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Kalender-Bild Dezember: Afrikanischer Leopard

Kalender-Bild Dezember: Afrikanischer Leopard

 

ARTENPROFIL AFRIKANISCHER LEOPARD
Art: Leopard
Unterart: Afrikanischer Leopard
Wissenschaftl. Name: Panthera pardus pardus
Vorkommen: Fast alle Länder Afrikas südlich der Sahara
ICUN Status: Stark gefährdet

 

Nachwuchs: 1-3 Junge nach 3-3,5 Monaten Tragzeit
Ernährung: Fleisch – von Insekten bis zu großen Antilopen
Feinde:

Lebenserwartung:

Löwen, Hyänen, Wildhunde

Etwa 12 Jahre

 

Bereits im August-Bild des Namibia-Kalenders 2018 wurde über den Afrikanischen Leoparden berichtet. Damals schrieb ich, dass die Sichtung eines Leoparden als großes Glück gilt (http://charity-kalender.de/de/namibia-kalender-august-bild-afrikanischer-leopard). Diese Art scheint mir zu liegen, denn auch in Kenia sah ich sie und das gleich zweimal. Übrigens ganz im Gegensatz zu Geparden oder Wildhunden, von denen ich bedauerlicherweise noch keinen einzigen wildlebenden zu Gesicht bekommen habe. Dennoch sind Leoparden-Sichtungen etwas Besonderes, an deren Situationen ich mich gut erinnern kann.

 

Die erste Kenia-Sichtung fand am zweiten Ausflugstag meiner Reise statt. Es ging mit einem lokalen Guide von der Sandai Farm aus in den Aberdare Nationalpark. Der ganze Tag war malerisch schön in den grünen Bergen, über 1000 Höhenmeter stiegen wir mit dem alten Landcruiser auf, umgeben von toller Vegetation, atemberaubenden Ausblicken und fantastischen Tiersichtungen. Aber auch dort muss man um 18 Uhr aus dem Park sein und so fuhren wir abwärts Richtung Ausgang. Nach so vielen Eindrücken ist man als Beifahrer müde und manchmal fallen auch die Augen zu. Irgendwann war mir so als ob ein Leopard etwa 150 Meter vor uns die aus zwei Fahrspuren bestehende Straße passiert hätte. Ich fragte den Guide, der dies nicht bemerkt hatte, aber er fuhr langsam auf die Stelle zu – und tatsächlich, im Busch lauerte die Großkatze mit griesgrämigem Blick und entschwand schnell nachdem er entdeckt worden war.

 

Die dritte und letzte Leopardenbegegnung war von den Umständen her eher eine ernüchternde, allerdings brachte sie dieses Kalenderbild zutage. Der Guide, der durch die Masai Mara fuhr, hatte begrenzte Fähigkeiten im Aufspüren von Tieren außer denen, die ohnehin gut sichtbar waren. Für Sichtungen verließ er sich etwas unsportlich auf sein Funkgerät und Kontakt zu anderen Fahrern. Die Strecke hatte er dafür nicht so gut unter Kontrolle, so blieben wir in einem Matschloch stecken. Kein anderes Fahrzeug war weit und breit zu sehen, also packte der Guide eine Machete aus und lief mit Handy und Funkgerät los, um Hilfe zu holen. Als ich draußen stehen blieb kam er zurück und ordnete an, dass ich zurück ins Auto gehe und da bleibe – wohl oder übel musste ich dem widerwillig Folge leisten. Für die nächsten zwei Stunden war eine Familie Warzenschweine alles, was ich an Bewegung sah. Dann kam der Guide zurück, er hatte eine italienische Reisegruppe erreicht, die uns zur Hilfe kam und uns aus dem Loch zog. Unweit von der Stelle parkten schon einige Safariautos um einen Baum – immer ein sicheres Zeichen, dass es etwas Interessantes zu sehen gibt. Im Baum lag der abgebildete Leopard und ruhte sich etwas genervt vom Trubel unter ihm aus. Muss ich erwähnen, dass wir kurze Zeit später wieder in einem Schlammloch feststeckten? Diesmal war Hilfe noch in der Nähe…

Titelcover 2022: der Afrikanische Steppenelefant

 

ARTENPROFIL AFRIKANISCHER STEPPENELEFANT
Art: Afrikanischer Steppenelefant
Unterart: werden heute nicht mehr unterschieden
Wissenschaftl. Name: Loxodonta africana
Vorkommen: Über 30 Länder mit stark unterschiedlichen Bestandszahlen
ICUN Status: Stark gefährdet

 

Nachwuchs: Ein Baby nach 22 Monaten Tragzeit
Ernährung: Gräser, Blätter, Pflanzen, Baumrinden
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Adulte Tiere haben keine Feinde. Jungtiere können selten von Löwen, Hyänen oder Krokodilen angegriffen werden

Vermutlich ca 30 Jahre bei Bullen und 50 Jahre bei Kühen. Gelegentlich zu findende Angaben von 60-70 Jahren stellen eher das potentielle Höchstalter einiger weniger Individuen dar

 

Gemeinhin unterscheidet man drei verschiedene Elefantenarten. Zum einen ist es der Asiatische Elefant, während man in Afrika den Waldelefanten und den Steppenelefanten findet. Die IUCN hat erst in jüngster Vergangenheit diese Unterscheidung vorgenommen und den in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas lebenden Waldelefanten als vom Aussterben bedroht eingestuft, während der bekanntere und weiter verbreitete Steppenelefant auf stark gefährdet hochgestuft wurde.

 

Die Situation der Elefanten in Afrika ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Insgesamt schätzt man die Zahl auf 400.000 bis 500.000 ein. Das klingt sehr viel und ist es auch, aber die Anzahl sinkt dramatisch, je nach Quelle spricht man von 10.000 bis 20.000 Verlusten pro Jahr. Mit Abstand die meisten Elefanten leben in Botswana mit 130.000, gefolgt von Simbabwe mit 80.000 und Tansania mit 50.000. Namibia belegt gleichauf mit Sambia bei etwa 22.000 Individuen den fünften Rang. Bei den hohen Zahlen in einigen wenigen Ländern kann man sich ausmalen wie gering die Population in den meisten Nationen ist.

 

Speziell in Namibia ist die Situation sogar positiv, denn die Anzahl ist in den letzten Jahren entgegen dem allgemeinen Trend stark gestiegen. In den letzten 25 Jahren hat sich die Population in etwa verdreifacht. Im letzten Winter machte die Regierung Namibias von sich reden als sie 170 Elefanten zum Verkauf anbot, weil das Land an die Kapazitätsgrenze und damit zu immer mehr Mensch-Tier-Konflikten kam. Diese Auktion wurde international scharf kritisiert – ein Petition dagegen fand über 100.000 Unterstützer, was wohl ein Grund war, warum nur etwa ein Drittel der Elefanten auch verkauft werden konnte. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass in der Vergangenheit in solchen Fällen Elefanten zum Abschuss freigegeben wurden.

 

Dabei ist die Entwicklung in dem Wüstenstaat schon beinahe eine Überraschung angesichts der dürren Vegetation. Auf der anderen Seite ist Namibia ein großes Land mit wenig Bevölkerung, das den Tieren viel Platz bietet. Von der Fläche her ist Namibia mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur zwei Drittel der Einwohner – allerdings nicht von Deutschland, sondern von Berlin… Nur sind bei der Trockenheit Lebensmittel und Wasser knapp, weswegen die Elefanten auch Interesse an den wenigen landwirtschaftlichen Flächen haben, die die Bewohner selber zum Leben benötigen.

