Gnus, beheimatet in Südafrika. Ende des 19. Jahrhunderts war die Art durch exzessive Jagd nahezu ausgestorben, lediglich auf zwei Farmen befanden sich noch Exemplare. Die Gnus haben sich dennoch erholt und der Bestand stieg stetig bis er vor 50 Jahren wieder auf nur noch 3.000 in Südafrika lebende Tiere abgesackt war. Man begann wieder mit stärkeren Schutzmaßnahmen, die es möglich machten, die Art auch wieder in Lesotho und Swasiland einzuführen, wo sie einst gelebt haben. In Namibia kamen sie eigentlich nie vor, wurden dort aber später importiert. Dies auch auf das etwa 100 km² große Gelände des Kuzikus Wildlife Reserves, wo dieses Kalenderbild entstand. Tatsächlich leben heute etwa wieder 20.000 Weißschwanzgnus, von denen etwa ein Drittel außerhalb ihres natürlichen Vorkommens in Namibia existiert. In der Tat gibt es diese Art nicht mehr komplett freilebend, sondern alle nur in Tierreservaten oder von solchen abstammend.

Zwischen den männlichen und weiblichen Weißschwanzgnus gibt es keine signifikanten Unterschiede. Die Männchen sind etwas größer und schwerer und haben kräftigere Hörner – was man aber nur im direkten Vergleich sehen kann zumal beide Geschlechter eine Länge von 2 Metern bei einem Gewicht von um die 150 Kilogramm erreichen können. Weibchen bringen nach etwa 250 Tagen Tragzeit im November/Dezember ein Junges zur Welt. Der Nachwuchs bleibt bei der Mutter bis sie ein neues Baby gebärt. Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs in größeren Herden von bis zu 50 Tieren, die Jungs schließen sich Junggesellengruppen an, ehe sie später als Einzeltiere Territorien besetzen. Die Geschlechtsreife erreicht der Nachwuchs mit anderthalb Jahren beim weiblichen Geschlecht, die Bullen mit drei Jahren.

Als Nahrung dient den Weißschwanzgnus fast ausschließlich Gras. Blätter oder Knospen sind eher eine Ausweichnahrung. Wichtig für sie ist eine Trinkquelle in der Nähe. Wie man Weißschwanzgnus von den anderen vier Gnuarten unterscheidet, verrät schon der Name: alle anderen Gnuarten verfügen über einen schwarzen Schwanz.

 

ARTENPROFIL WEISSSCHWANZGNU
Art: Weißschwanzgnu
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Connochaetes gnou
Vorkommen: Südafrika. Eingeführt in Lesotho, Swasiland und Namibia
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1 Jungtiere nach ca. 8.5 Monaten Tragzeit
Ernährung: Gräser, Laub
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwen, Tüpfelhyänen, Afrik. Wildhunde, Leoparden, Geparden, Krokodile

ca 20 Jahre

April-Kalenderbild: Fuchsmanguste

Der Namensursprung dieser Mangusten lässt sich leicht erahnen, erstaunlich ähnlich sehen sie einem Rotfuchs sowohl von Farbgebung wie auch von Körpergestalt. Mit Schwanz gemessen sind die Fuchsmangusten etwa einen halben Meter lang und ein halbes Kilo schwer.

 

Die tagaktiven Fuchsmangusten freuen sich über die Arbeit anderer Tiere, denn sie legen selten eigene Bauten an. Lieber nutzen sie das Untergrundsystem von Hörnchen und Springhasen, oft bilden sie sogar eine WG mit Erdmännchen oder mit Borstenhörnchen.

 

Trotz ihres attraktiven Aussehens sind Fuchsmangusten keine gern gesehene Art, denn sie sind Überträger von Tollwut. Während die meisten Tiere binnen Wochen nach einer Infektion versterben, können Fuchsmangusten die Krankheit jahrelang asymptomatisch in sich tragen, aber andere dennoch infizieren.

 

Ihre Sozialstruktur ist vergleichbar mit der von Erdmännchen. Ein Alphapaar pflanzt sich fort, dahinter leben Nachwuchs und Verwandte in strenger Hierarchie. Bis zu 20 Tiere umfasst eine Kolonie im Normalfall.

 

ARTENPROFIL FUCHSMANGUSTE
Art: Fuchsmanguste
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Cynictis penicillata
Vorkommen: Angola, Namibia, Südafrika, Botswana, Simbabwe
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1-3 Jungtiere nach zwei Monaten Tragzeit; 2x jährlich
Ernährung: Hauptsächlich Insekten, auch Nagetiere, Vögel, Eier
Feinde:

Lebenserwartung:

Greifvögel, Schakale, Schlangen

ca 10 Jahre

März-Bild: Sambesi-Großkudu

Bei den Großkudus kann man gut die Probleme der konkreten wissenschaftlichen Einordnung erkennen. Noch vor 20 Jahren hätte man gesagt, dass es eine Art Großkudu gibt, die sich aus vier Unterarten zusammensetzt. Dies gilt heute nicht mehr, es sind die früheren Unterarten in den Rang von Arten hochgestuft worden. Umstritten ist dabei, ob es sich um den Kap-Großkudu und den Sambesi-Großkudu um zwei unterschiedliche Arten handelt oder ob es nicht doch dieselbe Art ist. Auf diese Unterscheidung bin ich beim Kalender hereingefallen, auf dem Kalenderbild wird die Art als Kap-Großkudu bezeichnet – wenn es zwei unterschiedliche Arten sein sollten, handelt es sich bei den Tieren in Namibia um Sambesi-Großkudus. In Zoos wird man übrigens auch heute noch die pauschale Einteilung als Großkudu oder Großer Kudu finden – vermutlich auch deswegen, weil in der Vergangenheit nicht unterschieden und entsprechend auch durcheinander gezüchtet wurde.

 

Beide Geschlechter – auf dem Kalenderbild sind die Geschlechtsunterschiede deutlich zu erkennen – können eine Länge von fast 2,50 m erreichen. Während die mit auffälligen spiralförmigen Hörnern ausgestatteten Böcke ein Gewicht von über 300 kg auf die Waage bringen, sind die hornlosen Weibchen mit einem Gewicht von um die 200 kg viel leichter. Junge Böcke bekommen zunächst seitlich wachsende Hörner, bei denen es etwa zwei Jahre dauert bis die erste Windung ausgeprägt ist.

 

Die Weibchen bringen nach neunmonatiger Tragzeit ein Jungtier zur Welt. Dies geschieht normalerweise zwischen Januar und April. Mütter separieren sich vor der Geburt von der Herde und legen ihren Nachwuchs im Gebüsch ab, ehe es nach etwa zwei Wochen erstmals zur Herde kommt. Nach etwa zwei Jahren werden die Böcke geschlechtsreif, die Weibchen nach ungefähr anderthalb Jahren. Die Tiere leben in kleinen gleichgeschlechtlichen Gruppen, Böcke teilweise auch solitär.

 

Mit ihren großen Ohren können Großkudus sehr gut hören, und fliehen nach Möglichkeit rechtzeitig. Sie können hervorragend springen – bis zu 2,5 Meter hoch –  haben bei der Flucht aber die schlechte Angewohnheit, dass sie sich nach einer Weile umdrehen und sich eine Übersicht verschaffen wollen, was in ihrem Rücken passiert ist – dies kann tödlich sein. Als Lebensraum bevorzugen sie buschiges Land, aber weder reine Wälder noch offene Savannen. Mit ihrem beigefarbenen Fell und den 8-11 vertikalen weißen Streifen auf den Flanken sind sie dort gut getarnt.

 

 

ARTENPROFIL SAMBESI-GROSSKUDU
Art: Sambesi-Grosskudu
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Tragelaphus strepsiceros zambeziensis
Vorkommen: Tansania, Kongo, Malawi, Mosambik, Sambia, Angola, Namibia, Botswana, Simbabwe, Swasiland, Südafrika
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: 1 Jungtier nach 9 Monaten Tragzeit
Ernährung: Blätter und Gräser
Feinde:

Lebenserwartung:

Tüpfelhyänen, Afrik. Wildhunde, Leoparden, Geparden

Weibchen etwa 15 Jahre, Böcke unter 10 Jahren

 

„Wildlife of Namibia 2022“ spielt über 1500 Euro für den Artenschutz ein

Im Februar ist die Kalenderaktion natürlich mittlerweile abgeschlossen. Teil 1 des Gewinns aus den Kalenderverkäufen von „Wildife of Namibia 2022“ geht an den Cheetah Conservation Fund. In diesem Jahr beträgt die Summe 513,22 Euro.