 

Der auf dem Cover zu sehende Elefant hat diese Sorgen allerdings nicht. Er lebt im Etosha Nationalpark, einem umzäunten Areal der Größe Hessens. Hier gibt es einige künstlich angelegte Wasserlöcher, die ganzjährig für ausreichend Nass sorgen. An einer dieser Stellen hat sich auch dieses Tier niedergelassen, wo es trinken und baden kann und sich anschließend im Matsch wieder vor Hitze und Insekten schützt.

Pralinen in der „Rettet den Drill“ Version ab sofort wieder erhältlich

Dank einer Zusammenarbeit mit der Konditorei „Süßes Handwerk“ in Gütersloh kann man jetzt auch Artenschutz mit dem Verzehr von leckeren Pralinen verbinden. Mit einer erstmaligen Auflage von 300 Stück sind die Süßwaren mit dem Konterfei eines Drill erhältlich. Entsprechend sind die kompletten Einnahmen dank der großzügigen Spende vom Süßen Handwerk für „Rettet den Drill“ gedacht. Online steht eine 8er Box für 15 Euro inkl. Versand zur Verfügung.

 

Die Erstauflage war schnell ausverkauft. Seit dem 11. November ist die zweite Auflage verfügbar.

 

Die Inhaltsstoffe der Pralinen: Butter, Glycose, Kuvertüre, Kakaomasse, Lebensmittelfarbe, Trockeneiklar, Kakaobutter, Zucker, Olivenöl, Salz, Magermilchpulver, Kartoffelmehl, Wasser, Verdickungsmittel E1422.

 

 

November-Bild: Massai-Strauß

Der Afrikanische Strauß ist bekanntermaßen der größte Vogel der Welt. Ihn gibt es in vier Unterarten: dem Nordafrikanischen Rothalsstrauß, dem Südafrikanischen Blauhalsstrauß, dem Somalistrauß (wird teilweise als eigenständige Art angesehen) und dem hier zu sehenden Massai-Strauß, der auch Rothalsstrauß genannt wird. Der Massai-Strauß kommt in Uganda, Kenia und Tansania vor und gilt bislang als nicht gefährdet. Am nächsten verwandt ist die Unterart mit dem Nordafrikanischen Rothalsstrauß, obwohl sich sein Gebiet mit dem des Somalistraußes teilweise überlappt.

 

Massai-Straußen-Hähne können bis zu 2,70 m groß und 145 kg schwer werden. Weibchen sind etwas kleiner, unterscheiden sich aber vornehmlich darin, dass die Männchen schwarze Federn und einen rosaroten Hals besitzen, während die Hennen einen grauen Hals und braune Federn kennzeichnen. Durch ihr Gewicht sind die Strauße nicht in der Lage zu fliegen. Dafür besitzen sie eine ausgeprägte Beinmuskulatur, die sie bis auf eine Geschwindigkeit von 70 kmh beschleunigen lässt.

 

Mit Beginn der Brutzeit ab etwa Mai beginnt der Hals der Hähne rot zu leuchten und sie bilden Territorien, die sie gegen andere Männchen verteidigen. In ihrem Revier bauen sie Nester. Im Juli werden die Weibchen von den Männchen gedeckt, deren Territorium sie gerade passieren. Eine erfahrene Henne legt meist zwei Eier und verlässt das Gelege gelegentlich, was anderen Hennen die Gelegenheit gibt, dass sie Eier dazu legen. Bis zu 18 Hennen legen ihre Eier ins Nest – mehr als die Legehenne ausbrüten kann. Als Konsequenz entfernt sie Eier bis sie auf eine ausbrütbare Menge von etwa 20 kommt.

 

Adulte Strauße haben Löwen als ärgsten Gegner. Viel größerer Gefahr sind schon die Eier ausgesetzt, die begehrte Beute vieler Arten sind. Bis zu 90% des Geleges werden nie ausgebrütet. Massai-Strauße sind nicht gefährdet, ihre Bestandzahl nehmen aber deutlich ab. Die Hauptgefahr liegt in der Verkleinerung des Lebensraums durch menschliche Ansiedlung und im Raub der Eier durch Einheimische wie auch von Touristen. Die Jagd nach dem Fleisch ist nach einer Studie bislang keine Bedrohung für die Art – wohl auch, weil es genügend Zuchtfarmen dieser Art gibt

 

ARTENPROFIL ROTHALSSTRAUSS / MASSAI-STRAUSS
Art: Afrikanischer Strauß
Unterart: Rothalsstrauß/Massai-Strauß
Wissenschaftl. Name: Struhtio camelus massaicus
Vorkommen: Uganda, Kenia und Tansania
ICUN Status: Nicht gefährdet

 

Nachwuchs: Einmal jährlich im Oktober/November
Ernährung: Hauptsächlich pflanzlich, seltener Früchte, Sämereien und Eidechsen/INsekten
Feinde:

 

Lebenserwartung:

Für adulte Tiere hauptsächlich Löwen. Für Eier viele Feinde wie Hyänen, Schakale und Greifvögel

Nur zehn Prozent der Tiere erreicht überhaupt den ersten Geburtstag. Tiere, die diese Klippe überstanden haben, können 30-40 Jahre alt werden

 

Cheetah Conservation Fund – Bedrohungen für die Geparden

Folgende Hauptgefahren bestehen für Geparden: Mensch-Tier-Konflikt, Verlust von Lebensraum sowie Wilderei und Tierhandel.

 

Mensch-Tier-Konflikt

Geparden sind kein guter Besatz für Wildlife-Reservate. Dort kommen auf begrenztem Raum meist Löwen, Leoparden und Hyänen vor, die zum einen Geparden die Beute streitig machen, zum anderen aber auch die schnellen Jäger töten wenn sie die Chance dazu haben. Vor allem haben Jungtiere hier kaum Chancen aufs Überleben, etwa 90% des Nachwuchses erreicht dort das Erwachsenenalter nicht. Aus diesem Grund leben Geparden meist außerhalb geschützter Gebiete und geraten in Konflikte mit der Farmbevölkerung. Wenn das Vieh der Farmer bedroht ist, schützt der sich und sein Hab und Gut und greift im Zweifel zur Waffe – da der Gepard tagsüber Beute macht, ist er auch leichter zu sehen und zu treffen als die Jäger der Nacht.

 

Um hier zu helfen arbeitet der Cheetah Conservation Fund seit über einem Vierteljahrhundert mit den Farmern um Raubtier-freundliche Viehschutzlösungen zu implementieren. Ähnlich wie hierzulande im Konflikt mit Wölfen werden den Viehhaltern Hütehunde wie der anatolische Schäferhunde und Kangal-Hirtenhunde empfohlen. Die Farmer bekommen Welpen, die mit der Herde aufwachsen und durch ihre imposante Entscheidung und ihr lautes Bellen potentielle Eindringlinge abschrecken. Farmer, die diese Hunde halten, reduzieren ihre Verluste um 80-100%. Diese Maßnahme ist so erfolgreich, dass eine dreijährige Warteliste für die Welpen besteht, für die eine kleine Gebühr gezahlt werden muss.