Der Cheetah Conservation Fund mit Sitz in Namibia kümmert sich auf vielfältige Weise um den Schutz der Geparden. Sei es, dass Herdenhunde gezüchtet werden, um das Vieh der Farmer zu schützen und die Akzeptanz von Geparden zu erhöhen, die Schaffung von Lebensräumen für die Tiere, Bildung und Forschung, oder der Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel – das Geld ist dort bestens aufgehoben.

 

Natürlich hat auch die zweite Organisation, Rettet den Drill, inzwischen ihr Geld aus dem Kalenderverkauf erhalten. Da der Gewinn aus dem Kalenderprojekt immer geteilt wird, sind es auch hier 513,22 Euro.Dadurch ergibt sich, dass mit dem Kalender ein Gewinn von 1026,44 Euro erzielt wurde. Dieses Jahr gab es erstmals noch eine Sonderaktion, dessen Ergebnis in den nächsten Tagen bekanntgegeben wird.

Rettet den Drill unterstützt mit den Einnahmen die Schutzprojekte von Pandrillus in Nigeria sowie das Limbe Wildlife Center in Kamerun. Hier wird sich um die stark gefährdeten Drills gekümmert, die meist ihre Mütter verloren haben wegen der Jagd nach Bushmeat und weil der Nachwuchs dann in der Folge illegal als Haustier gehalten und konfisziert wurde. Etwa 3.000 Drills leben noch in Kamerun, Nigeria und auf Bioko.

Ein Dankeschön für die Zusammenarbeit bei dem Gepardenprojekt geht an die Aktionsgemeinschaft Artenschutz, sowie für den Verkauf der Kalender an Gütersloh Marketing und die Konditorei Süßes Handwerk in Gütersloh.

 

Drills im Bioparc Valencia

 

Erstmals waren bei „Wildlife of Namibia 2022“ nicht nur Kalender, sondern auch vom Süßen Handwerk in Gütersloh gestiftete und mit Drill-Logo verzierte Pralinen zugunsten von Rettet den Drill zu erwerben. Auch dank großartiger Unterstützung und dem Verkauf durch Nadine Wack im Zoo Saarbrücken konnte hier nochmal ein toller zusätzlicher Spendenbetrag von 480,30 Euro generiert werden.

Insgesamt sind durch „Wildlife of Namibia 2022“ damit exakt 1506,74 Euro für den Artenschutz zusammengekommen – neuer Bestwert für eine Jahreskampagne.

 

Drill im Zoo Osnabrück

Februar-Bild: Bärenpaviane

Der auch Tschakma genannte Bärenpavian kommt im südlichen Afrika vor. Dort bewohnt er eher offene Savannen und felsige Gebiete als Wälder, wo man eher Affen vermutet. Gepaart damit, dass er als Allesfresser gut über die Runden kommt, kann man ihn auch in der Nähe von menschlichem Leben antreffen – so wie hier auf diesem Bild am Rande einer Hauptstraße. In der Tat waren die Tschakmas die ersten Tiere, die ich auf meiner Namibia-Reise unweit des Flughafens bei Windhoek zu Gesicht bekommen habe.

Wie andere Paviane sind auch die Bärenpaviane eher in größeren Haremsgruppen anzutreffen. In diesen Gruppen leben mehrere Männchen, allerdings sind sowohl die Männer- wie auch die Weibchen strengen Hierarchien unterworfen, die extrem hart durchgesetzt werden. Die Männchen verfügen über sehr große Eckzähne, die auch ihrem Hauptfeind – dem Leoparden – die Jagd nicht zum einfachen Vergnügen machen.

Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von einem halben Jahr meist ein Baby zur Welt, seltener auch Zwillinge. Bis zu einem Jahr wird der Nachwuchs gesäugt. Weibchen werden mit etwa drei Jahren, Männchen mit fünf Jahren geschlechtsreif. Zu dieser Zeit verlässt der männliche Nachwuchs die Geburtsgruppe und schließt sich einer anderen Gruppe an. Nach einer Geburt dauert es meist zwei Jahre bis ein Tier wieder gebären kann.