 

Verlust von Lebensraum

Um leben zu können, benötigen Geparden Land mit geeigneter Beute, Zugang zu Wasser und offener Fläche mit Deckungsmöglichkeiten für die Jagd. Durch den Anstieg der Bevölkerung entstehen immer mehr Siedlung und Farmland, so dass die potentiellen Lebensräume für die Tiere verloren gehen. Im Jahr 2001 entwickelte der CCF mit einer US-Behörde ein ökologisch und ökonomisch hilfreiches Programm. Zuwuchernde Dornbüsche durch fehlende Verwerter wie Giraffen, Elefanten und Spitzmaulnashörner machten das Land sowohl für Menschen, Geparden und deren Beutetiere unnutzbar. Diese Büsche werden entfernt, in der Sonne getrocknet und gehäckselt bevor sie in einem Werk zu einem sogenannten Bushblok gewandelt werden – Holzbriketts zum Anzünden von Feuern. Auch andere Farmer können ihre Dornbüsche vorbeibringen und ihr Land wieder nutzbar machen. Für dieses nachhaltige Bioprodukt hat es bereits mehrere Preise gegeben. Ist das Land frei siedeln sich die Tiere dort von alleine wieder an. Etwa 300 Hektar werden auf dem eigenen Gelände Jahr für Jahr auf diese Weise nutzbar gemacht.

 

Illegaler Handel

Leider werden auch immer noch Tiere gefangen und illegal verkauft, die Golfstaaten sind hierfür ein häufiger Abnehmer. Geparden gelten als Statussymbol, sie sind gewissermaßen die hundeähnlichste Katzenart, die sich gut trainieren lässt. Für den Wildtierhandel eignen sich immer die Tierbabys, für die entweder ihre Mutter erschossen werden muss oder man passt Beutezüge der Mutter ab, bei denen sie ihren Nachwuchs alleine lassen muss. Die Armut der Bevölkerung wird ausgenutzt, dadurch gibt es immer Leute, die für Geld die Arbeit erledigt. Dem setzt der CCF Bildungs- und Aufklärungsarbeit entgegen und hilft der Regierung bei Konfiszierungen und kümmert sich um die Tiere.  Nur etwa jedes sechste gefangene Tier überlebt den Transport bis zum Empfänger.

 

Besonders aktiv ist der CCF in Somaliland, einer autonomen Republik in Äthiopien. Hier ist ein zentraler Punkt für den illegalen Wildtierhandel, weil die Wege in den Nahen Osten kurz sind. Der CCF unterhält hier Auffangstationen für beschlagnahmte Tiere, die an dem Ort meist ihr ganzes Leben verbringen, weil sie in schlechtem Zustand aufgegriffen werden und nicht mehr freigelassen werden können.

 

Cheetah Conservation Fund – Geparden in menschlicher Obhut

In fast allen Ländern ist es verboten Geparden zu fangen und sie privat zu halten. Der Cheetah Conservation Fund sowie andere Organisationen kümmern sich um verletzte sowie verwaiste Tiere mit dem Ziel sie in die Wildnis entlassen zu können. Wichtig dabei ist der Verletzungsgrad – je schwerer die Verletzung ist, desto mehr müssen die Pfleger sich um sie kümmern. Dies bringt die Gefahr der Gewöhnung an den Menschen, was nicht passieren darf wenn sie wieder zurück in die Wildnis kommen sollen.

 

Ungewöhnlich ist, dass der CCF das internationale Zuchtbuch für Geparden führt – normalerweise wird dies bei Zoos geführt. Der Grund dafür ist die Gründerin des CCF, Dr Laurie Marker. Sie arbeitete selbst in einer zoologischen Einrichtung in den USA als sie 1982 das Zuchtbuch für Geparden in den USA begann und dies später auch für Europa und Afrika entwickelte. Der Hintergrund für die Einführung war, dass sie mit einem Team des Smithsonian Institut bei ihrer ersten Reise nach Namibia 1977 feststellte wie dünn die Genetik der Tiere in der Wildnis ist. Auf ihren späteren Stationen nahm sie immer das Zuchtbuch mit – zunächst als sie 1988 selbst zum Smithsonian Institut nach Washington wechselte, und nach Gründung des Cheetah Conservation Fund, dem Umzug nach Namibia und Anerkennung des CCF als gemeinnützige Organisation, übertrug der Weltzooverband WAZA ihr wiederum das Zuchtbuch.

 

Zu einem gewissen Teil profitiert der CCF von den Zoos finanziell, denn die amerikanischen Zoos in der AZA müssen Projekte in der Wildnis unterstützen wenn sie Geparden halten wollen, in Europa ist das noch nicht der Fall.

 

Das Bild wurde aufgenommen im Allwetterzoo Münster.

Oktober-Bild: Ostafrikanischer Schabrackenschakal

Schabrackenschakale gehören zu den Echten Hunden Afrikas. Sie kommen in zwei Unterarten vor, einmal der ostafrikanische und einmal der südafrikanische Schabrackenschakal. Die Tiere sehen so ein wenig aus wie eine Mischung aus Fuchs und Wolf. Kennzeichnend für den Schabrackenschakal ist die dunkle Rückenfärbung. Er gilt als sehr anpassungsfähig und kommt in vielen Gegenden vor, mag allerdings kein zu sehr bewaldetes Gebiet. Durch diese breit gefächerten Eigenschaften gibt es ausreichend Individuen und die Art gilt entsprechend als nicht gefährdet.

Grundsätzlich sind Schakale eher dämmerungsaktiv, leben und jagen im Familienverband. In Gegenden, in denen sie keine Konkurrenz haben, kann man sie auch tagsüber antreffen, in menschlicher Nähe – wo sie auch gut leben können – sind sie fast ausschließlich nachtaktiv. Hauptnahrung ist Fleisch von meist kleineren Arten bis hin zu mittelgroßen Antilopenarten wie Impalas, aber sie nehmen auch pflanzliche Nahrung zu sich und können gut von menschlichen Abfällen leben. Sie sind effektive Jäger, machen es sich aber auch bequem wenn sie können und folgen beispielsweise Löwen für die Resteverwertung.

Schabrackenschakale leben monogam mit ihrem Nachwuchs bis der mit etwas 2,5 Jahren die Eltern verlässt, um auf eigenen Beinen zu stehen. Ein Wurf besteht meist aus 3-6 Jungtieren, wovon gut die Hälfte überlebt. Tragzeit ist zwei Monate, die Geschlechtsreife setzt mit etwa einem Jahr ein und die durchschnittliche Lebenserwartung ist etwa 7 Jahre. Hauptgegner kleiner Schakale sind neben anderen Raubtieren vor allem Greifvögel, für adulte Tiere Leoparden.

Artenschutz in Nigeria: Interview mit Zack Schwennecker

Zwischen dem Charity Kalender und Rettet den Drill hat sich in den letzten Jahren gewissermaßen eine feste Partnerschaft eingespielt. Zum vierten Mal wird der Verein unterstützt, der wiederum die Artenschutzarbeit vor Ort in Nigeria und Kamerun zu einem gewichtigen Teil ermöglicht. Zack Schwennecker, 28, studierte in den USA Zoologie und landete nach seinem Abschluss in Nigerias Afi Mountains in der Drill Ranch. Wie es dazu kam, was er dort macht und wie er den schwierigen Alltag meistert, hat er uns erzählt.

 

Zack, mit Unterbrechungen arbeitest du seit 2015 für die Drill Ranch. Wie ist es gekommen, dass ein Amerikaner nach seinem Studium weit weg von zuhause in Afrika landete?

Ich war dreimal für einige Monate als Freiwilliger in der Drill Ranch und bin im November 2019 als Project Manager zurückgekehrt. Dazu gekommen bin ich durch meine Cousine, die über einen Zeitraum von fünf Jahren immer mal wieder als Volunteer dort tätig war. Auf unseren jährlichen Familientreffen habe ich ihre Geschichten gehört und das hat mich dazu bewogen Zoologie an der Michigan State University zu studieren. Ich hatte mich noch nicht festgelegt, was meine Zukunft angeht, und als meine Cousine vorschlug, dass ich mit ihr auf die Drill Ranch komme, war es ein Leichtes „ja“ zu sagen.

 

Deine Berufsbezeichnung ist “Projektmanager” – das kann so ziemlich alles und nichts bedeuten. Was genau umfasst deine Arbeit?

Es gibt nichts, was man als typischen Arbeitsablauf bezeichnen kann, kein Tag gleicht dem anderen. Abhängig von unseren verfügbaren Arbeitskräften nehme ich die tiermedizinische Betreuung vor inklusive der damit verbundenen Papierarbeit – von 600 Tieren! Dazu Buchhaltung, Management der einheimischen Arbeiter und der Volunteers, Bauplanung, Futterbeschaffung, gemeinnütziges Engagement und Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf Artenschutzaspekte, Aufenthaltstitel für ausländische Mitarbeiter, und so weiter. All dies für zwei unterschiedlichen Projektorte, deren Bedarfe und Abläufe sehr unterschiedlich funktionieren. Wenn die Posten gut besetzt sind, dann werden die meisten dieser Bereich von einheimischen Arbeitern oder Volunteers erledigt, aber wenn die Situation bei den Mitarbeitern schlecht ist, kann es ein 14-16-stündiger Arbeitstag werden, um alles zu schaffen.

 

Als du nach Nigeria kamst, hattest du die Situation so erwartet?

Ich hatte sehr niedrige Erwartungen als ich nach Nigeria gekommen bin, was eine gute Einstellung für mich war. Ich habe festgestellt, dass viele Menschen, die mit hohen Ambitionen und Träumen vom Leben und Arbeiten nach Afrika gekommen sind, enttäuscht wurden von der Realität. Es ist nicht die glamouröse Arbeit wie sie bei National Geographic und ähnlichen Formaten dargestellt wird. Mit den niedrigen Erwartungen konnte ich Nigeria akzeptieren so wie es ist und konnte Enttäuschungen vermeiden, die manch einer erleidet wenn er in so einem schwierigen Umfeld arbeitet.

 

Was war für dich das größte Problem seit du dort lebst?

Die größte Herausforderung in den letzten beiden Jahren ist mein Alter. Nigeria, und Afrika allgemein, setzen viel Bedeutung auf das Alter. Ich bin erst 28, was es für mich schwierig gemacht hat Glaubwürdigkeit bei Kollegen und Mitarbeitern zu erlangen. Mittlerweile bin ich sechs Jahre hier, weiß eine Menge über das Projekt, das Land und die Probleme, mit denen wir zu kämpfen habe, was mir geholfen hat mein Alter etwas zu kompensieren.

 

Trotz all der Schwierigkeiten, die du überwinden musstest, arbeitest du jetzt seit ein paar Jahren für die Drill Ranch. Wie hast du deine Motivation aufrecht erhalten / was ist dein persönlicher Antrieb für die Arbeit?

Ich glaube jeder, der mit Tieren arbeitet, findet seine Motivation in den Tieren. Auch wenn der Erfolg oft nur klein ist und die Missstände groß, so ist es genug Antrieb für mich wenn man sieht wie die Tiere in ihrer natürlich Umgebung aufgehen, selbst wenn es sich um einen umzäuntes Areal handelt. Wenn man miterlebt wie ein Tier hier ankommt, das ein meist durch Menschen verursachtes schweres Trauma erlitten hat, es aufwächst und die vergangenen Tragödien vergisst, ist das wenigste, was wir unternehmen können über die Grenzen von dem, was wir als machbar erachtet haben, hinauszugehen, um dem Tier zu helfen.

 

Geparden – Cheetah Conservation Fund

In diesem Jahr wird mit dem Cheetah Conservation Fund eine Organisation unterstützt, die sich um den Schutz der Geparden kümmert. Mit eigenen Aufnahmen aus der Wildnis kann ich hier leider nicht dienen, denn obwohl sie sowohl in Kenia wie auch Namibia zuhause sind, wo mich meine bisherigen Reisen hinführten, konnte ich leider kein einziges Exemplar dieser faszinierenden Tierart zu Gesicht bekommen. Aus dem Grund helfen hier Bilder aus Zoos. Bevor über die Arbeit vom CCF informiert wird, gibt es hier aber ein einleitendes Intro über die Tierart:

 

Fast jedes Kind weiß, dass Geparden die schnellsten Landsäugetiere der Welt sind. Die meisten wissen auch, dass die Katzenart diese Geschwindigkeit nur für kurze Zeit beim Jagen durchhält. Ansonsten kennen fast alle ihren schlanken Körperbau, die gelbliche Grundfarbe mit den schwarzen Punkten über dem Körper, aber nähere Details haben viele nicht vor Augen.

 

So dürfte es für viele überraschend sein, dass Geparden nicht nur in Afrika leben, sondern auch in Asien. Einst lebten die Tiere sogar über Indien hinaus bis nach Zentralasien. Heute ist der Asiatische Gepard nur noch im Iran in zweistelliger Anzahl anzufinden, entsprechend ist er dort vom Aussterben bedroht. Die restliche Gepardenpopulation befindet sich in Afrika südlich der Sahara. Einige unterscheiden in Afrika vier Unterarten: Der Nordwestafrikanische Gepard lebt in Algerien und den südlich angrenzenden Ländern mit maximal 250 verbliebenen Tieren. Der Nordostafrikanische oder Sudan-Gepard hat sein Verbreitungsgebiet von Tschad bis Somalia, er wird von der IUCN als Unterart anerkannt und gilt als vom Aussterben bedroht. Der Ostafrikanische Gepard kommt in Kenia, Tansania und angrenzenden Ländern vor und bildet mit 2.500 Tieren den zweitgrößten Bestand. Etwa die doppelte Anzahl existiert von den Südafrikanischen Geparden im Bereich Namibia, Südafrika und Botswana. Neuere Untersuchungen legen allerdings nahe, dass zumindest der Ostafrikanische und der Südafrikanische Gepard identisch sind, was auch die Cat Specialist Group der IUCN so anerkannt hat – diese Variante ist als gefährdet gelistet.

 

Geparden gehören zu den Katzen, zählen allerdings nicht zu den Großkatzen, sondern zu den Kleinkatzen. Seine nächsten Verwandten sind die Pumas auf dem amerikanischen Kontinent. Die Anatomie mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 1,50 m zuzüglich Schwanz und einem Gewicht von nur 60 Kilogramm lässt für ganz kurze Zeit die hohe Geschwindigkeit zu, was aber bedeutet, dass der Gepard dadurch auf offene Savannen angewiesen ist, um auf die benötigte Geschwindigkeit zu kommen. Bevorzugte Beute sind mittelgroße Antilopen- oder Gazellenarten wie Impalas, Springböcke oder Thomsongazellen, aber auch Hasen, Nager oder Vögel.