Den Namen Bärenpavian haben die Tiere aufgrund ihrer langen unbehaarten Schnauze erhalten, der an Bären oder auch an manche Hunderasse erinnert. Derart positive Assoziationen hat die Lokalbevölkerung eher nicht wenn sie an die Art denkt. Auch wenn Tschakmas omnivor sind, gelten Früchte als ihre bevorzugte Speise – von daher haben Obstfarmer naturgemäß etwas gegen sie einzuwenden. Menschen werden eigentlich von den Affen gemieden, allerdings kann man sie doch in ihrer Nähe häufiger sehen, da sie als Allesfresser eben auch gut vom Müll der Menschen leben können.

 

ARTENPROFIL BÄRENPAVIAN/TSCHAKMA
Art: Bärenpavian
Unterart:
Wissenschaftl. Name: Papio ursinus
Vorkommen: Angola, Namibia, Südafrika, Botswana, Mosambik, Sambia
IUCN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: Meist 1 Baby nach einem halben Jahr Tragzeit
Ernährung: Allesfresser
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Leoparden, Wildhunde, seltener Löwen, Hyänen, Krokodile oder Pythons; Jungtiere können Greifvögeln zum Opfer fallen

In der Wildnis eher 20-30 Jahre, in zoologischen Einrichtungen bis 45 Jahre

 

 

Januar-Bild: Hartmann-Bergzebra

Zebras kamen im Charity-Kalender in der Vergangenheit schon vor, aber bislang immer nur die Variante des Steppenzebras. Wie seinerzeit schon ausgeführt gibt es grundsätzlich drei Zebraarten mit den Grevy-Zebra, Bergzebras und den Steppenzebras. Von den Bergzebras existieren zwei Unterarten mit den Kap-Bergzebras und dem auf dem Bild gezeigten Hartmann-Bergzebra.

 

Vom Steppenzebra unterscheiden sich die Bergzebras dadurch, dass sie wenn überhaupt nur im hinteren Bereich über Schattenstreifen verfügen, dazu verlaufen die Streifen nicht unter dem Bauch, der komplett weiß bleibt. Zudem sind Bergzebras kleiner und am Rücken verlaufen die Streifen enger als bei den Steppenzebras (nicht aber im Vergleich zu den sehr eng gestreiften Grevy-Zebras), während am Hinterbein die Streifen deutlich größere Abstände aufweisen.

 

Bergzebras leben in deutlich kleineren Herden als ihre Pendants aus der Steppe. Wenn der Nachwuchs ausgewachsen ist, verlässt er unabhängig vom Geschlecht die Herde. Hengste formen zunächst eine Junggesellengruppe, während Stuten sich entweder einer bestehenden Herde anschließen oder mit einem Hengst aus einer Junggesellengruppe eine Herde neu aufbauen. Stuten sind mit zwei Jahren geschlechtsreif, was bei den Hengsten ein bis zwei Jahren länger dauert. Bis ein Männchen sich jedoch fortpflanzen kann, wird es noch deutlich länger dauern. Vor einem Alter von sieben Jahren wird ein Junghengst keine Chance haben einen älteren Widersacher von seiner Herde zu trennen.

 

Wie es der Name schon sagt, leben Bergzebras in hügeligeren Lagen, wo sie ausreichend Futter finden können. Ihr Bestand wurde um die Jahrtausendwende auf 25.000 Tiere geschätzt. Die größte Gefahr geht von der legalen Jagd aus, denn deren Zebrahäute werden kommerziell gehandelt. Etwa 2.000 bis 3.000 Tiere werden dafür pro Jahr entnommen, was oberhalb der Geburtenrate liegt und damit auf Sicht zum Problem für den Bestand wird.