 

Das Gebiss der Geparden ist relativ klein für eine Katzenart. Um anderen größeren Beutegreifern wie Löwen, Leoparden und Hyänen aus dem Weg zu gehen, sind Geparden tagaktiv. Ihnen gegenüber sind sie in Sachen Beißkraft unterlegen und müssten ihnen die Beute überlassen, was oft passiert. Meist jagen Geparden früh morgens und in den frühen Abendstunden, mittags in der Hitze ruhen sie sich aus.

 

Nach etwa drei Monaten Tragzeit kommen die Jungtiere zur Welt, zwischen 1 und 8 Jungtieren pro Wurf sind bisher gesichtet worden, wobei die übliche Wurfgröße eher in der Mitte liegt. Zudem ist die Jungtiersterblichkeit extrem hoch. Die ersten zwei Monate verbringt der Nachwuchs in einer Höhle mit der Mutter bevor die sie zum ersten Mal rauslässt. Mit etwa 1,5 Jahren werden sie erwachsen sofern sie nicht anderen Raubtieren bis dahin zum Opfer gefallen sind, und mit drei Jahren geschlechtsreif. Die Lebenserwartung bei Männchen liegt bei 8 Jahren, bei Weibchen bei 12 Jahren. Weibliche Geparden sind Einzelgänger mit Ausnahme der Jungtieraufzucht, während männliche Geparden – vor allem Brüder – auch gemeinschaftlich leben.

 

Bild aus dem Allwetterzoo Münster

Der Schauplatz des 2022er Kalenders: Namibia

Wenn der Kalender in diesem Jahr über die Wildnis Namibias berichtet, dann bietet es sich zunächst natürlich an überhaupt etwas über das Land zu erfahren, in dem sich die Inhalte des nächsten Jahres abspielen. Namibia liegt im Südwesten Afrikas, darunter befindet sich nur noch Südafrika. Mit dem Flieger aus Frankfurt landet man nach langen elf Stunden im einzigen internationalen Flughafen des Landes, dem Husea Kutako Airport in Windhoek. Was man ganz schnell realisiert wenn man früh morgens nach einem Nachtflug landet: nachts ist es sehr frisch.

 

Windhoek

Windhoek

 

Die recht zentral gelegene Hauptstadt ist wie so oft die größte Stadt des Landes mit inzwischen gut 350.000 Einwohnern – in Deutschland vergleichbar mit Wuppertal. Wer jetzt ein kleines Land erwartet, sieht sich allerdings getäuscht. Namibia ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat insgesamt aber nur 2,5 Millionen Einwohner – so viel wie München und Köln zusammen. Bei den Relationen kann man sich vorstellen: es ist viel Platz vorhanden. Das ist gut für die Tierwelt, die allerdings auch mit den klimatischen Bedingungen zurecht kommen muss, die der Grund für die dünne Besiedlung ist. Im Westen grenzt das Land an den rauen Atlantik, im Norden befindet sich der sogenannte Caprivi-Streifen, wo Namibia Zugang zu den grenzbildenden Flüsse Okavango, Sambesi und Kwando hat. Den größte Landesteil macht das zentrale Hochland aus, dazu kommen noch Wüsten. Grundsätzlich muss man sich in Namibia auf heißes Wetter und Trockenheit mit erheblich kälteren Nächten einstellen wenn man nicht gerade zur Regenzeit reist.

 

Im Wesentlichen sind die Aufnahmen für den Kalender auf drei Schauplätzen entstanden. Der Erste ist der weltberühmte Etosha National Park 400 Kilometer nördlich von Windhoek gelegen. Hier regiert die Tierwelt in einem umzäunten Gebiet, das ziemlich genau der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern entspricht – immerhin das sechstgrößte Bundesland bei uns. Unter Schutz gestellt wurde das Gebiet schon während der deutschen Kolonialzeit – allerdings nicht aus ökologischer Verantwortung heraus, sondern weil man die Tierwelt per Jagden schon so weit dezimiert hatte, dass dies schon rein zur Fleischversorgung der Bevölkerung notwendig wurde. Teil 2 der Bilder wurde im etwa 360 km² großen Okonjati Wildlife Reserve aufgenommen, das sich etwa auf halbem Weg von Windhoek zum Etosha Nationalpark befindet. Dritter Schauplatz ist das Kuzikus Wildlife Reserve, knapp 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt am Rande der Kalahari-Wüste gelegen und auch noch auf einer üppigen Fläche von 100 km² gelegen. Letztere beide Orte sind private Schutzgebiete.

 

September-Bild: Böhm-Steppenzebra

Zebras sind grundsätzlich bekannte Tiere, aber wenn es um eine genauere Einteilung der Pferdeartigen geht, sind viele schnell mit dem Latein am Ende. Dabei ist die Einordnung übersichtlich und leicht, es gibt nämlich nur drei Arten: Grevy-Zebras, Bergzebras und Steppenzebras. Bergzebras teilen sich noch in zwei Unterarten auf, während Steppenzebras aus sogar fünf noch lebenden Unterarten bestehen (Böhm-Zebras, Burchell-Zebras, Chapman-Zebras, Crawshay-Zebras, Mähnenlose Zebras). In Kenia kommen das Grevy-Zebra sowie das Böhm-Steppenzebra vor.

 

Auf dem Kalender zu sehen ist ein junges Böhm-Steppenzebra-Fohlen, an dem man schön die Unterschiede zu anderen Zebraarten und -unterarten erkennen kann. Zunächst ist dies die Mähne, die bei der auch Grant-Zebra genannten Unterart eher bräunlich ausläuft und nicht so schwarz ist wie bei anderen Zebras. Die Streifen bei den Böhm-Steppenzebra sind für gewöhnlich ziemlich breit – das erkennt man hier schon recht gut am Hals, allerdings ist dies beim jungen Zebra noch nicht so ausgeprägt wie es später in der adulten Form sichtbar sein wird. Steppenzebras besitzen sogenannte Schattenstreifen – sie sind nicht nur weiß und schwarz, sondern haben dünne graue Streifen zwischendurch, die bei der Böhm-Variante allerdings kaum bis gar nicht ausgeprägt sind. Bei diesem Fohlen erkennt man dies am oberen Hinterbein. Dazu gehen die Streifen bis zum Boden runter, was nicht bei allen Zebraunterarten der Fall ist, die teilweise auch sehr weiße Beine besitzen.

 

Die IUCN listet die Steppenzebras in ihrer Allgemeinheit erst seit fünf Jahren als potentiell gefährdet. Diese pauschale Einteilung ist überraschend, denn die Häufigkeit der Unterarten variiert eklatant. Man nimmt etwa 500.000 Steppenzebras insgesamt an, wovon allerdings fast schon an die 400.000 auf die Böhm-Steppenzebras entfallen, die somit eigentlich keineswegs gefährdet sind. Ganz anders sieht dies bei Chapman-Zebras, bei Crawshay Zebras und den Mähnenlosen Zebras aus, die eigentlich einen höheren Schutzgrad als nur potentiell gefährdet bräuchten. Allerdings hat eine DNA Untersuchung 2018 ergeben, dass wahrscheinlich keine Unterscheidung zwischen den Unterarten vorliegt und eher regionale Varianzen vorliegen, z.B. dass die Streifen der Zebras im Norden breiter sind als im Süden und im Süden dafür mehr Schattenstreifen auftreten.

 

Während man aus Afrika Bilder von hunderten, wenn nicht tausenden Zebras vor Augen hat, so sind sie doch in kleine Gruppen unterteilt, die sich zu großen Formationen zusammenschließen. Eine Herde besteht aus einem adulten Zebrahengst, der einen Harem von einigen Stuten mit seinem Nachwuchs unterhält. Junghengste schließen sich zu Bachelor-Gruppen zusammen bis sie einen adulten Hengst herausfordern, um dessen Familie zu übernehmen. Gelingt ihm dies, wird er den Nachwuchs seines Vorgängers vertreiben oder sogar töten, um möglichst schnell selber Nachwuchs bekommen zu können. Die Tragzeit beträgt elf Monate, weitere elf Monate werden die Fohlen von der Mutter gesäugt. Die Geschlechtsreife erlangt der Nachwuchs allerdings erst deutlich später – Stuten mit drei Jahren und Hengste mit etwa fünf Jahren.

August-Bild: Augurbussard

Beim Augurbussard handelt es sich neben dem Schakalbussard um eine von nur zwei großen Bussardarten Afrikas. Er kommt in Afrika oft erst in Höhenlagen ab 1.500 Metern vor wie auch hier auf dem Foto in den Aberdare Mountains. Trotz dieser Spezialität ist es keine bedrohte Art. Vielmehr kann man den Augurbussard von Äthiopien südwärts bis nach Namibia finden – entsprechende Höhenlagen vorausgesetzt.

 

Die Körpergröße des Vogels beträgt bis 60 cm, die mächtige Flügelspannweite erstreckt sich auf bis zu 1,50 Meter. Von unten gesehen sind die Augurbussarde fast weiß mit Ausnahme der schwarz umrandeten Federspitzen. Kopf- und Oberseite sind hingegen schwarzgrau mit leichten Weißanteil. Es existiert aber auch einen Anteil melanistischer Vögel in der Natur, die also komplett schwarz auf der Oberseite sind.

 

Meist leben die Vögel in Paarbindung, ein Nest wird auch häufiger bebrütet. Was die Ernährung angeht, sind die Augurbussarde nicht wählerisch und nehmen das, was sie bekommen können. Untersuchungen am Mageninhalt toter Vögel haben allerdings ergeben, dass Reptilien – von Eidechsen bis hin zu Schlangen – meist über 60% der Nahrung ausmachen. Ansonsten stehen Ratten, seltener Schliefer und Hasen auf dem Speiseplan, auch Hühner und ähnliche bodenlebende Vögel wie Frankoline können mal zum Opfer werden.

Kommentar: Geplante Auswilderung von Zoo-Elefanten nach Kenia

Es macht zur Zeit eine Meldung aus England die Runde, dass ein Zoo – der Howletts Wild Animal Park aus Kent – 13 seiner 14 Afrikanischen Elefanten in Kenia auswildern möchte. Man sei zur Erkenntnis gelangt, dass man die Tiere in einem Zoo nicht artgerecht halten könne und habe in Zusammenarbeit mit dem Sheldrick Wildlife Trust und dem Kenya Wildlife Service diese Aktion geplant, in der die Tiere im kommenden Jahr mit einem Flieger nach Kenia gebracht werden sollen. Da dieses Thema perfekt zum Kalender „Wildlife of Kenya“ passt – erst im Mai wurde das Thema Afrikanische Steppenelefanten angerissen (http://charity-kalender.de/de/mai-kalenderbild-afrikanischer-steppenelefant) – sei an dieser Stelle ein Kommentar zu der Aktion erlaubt.

 

Sicher ist, dass Tiere grundsätzlich in die Natur gehören. Sicher ist, dass Zoohaltungen in vielen Fällen nicht optimal sind. Ganz sicher ist auch, dass Zoos mehr dafür unternehmen könnten, dass Tiere auch wieder in der Natur angesiedelt werden – dies geschieht bereits und es wurden einige Arten gerettet, die ohne Zoos nicht mehr existieren würden, dennoch ist natürlich Luft nach oben vorhanden. In Kenia beispielsweise wäre eine Blutauffrischung durch Zoobestände gerade bei den hochgradig vom Aussterben bedrohten Bergbongos sehr angebracht – gerade wenn man bedenkt, dass der Zoobestand das fünf- bis zehnfache des Wildbestands ausmacht. Es gibt aber auch Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit dies überhaupt Sinn macht. Die entscheidende Frage ist wie dies in diesem Fall bei den Elefanten aussieht.

 

Natürlich kann man aus Sicht der Zooelefanten auf den Gedanken kommen, dass sie es in der Natur viel besser hätten. Aber ist dies wirklich so? Die Jagd nach dem Elfenbein ist trotz drakonischer Strafen auch in Kenia nach wie vor ein Thema. Partner der Aktion sollen laut Aussagen aus England der Sheldrick Wildlife Trust und der Kenya Wildlife Service sein. Sheldrick betreibt in Kenia zwei Elefanten-Waisenhäuser. Wenn jemand weiß, dass Wilderei im Land existiert, sind sie es – die Folgen davon versorgen sie täglich. Von Sheldrick gibt es bislang keine Aussage zu dieser Aktion. Dem Vernehmen nach sollen die Tiere sich zunächst sechs Monate auf deren Grundstück einleben. Wie aber steht es danach um die Zooelefanten? Die Tiere sind umsorgt aufgewachsen, kennen keine Gefahren, keine Feinde, kennen für die Eigenversorgung das lokale Futter nicht und kennen keine Wanderrouten. Vor allem die letzten beiden Punkte stellen ein Problem dar, denn die Elefantenherden werden in der Natur von den erfahrensten Kühen angeleitet, die ihrerseits ihr Leben lang von den Älteren gelernt haben – dies können sie nicht in sechs Monaten auf einem umzäunten Gelände der Stiftung nachholen. Die Auswilderung stellt ein äußerst hohes Risiko für die Herde dar. Es kann mal wert sein ein solches Wagnis einzugehen wenn die Situation es erfordert, aber ist dies in Kenia der Fall?

 

Wie im Mai-Bericht geschrieben, hat sich der Bestand an Kenias Elefanten in den letzten Jahrzenten auf etwa 35.000 verdoppelt. Das ist sehr positiv, heißt aber nicht, dass unendlich viel Lebensraum vorhanden ist. Im Gegenteil, je größer die Population, desto mehr Mensch-Tier-Konflikte sind vorprogrammiert, von daher ist das Wachstum limitiert. In Namibia, einem anderen Land mit sehr positiver Elefantenentwicklung, stehen 170 Elefanten zum Verkauf an, weil es mehr geworden sind als das Land vertragen kann – natürlich eine fragwürdige Aktion, aber es zeigt deutlich die vorhandenen Limits auf. Kenia hat eben diese großartige Entwicklung von sich aus geschafft, dafür bedurfte es keiner externen Hilfe durch Zoopopulationen, das Land hat überhaupt keinen Bedarf für externe Elefanten. So ist es keineswegs verwunderlich, dass die staatliche Naturbehörde, der Kenya Wildlife Service, verdutzt auf die Meldung aus England reagierte und angab von der Aktion überhaupt nichts zu wissen. Ohne deren Zustimmung wird kein Transport nach Kenia stattfinden können.