 

 

ARTENPROFIL HARTMANN-BERGZEBRA
Art: Bergzebra
Unterart: Hartmann-Berzgebra
Wissenschaftl. Name: Equus zebra hartmannae
Vorkommen: Namibia, evtl. Angola
IUCN Status: Gefährdet

 

Nachwuchs: Ein Jungtier nach einem Jahr Tragzeit
Ernährung: Hauptsächlich Gräser
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwen, Hyänen, Leoparden, Geparden

Etwa 20 Jahre

 

Kalender-Bild Dezember: Afrikanischer Leopard

 

ARTENPROFIL AFRIKANISCHER LEOPARD
Art: Leopard
Unterart: Afrikanischer Leopard
Wissenschaftl. Name: Panthera pardus pardus
Vorkommen: Fast alle Länder Afrikas südlich der Sahara
IUCN Status: Stark gefährdet

 

Nachwuchs: 1-3 Junge nach 3-3,5 Monaten Tragzeit
Ernährung: Fleisch – von Insekten bis zu großen Antilopen
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwen, Hyänen, Wildhunde

Etwa 12 Jahre

 

Bereits im August-Bild des Namibia-Kalenders 2018 wurde über den Afrikanischen Leoparden berichtet. Damals schrieb ich, dass die Sichtung eines Leoparden als großes Glück gilt (https://charity-kalender.de/de/namibia-kalender-august-bild-afrikanischer-leopard). Diese Art scheint mir zu liegen, denn auch in Kenia sah ich sie und das gleich zweimal. Übrigens ganz im Gegensatz zu Geparden oder Wildhunden, von denen ich bedauerlicherweise noch keinen einzigen wildlebenden zu Gesicht bekommen habe. Dennoch sind Leoparden-Sichtungen etwas Besonderes, an deren Situationen ich mich gut erinnern kann.

 

Die erste Kenia-Sichtung fand am zweiten Ausflugstag meiner Reise statt. Es ging mit einem lokalen Guide von der Sandai Farm aus in den Aberdare Nationalpark. Der ganze Tag war malerisch schön in den grünen Bergen, über 1000 Höhenmeter stiegen wir mit dem alten Landcruiser auf, umgeben von toller Vegetation, atemberaubenden Ausblicken und fantastischen Tiersichtungen. Aber auch dort muss man um 18 Uhr aus dem Park sein und so fuhren wir abwärts Richtung Ausgang. Nach so vielen Eindrücken ist man als Beifahrer müde und manchmal fallen auch die Augen zu. Irgendwann war mir so als ob ein Leopard etwa 150 Meter vor uns die aus zwei Fahrspuren bestehende Straße passiert hätte. Ich fragte den Guide, der dies nicht bemerkt hatte, aber er fuhr langsam auf die Stelle zu – und tatsächlich, im Busch lauerte die Großkatze mit griesgrämigem Blick und entschwand schnell nachdem er entdeckt worden war.

 

Die dritte und letzte Leopardenbegegnung war von den Umständen her eher eine ernüchternde, allerdings brachte sie dieses Kalenderbild zutage. Der Guide, der durch die Masai Mara fuhr, hatte begrenzte Fähigkeiten im Aufspüren von Tieren außer denen, die ohnehin gut sichtbar waren. Für Sichtungen verließ er sich etwas unsportlich auf sein Funkgerät und Kontakt zu anderen Fahrern. Die Strecke hatte er dafür nicht so gut unter Kontrolle, so blieben wir in einem Matschloch stecken. Kein anderes Fahrzeug war weit und breit zu sehen, also packte der Guide eine Machete aus und lief mit Handy und Funkgerät los, um Hilfe zu holen. Als ich draußen stehen blieb kam er zurück und ordnete an, dass ich zurück ins Auto gehe und da bleibe – wohl oder übel musste ich dem widerwillig Folge leisten. Für die nächsten zwei Stunden war eine Familie Warzenschweine alles, was ich an Bewegung sah. Dann kam der Guide zurück, er hatte eine italienische Reisegruppe erreicht, die uns zur Hilfe kam und uns aus dem Loch zog. Unweit von der Stelle parkten schon einige Safariautos um einen Baum – immer ein sicheres Zeichen, dass es etwas Interessantes zu sehen gibt. Im Baum lag der abgebildete Leopard und ruhte sich etwas genervt vom Trubel unter ihm aus. Muss ich erwähnen, dass wir kurze Zeit später wieder in einem Schlammloch feststeckten? Diesmal war Hilfe noch in der Nähe…