 

Auf diese Art verkommt die Aktion zu einer Mischung aus PR-Gag und blindem Idealismus, den die Elefanten mit ihrem Leben bezahlten könnten. Wenn man einen solchen Transport wagen möchte, dann sollte dies in ein Land mit niedrigem Elefantenbestand geschehen, das nichtsdestotrotz einen intakten Lebensraum für die Tiere bieten kann sofern diese Kombination überhaupt irgendwo besteht. Wie unterschiedlich in Afrika die Situation ist, zeigt, dass die Länder Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe und Sambia einen Antrag auf Herabstufung des Elefantenschutzes gestellt hatten, um Handel mit Elefantenprodukten betreiben zu dürfen – in diesen Ländern leben etwa zwei Drittel aller Afrikanischen Steppenelefanten. Zehn andere afrikanische Länder, darunter Kenia, haben hingegen erfolgreich beantragt, den strengen Schutz aufrechtzuerhalten. Selbst wenn man eine Nation findet, die sinnvoll eine Herde aufnehmen kann, sollte man sich im Klaren sein, dass die Herde behutsam in einem viele Jahre dauernden Prozess Schritt für Schritt an größer werdende Freiheiten gewöhnt werden muss.

 

Übrigens, Howlett hält auch besagte Bergbongos. Vielleicht sollte man Kosten sparen und eine Art auswildern, bei der es mehr Sinn macht und die erfolgsversprechender ist. Oder sind Antilopen vielleicht nicht pressetauglich genug?!?

 

 

Juli-Bild: Gewöhnliche Impala

Impalas sind recht bekannte und grundsätzlich in Afrika weit verbreitete Antilopen. Sie bilden eine eigenständige Rangstufe innerhalb der Antilopen und bestehen aus zwei Arten. Zum einen sind es die seltenen und gefährdeten Schwarznasenimpalas, die vorrangig in Namibia leben, während die Schwarzfersenimpalas – auch Gewöhnliche Impala oder Schwarzfersenantilopen genannt – im östlichen und südöstlichen Afrika einen weiten Verbreitungsraum haben. Wenig überraschend stammt die Bezeichnung Schwarzfersenimpalas von ihrer schwarzen Fellfärbung auf der Rückseite der Ferse.

 

Hier gut zu sehen: die namensgebende schwarze Stelle an den Fersen, Bild aus dem Zoo Osnabrück

 

Bei dem Tier auf diesem Bild handelt es sich noch um einen wenige Monate alten Bock, der zwar schon recht groß gewachsen ist, aber über sehr kleine Hörner verfügt – weibliche Impalas bleiben hornlos. Auffällig sind die schlanke Körperstatur und die großen abstehenden schwarz-weiß gezeichneten Ohren. Wenn das junge Männchen etwa ein Jahr alt ist, wird es aus seiner Herde geschmissen und sucht sich gleichaltrige Jungs, um in einer überlebenswichtigen Junggesellenherde zu leben. Hier schützen sich die Jungböcke gegenseitig vor Feinden und lernen spielerisch zu kämpfen. Erst mit etwa vier Jahren sind sie alt, kräftig und erfahren genug, um einen dominanten Bock erfolgreich herausfordern zu können und dessen Herde zu übernehmen. Weibliche Jungtiere haben es da einfacher, sie bleiben in ihrer Geburtsherde und werden mit etwa anderthalb Jahren geschlechtsreif.

 

Weibliche Schwarzfersenantilope

 

Die Lebenserwartung bei Männchen liegt in der Natur bei etwa zehn Jahren, bei Weibchen um die 14 Jahre. In Zoos sollen Tiere vereinzelt ein Alter von 25 Jahren erreicht haben. In der Natur gibt es zahlreiche Feinde, die ein hohes Alter verhindern möchte. Für Impalas sind Leoparden mit Abstand die gefährlichsten Angreifer, gefolgt von Wildhunden. Auch andere Raubtiere sind für sie gefährlich, aber bei Löwen, Hyänen und Geparden stehen sie eher untergeordnet auf der Speisekarte. Jungtieren droht auch Gefahr aus der Luft, denn Beutegreifer wie die Kampfadler haben kein Problem mit dem noch leichten Impala-Nachwuchs. Trotz aller Gefahren wird der Bestand der Schwarzfersenantilopen auf etwa zwei Millionen geschätzt.

 

Ausgewachsene Männchen in den finalen Zügen ihres Junggesellen-Daseins

Juni-Kalenderbild: Hilgerts Grünmeerkatze

Hilgerts Grünmeerkatzen sind eine vornehmlich im südlichen Kenia vorkommende Unterart der Südlichen Grünmeerkatze, einer häufig vorkommenden Meerkatzenart, die von Äthiopien bis Südafrika im östlichen Bereich Afrikas anzufinden ist. Sie fühlen sich eher in halboffenen Gebieten wohl, nicht so sehr in dichten Wäldern oder der weiten Ebene. Die Grünmeerkatzen kommen gut mit dem Menschen klar, als Allesfresser sind sie Kulturfolger, die sich in Siedlungen gut ernähren können, wenngleich Früchte ihre bevorzugte Nahrung sind.

 

Südliche Grünmeerkatzen leben in Gruppen von bis zu 50 Tieren, die meisten Verbände sind aber deutlich kleiner. Eine Gruppe besteht aus einigen Männchen, vielen Weibchen und deren Nachwuchs. Bei Erreichen der Geschlechtsreife wandern die jungen Männchen ab, während die Weibchen in der Gruppe verbleiben. Sowohl unter den Männchen wie auch unter den Weibchen besteht eine Hierarchie, die unter anderem über den Zugang zum Futter entscheidet.

 

Wo Tiere nah am Menschen leben, gibt es natürlich auch Konflikte. Naturgemäß möchten Menschen nicht, dass die Affen ihnen das Essen oder die Ernte stehlen, aber auch Straßenverkehr, elektrische Leitungen, Hunde oder auch das bewusste Einfangen für Fleischgewinnung oder medizinische Zwecke sind ein Problem. In der Natur sind Leoparden, Adler, Pythons und Paviane ihre Feinde, für die sie unterschiedliche Warnrufe haben. Bis zu 30 verschiedene Warnrufe bei Grünmeerkatzen konnte man inzwischen ausmachen.

Kalenderbilder „Wildlife of Namibia 2022“

Mai-Kalenderbild: Afrikanischer Steppenelefant

Über Elefanten wird viel geschrieben, sie stehen mit ihrer Größe und Unverwechselbarkeit stets im Fokus der Öffentlichkeit. Gemeinhin unterscheidet man drei verschiedene Elefantenarten. Zum einen ist es der Asiatische Elefant, während man in Afrika den Waldelefanten und den Steppenelefanten findet. Die IUCN hat erst in diesem März diese Unterscheidung vorgenommen und den in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas lebenden Waldelefanten als vom Aussterben bedroht eingestuft, während der bekanntere und weiter verbreitete Steppenelefant auf stark gefährdet hochgestuft wurde.

 

Die Situation der Elefanten in Afrika ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Insgesamt schätzt man die Zahl auf 400.000 bis 500.000 ein. Das klingt sehr viel und ist es auch, aber die Anzahl sinkt dramatisch. Die Bestandsabnahme variiert je nach Quelle meist von 10.000 bis 20.000 Verlusten pro Jahr. Speziell in Kenia hingegen kann man die Situation der dort lebenden Steppenelefanten als Erfolg verbuchen. Ihre Anzahl hat sich in den letzten drei Jahrzenten auf etwa 35.000 Tiere mehr als verdoppelt – eine Konsequenz aus dem rigorosen Schutz der Tiere. Nach Botswana, Tansania und Simbabwe dürfte es in Kenia das viertgrößte Vorkommen an Elefanten in Afrika geben. Nichtsdestotrotz werden die Dickhäuter auch dort Opfer von Wilderern, die auf das wertvolle Elfenbein aus sind. 1989 wurden in Nairobi 12 Tonnen und 2015 15 Tonnen beschlagnahmter Stoßzähne seitens der Regierung öffentlich verbrannt als Zeichen gegen das illegale Abschlachten und den Handel mit dem Elfenbein.

 

 

Auch wenn die Entwicklung sehr positiv ist, heißt dies nicht, dass die Situation der Elefanten in Kenia ein Paradies wäre. Der Konflikt mit der lokalen Bevölkerung existiert auch in Ostafrika. Wo Elefanten marschieren müssen Farmer um ihre Ernte fürchten, die einzige Erwerbsquelle vieler Menschen, was die grauen Riesen nicht zum beliebten Gast werden lässt. Die Nationalparks sind weitestgehend umzäunt, was diesem Problem vorbeugt, jedoch auf der anderen Seite die traditionellen Wanderrouten der Tiere abschneidet. Aufgrund des Nahrungsbedarfs ist auch nicht jeder Park geeignet, um eine selbsttragende Elefantenpopulation zu beherbergen – man spricht von etwa 100 Quadratkilometern als Mindestgröße, die dafür notwendig ist. Dort, wo Elefanten gehalten werden, trifft man früher oder später auf sie, auch wenn sie beispielsweise im dichten Buschland der teilweise steilen Aberdare Mountains trotz ihrer Größe schnell im Geäst verschwinden können.

 

Elefantenbulle in den Hängen der Aberdare Mountains

 

Das Monatsbild Mai führt uns in die Masai Mara. Die weite Steppenlandschaft macht Elefantensichtungen nicht schwer. Ob einzelgängerische Elefantenbullen oder Herden mit Nachwuchs, alles ist vertreten und auffindbar. Die Kuhherden mit ihrem Nachwuchs sind bei den Afrikanischen Steppenelefanten viel größer als beim asiatischen Pendant. Nicht selten kann man in Afrika Herden mit 20 und mehr Tieren beobachten, während in Asien die Gruppengröße selten mehr als sechs Tiere umfasst. So kam es auch bei diesem Bild, dass eine recht große Herde durch die Savanne streifte mit dem gezeigten Elefantenbaby, das noch wunderbar unter den Bauch der Mutter passt. Man sieht hier auch ein typisches Verhalten: die Mutter nimmt ihren Nachwuchs immer auf die sichere Seite, das heißt vom Auto abgewandt um das Kleine vor einem potentiellen Angriff zu schützen.

 

Teil einer Herde in der Masai Mara

 

Rettet den Drill bedankt sich für die Spende

Auch aus Hannover ist inzwischen ein Foto als Dankeschön für die Spende aus dem Kalenderprojekt „Wildlife of Kenya 2021“ eingetroffen. Kathrin Paulsen, Vorsitzende des Vereins „Rettet den Drill“, bedankte sich für die Unterstützung in Höhe von 629 Euro. Der in Deutschland ansässige Verein ist wichtiger Förderer der Schutzgebiete in Kamerun und Nigeria für eine gefährdete Affenart, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht und umso dringender auf Hilfe aus privater Hand angewiesen ist.

Spendenübergabe Reticulated Giraffe Project

Coronabedingt läuft bekanntlich alles etwas anders ab, auf einen Termin für ein Spendenübergabefoto wird in diesem Jahr daher verzichtet. Nichtsdestotrotz sprechen die unterstützen Projekte natürlich ihren Dank aus. Stellvertretend für das Reticulated Giraffe Project im kenianischen Samburu-Nationalpark sandte Giraffen-Zuchtbuchführer Jörg Jebram vom Opel-Zoo Kronberg, auf dessen Initiative dieses Projekt ausgewählt wurde, dieses Bild zu. Mit 500 Euro aus dem Überschuss der Charity Kalenders „Wildlife of Kenya 2021“ wurde der Einsatz für die Netzgiraffen in der Wildnis bedacht.

April-Bild: Massai-Giraffe

Im April bleiben wir auf Crescent Island. Während im Vormonat die Weißbartgnus und Thomsongazellen ihren Fluchtinstinkt gewahrt haben, handelt es sich bei den Massai-Giraffen um tiefenentspannte Tiere, die sich offensichtlich an die Besucher auf der Insel gewöhnt haben. Man war fast schon geneigt einen Versuch zu starten unter den Tieren durchzulaufen wenn man nicht um die gewaltige Kraft der Hufe wüsste, deren Tritt man wahrscheinlich nicht überleben würde.

 

Massai-Giraffen sind nach Analyse des Senckenberg-Instituts eine eigenständige Giraffenart, die als stark gefährdet gilt. Sie kommt nur in Tansania und Kenia vor. Erkennen kann man sie an den dunklen Flecken, die zum einen gezackter gestaltet sind und die relativ weit auseinanderstehen, so dass die helle Grundfarbe deutlicher hervorkommt als bei anderen Giraffenarten. Etwa 35.000 Massai-Giraffen gibt es noch, was aber einen Verlust von 50% über die letzten Jahrzehnte darstellt. Außerhalb von Schutzgebieten besteht eine hohe Gefahr von Wilderei, innerhalb von Schutzgebieten werden Jungtiere oft Opfer von Raubtieren.

 

Ansonsten gilt für Massai-Giraffen das Gleiche wie für andere Giraffenarten auch, vom Verhalten sind sie identisch. Die Weibchen leben in kleinen Gruppen mit dem Nachwuchs, während die Bullen Einzelgänger sind, die nur zur Paarung sich den Herden nähern. Etwa die Hälfte des Tages verbringen Giraffen mit Essen und der Suche danach, weswegen ihr Streifgebiet auch sehr groß ist. Ausgewachsene Giraffen haben eigentlich nur Löwen als Feinde, die sich aber nur ungern den bis zu 6 Meter großen und 1,5 Tonnen schweren Riesen nähern, eben weil sie durch einen Tritt der Hufe selbst ihr Leben riskieren. Bei Jungtieren sieht dies anders aus, die können auch Hyänen, Leoparden und Wildhunden zum Opfer fallen.

 

In europäischen Zoos ist diese Giraffenart nicht zu sehen, weswegen sie hierzulande auch nicht den hohen Bekanntheitsgrad hat. In den USA ist dies dafür eine häufiger gehalten Art.

 

Für generelle Informationen über Giraffen und den aktuellen Stand der Forschung können Sie auch in diesem Beitrag nachlesen: http://charity-kalender.de/de/weltgiraffentag-bedrohte-riesen